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nie beendet [od: madames kokon]Brief von dunkelkind.
liebe[r].,
du weisst genau, warum ich dir nicht schreibe. ich mag es einfach nicht, das ganze. es geht mir ja nicht einmal um die worte, nein, ganz bestimmt nicht. du weisst ja, wie gern ich sie verjubiliere und mit ihnen spiele; ich beschaeftige mich mit nichts anderem.
es geht um das ganze, um alles, die prozedur. um das, was waehrenddessen mit mir passiert.
es faellt mir schwer, nach wie vor, ja. doch verschlucke deine fragen: einmal. und lass mich.
ich kann schon kaum den blick richtig winkeln, noch mich konfrontieren, gaenzlich. mir vergeht schon das auglid, wenn ich mich nur ansatzweise - langsam. laaangsam. - dem roten stuhl zuwende, der sich wartend vor mir aufbereitet und auch die maschine, die du lachend und von stolz gestreckt den ganzen weiten weg vom flohmarkt unten am hang bis in meine wohnung getragen hast. die unsere meine. sie wurde so geliebt damals. und dann: das papier. diese stapel weissen, holzfreien papiers, die funken spucken und saeuberlich daliegen, geviertelt und verstapelt und bleich. ich fuelle sie und leere. doch sie fangen die perlen, die ich ihnen zum frass hinwerfe kaum mehr.
du kannst meine furcht nicht einmal erahnen.
viel zu oft denke ich noch an das schmatzige abschiedsgeraeusch, das du deiner zigarette nach jedem zug hinterherwirfst. die zeitlupeninhalation gepaart mit deinen zusammengekniffenen winkeln, auge wie mund.
dann fange ich an zu zittern und will. muss fast. ich fummle mir muehsam und unkonzentriert eine kleine aus der schachtel links neben mir und spalte so meine lippen. deine meine lippen.
dabei wuensche ich mir jedes mal, ich wuerde marlboro moegen; so wie du.
ich nehme einen schluck und lehne mich zurueck, weit hinein, bis ich versinke, in den tiefen des antiken schaukelstuhls, den du mir damals. ja.
das kuehl rinnt mir die kehle hinab und wird feuer. mein roehrenlodern rueckt mir die augen in die stirn und laesst mich schweigen. jeder kleine wortbrocken wird zu kohle, noch bevor er sich ueber meine risslandschaft gequaelt hat.
ich sehe hinaus und denke an das brennen, damals, mit dir. deine vernarbten knie steigen mir empor: ich schlucke. doch auch meine wunden sind noch fuehlbar; du kannst sie ertasten. es ist so lange her, dass deine finger meine krater bewanderten.
farblose gruene ideen schlafen zweifelnd, in mir. und ich bin ehrlich, grundehrlich, immer. mit dir. gewesen. ich wuenschte ich koennte mich dir noch einmal unter die brust legen, fuer ein einziges schlagen.
dort hinten, neben dem weiss; da liegt dein bild. es stand einmal. und ich habe angst zu vergessen, wie es ist, morgens von deinem du umschlossen zu sein und deine waerme zu teilen. ich fuerchte mich schrecklich, weisst du; ich habe angst zu erblinden. irgendwann aufzuwachen und dich nicht mehr sehen zu koennen, damals. erstgeblickt am morgen, mit all den wohligfaeltchen auf deiner sonnenhaut und wahrhaftig, so wie du bist. du warst mein erster und mein letzter; jeden tag.
nun friert es mich, seit je. ich moechte dir schreiben, dass ich dir dasselbe wuensche. dass du nie mehr
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Kommentare und Diskussionen zu diesem Text
Kommentar von kiddo (22) (23.04.2006)
 nun bin ich schon zum dritten mal heute hier und weiss noch immer nichts zu sagen zu diesem brief. nur, dass er mich nicht loslässt..
dunkelkind meinte dazu am 23.04.2006:
ja. mich laesst er auch nicht los... danke dir fuers lesen. wenn dir jemals noch etw. einfaellt, dann freue ich mich natuerlich; wenn nicht: danke fuers (mit)schweigen. /.
kiddo (22) antwortete darauf am 23.04.2006:
hm. zu dem gefühl, das ich dazu habe, könnte ich dir einiges sagen. aber das wollt ich dir ersparen.
ich versteh aber, was du meinst. ich freu mich auch immer, wenn mir jemand sagen kann, warum ihm der text so gefällt. ich glaub aber, mir geht der text zu nah, um objektiv darüber urteilen zu können. zumindest im moment. wenn sich das ändert, komm ich wieder, und schreib dir was anständiges dazu ;)!
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