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Kindermund
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Veröffentlicht am 13.03.2008. Dieser Text wurde bereits 942 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 03.09.2010.
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Ein Lied von Liebe und Tod

Gedicht zum Thema Trauer/Traurigkeit
von hier klicken Kindermund.

eins.

Nachdem du mir die Seidentränen
ohne hinzusehen
aus den Augen gesogen hast,
verließ ich deinen Schatten, wortlos.
Fort, hinfort:
ich habe eine Stadt,
deren Straßen ich nun kenne und
in deren Gassen meine Trauer rinnt.

zwei.

Ein Faden Seide lag noch in meinen Augen,
als aus deinem Schatten ein Licht wurde,
das mich holen kam,
ein regloser Traum von einem seidenen Baldachin.
Mit leeren Händen musstest du gehen.
Die letzte Faser Seide, sie reichte kaum
für ein Tuch,
nur das musst du versprechen mit dir zu nehmen,
damit ich es nie wieder sehen muss.
Denn meine Augen sind nun kalt.

drei

Selbst meine Stadt ist nun grau und kalt
meine Habseligkeiten brauche ich nicht mehr
ohne sie passiere ich das Tor,
das mir nun ein fremdes ist.
Außerhalb meiner Mauern werde ich einen Ort finden,
an dem es warm sein wird
und ich werde es hinein betten können,
mein perlmuttfarben Herz
damit es schlafe
und träume
träume

URL dieses Textes: hier klicken www.keinVerlag.de/195962.text

Anmerkung von Kindermund: Geschrieben zum Lied "Gloomy Sunday"
Vielen Dank an Alex für die Vertonung :)

Kommentare und Diskussionen zu diesem Text

wupperzeit Kommentar von hier klicken wupperzeit (13.03.2008)    diesen Kommentar melden
So habe ich mir das Lied auch immer vorgestellt, das Original, die in unserem Projekt genannte Version kannte ich gar nicht: Jemand sitzt in einem Hotelzimmer, besser gesagt: In einer ganz billigen Pension, ich habe sogar an Seide gedacht, an Seidentapeten, die waren ja damals modern, trinkt etwas und geht dann zum letzten Mal durch eine Stadt, die einmal seine war, wohin auch immer, wahrscheinlich in den Tod. Könnte ja auch sein, dass er nur davon singt. Mir hat der zweite Teil Deines Gedichtes übrigens am besten gefallen, wie ein Intermezzo, wie eine letzte Klage zwischen Liebe und Tod, vielleicht, zwischen Tod und Tod, vielleicht, - der zweite Teil in einem aber insgesamt empfehlenswerten Gedicht, Andreas
hier klicken Kindermund meinte dazu am 14.03.2008: Seltsam, dass du auch an Seide gedacht hast... bei mir sind es aber keine Tapeten, sondern ein Tuch, perlmuttfarben natürlich.
Der zweite Teil steht, wie du es gesagt hast, zwischen Liebe und Tod. Aber ich verrate dir ein Geheimnis: beim Schreiben hatte ich meine Kopf wieder ausgeschaltet, und mein Bauch hat es von ganz alleine gemacht. Deshalb weiß ich es selbst erst seit gerade eben. Und deshalb weiß ich auch nicht, ob es eine Klage ist, oder nicht vielleicht doch etwas anderes.
Ich freue mich jedenfalls, dass dir mein Text gefällt.
Liebe Grüße
Jule

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Kommentar von hier klicken Aerie (14.03.2008)    diesen Kommentar melden
Hi du ^^

wieder mal ein ausgezeichneter Text bei dem man etwas nachdenken kann/ darf.

Lg, Aerie

hier klicken Kindermund meinte dazu am 14.03.2008: Hallo,
schön, dass er dir gefällt, und vielen Dank. :)
lg
jule

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Melancholic. Kommentar von hier klicken Melancholic. (02.03.2009)    diesen Kommentar melden
Ich find das Gedicht klasse. Gaensehaut.
Melancholische Grueße, Beli.

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