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Musik am TotenbaumTragödie zum Thema Familie von Grufti.Ente.
Die Geige verklingt nicht mehr und während du neben mir auf dem Klavier spielst, lasse ich den Bogen über die Saiten gleiten.
Wir haben diesen Ort den "Totenbaum" genannt, weil sich hier unsere Mutter erhängt hat und unser Vater sich darunter in den Kopf schoss, weil er es ohne sie nicht mehr aushielt.
Und wir zwei musizieren hier.
Eigentlich makaber.
Aber auch das ist jetzt egal.
Mutter war Musikerin. Sie war sogar berühmt. Aber dann kamen wir und mit uns der Absturz. Man könnte meinen, wir hätten unsere eigenen Eltern umgebracht.
Das Klavier hier heraus zu tragen war nicht einfach. Aber jetzt steht es hier und die Kastanienblüten umwehen uns.
Ich lächle dich an und du lächelst mich an.
Du wolltest spielend sterben.
Ich greife in den Geigenkoffer, nehme die Waffe und erschieße dich kurz bevor das Stück zuende ist.
Warte auf mich, ich folge dir gleich.
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Kommentare und Diskussionen zu diesem Text

Kommentar von Cat (05.03.2008)
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Kommentar von artemidor (58) (05.03.2008)
 ich finde das sehr gut geschrieben. mich beeindruckt die scheinbare emotionslosigkeit, die für mich besonders durch das gegenseitige anlächeln zum ausdruck kommt. anstatt tragödie hättest du auch bericht wählen können.
lg
arti Sag Deine Meinung zu diesem Kommentar!
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Kommentar von JeanDark (21) (06.03.2008)
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Kommentar von Schmö (08.03.2008)
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Kommentar von Möwe (16) (09.03.2008)
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Kommentar von Isaban (10.03.2008)
 Es ist kein schöner Text, aber das will er ja auch gar nicht sein. es ist ein Text, der mit sich zieht, der mit in die Stimmung reißt und am Ende ins Nichts. Emotionslos ist er, wirkt zu Beginn fast naiv, bis sich die Tragödie immer mehr abzeichnet, bis sich die Geschichte schließt.
Genau das ist es, was am Ende so berührt. Die beiden, die dort musizieren gehen nicht wütend, nicht traurig, sie tun es überzeugt und sicher, sie gehen mit einem Lächeln, als wüssten sie, dass das, was sie erwartet nur besser sein kann, als das, was sie hinter sich lassen.
Wie irritierend diese ruhige Gewissheit ist, wie sehr man als Leser bemüht ist, diesem Ende grübelnd, drehend, wendend, Gründe herbei zerrend einen Sinn, eine Bedeutung, eine Rechtfertigung zu verleihen, dabei: Vielleicht schließt sich einfach nur ein Kreis, weil es keine andere Möglichkeit gegeben hätte, die Geschichte dieser Geschwister gut und in sich stimmig abzuschließen.
Sie gehen. Mit einem Lächeln.
LG, Isaban Sag Deine Meinung zu diesem Kommentar!
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