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tausendschön
Veröffentlicht am 03.02.2008. Dieser Text wurde bereits 1025 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 03.09.2010.
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Als einmal ein Mädchen meinen Pudding aß

Kurzprosa
von hier klicken tausendschön.

Einst sprach mich ein Mädchen an. Wir standen auf einer zugigen Straße, und ich hatte mir das alte Haus alter Bekannter angesehen; sie hatten sich längst etwas Neues gebaut, aber das alte Haus ging mir damals nicht aus dem Kopf. Ob ich das Haus kaufen wolle, fragte mich das Mädchen, und ich hielt es in jenem Moment sogar für möglich. Da sie mir bis zum neuen Haus meiner Bekannten gefolgt war, lud ich sie auf einen Pudding ein, ich wußte, daß sie gerne mit hinein käme.
Wenn ich heute einen Pudding mache, muß ich an sie denken. Sie zog ihren lilafarbenen Anorak aus und befragte mich zu meiner Beziehung zu meinen Bekannten, und sie traf dabei genau ins Schwarze. Ich wußte nicht genau, was von ihr zu halten war. Ihr Haar war lang, glatt und blond, und ich verstand nicht, warum sie es so trug, da sie auch sonst gar nicht so tat, höflich oder gar freundlich zu sein. Sie aß den zerfallenen Pudding, als gäbe es keine Unterschiede zwischen Puddings, und es war beleidigender, als hätte sie ihn kommentiert. Sie erzählte dabei, sie sei ein ehemaliges Nachbarskind, die Nachbarn mit den Hunden, und das alte Haus sei ohnehin schon verkauft, ich käme leider zu spät.
Ich konnte mich damit abfinden, das Haus nicht zu kaufen. Bis heute habe ich kein Haus gekauft, aber dann und wann einen Pudding gekocht, und nur selten ist er seither mißglückt. Meine Bekannten sind erneut umgezogen und haben mich zu einer Besichtigung eingeladen und gebeten, einen Pudding mitzubringen. Ich werde versuchen, den Pudding heil aus der Herzform zu befreien, und wenn nicht, dann esse ich ihn auch, weil mir etwas anderes nicht übrig bleibt.

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Kommentare und Diskussionen zu diesem Text

wupperzeit Kommentar von hier klicken wupperzeit (03.02.2008)    diesen Kommentar melden
Wie man sieht und so auch lesen kann ist ein Gespräch und Gedanken über alte Häuser, alte Bekannte, zerfallenen Pudding oder gelungenen wichtiger, als man oft glauben mag. Was ich auch glaube: Dass dieser Text empfehlenswert ist, ich mache das hiermit, gerne, Andreas
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BrigitteG Kommentar von hier klicken BrigitteG (03.02.2008)    diesen Kommentar melden
Das ist ja interessant. Ich hab Deinen Text eigentlich wegen des merkwürdigen Titels angeklickt - aber er gefällt mir. Obwohl gefallen - ist wohl nicht das Passende, er hat einfach was, dass man weiterlesen muss. Es steht so viel da, was Du gar nicht in Worten hingeschrieben hast. Grüße von Brigitte.
hier klicken tausendschön meinte dazu am 04.02.2008: liebe brigitte,
ich weiß, es ist sehr schwierig, etwas über den text zu sagen. er ist sehr befremdlich.
danke dir für deinen kommentar.
mit lieben grüßen
tausendschön
hier klicken Tangalur antwortete darauf am 06.04.2008: Befremdlich, da hast Du recht... Warum nur hab ich bei diesem Mädchen rote Haare, zwei Zöpfe und bunte Kleidung im Kopf? Und "Schokominza"?

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Melancholic. Kommentar von hier klicken Melancholic. (09.09.2008)    diesen Kommentar melden
Hallo, Tausendschoen.
Ich mag deine Kurzprosa ´Als einmal ein Maedchen meinen Pudding aß´ sehr gerne. (:
Gruß, die Melan...

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managarm Kommentar von hier klicken managarm (01.08.2010)    diesen Kommentar melden
Es sind oft die kleinen Dinge, die Gewicht haben und es sind oft die ungesagten Worte, die lange und laut nachhallen.
Bemerkenswert!
Frank

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