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Kindermund
Veröffentlicht am 12.06.2008. Dieser Text wurde bereits 873 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 03.09.2010.
Lieblingstext von:
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Gedicht
von hier klicken Kindermund.

Als das Balg in meinem Leib
mich nach den Schnitten fragt
verberge ich das Messer vor ihm
als hätte es die Klinge nicht längst gesehen
berge sie an meinem Nabel
wo das Balg sie spüren wird
in meinem Leib.

So lange
war es still,
dass ich dachte,
es sei tot.
Nun darf es nicht mehr leben.

Ich trat bereits darüber hinweg
in Siebenmeilenstiefeln
die zu groß waren für meine Kindsfüße.

URL dieses Textes: hier klicken www.keinVerlag.de/206672.text

Kommentare und Diskussionen zu diesem Text

wupperzeit Kommentar von hier klicken wupperzeit (29.06.2008)    diesen Kommentar melden
Ein schwieriges Thema, auch weil viele lieber die Verurteilung wählen vor der größten menschlichen Tugend, dem Mitleid, dem Mitleiden also, dem Verstehen und Verzeihen, und es gefällt mir sehr, also: sehr, wie Du das gestaltet hast, Andreas
hier klicken Kindermund meinte dazu am 10.07.2008: Seltsam, wie unterschiedlich immer die Assoziationen zu einem Text sind... Danke für deine Sichtweise :)
Liebe Grüße
Jule
hier klicken wupperzeit antwortete darauf am 10.07.2008: Assoziationen, Sichtweisen, besonders meine: Was habe ich denn jetzt schon wieder falsch gemacht? Falsch gelesen? Verstanden?

Auch liebe Grüße,

Andreas
hier klicken Kindermund schrieb daraufhin am 10.07.2008: Einen Text kann man nie ganz falsch verstehen. Nur anders ;)
An Verstehen und Verzeihen hatte ich gar nicht so viel gedacht beim Schreiben, es passt aber eben trotzdem.
Liebe Grüße
Jule

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Kommentar von hier klicken FliegendesOink (07.08.2008)    diesen Kommentar melden
Für Abtreibung nicht konsequent genug, ich sehe hier SVV und das Kind als Teil der Persönlichkeit oder zumindest eine innere Stimme (Da gibt es ein interessantes Lied von "Letzte Instanz", weiß nicht ob du es kennst)

Überraschend bildarm, aber dennoch tief, vor allem püschologisch und so, normalerweise würde ich bei diesen Voraussetzungen ja zur Verdichtung raten, aber irgendwie passt es so wie es ist.

Fazit: Gefällt, kann man so lassen.

Gruß,
FO

hier klicken Kindermund meinte dazu am 07.08.2008: Vielen Dank für deinen Kommentar!

Weißt du, am Anfang war es noch um einiges "undichter" und ich habe es so weit verdichtet wie es mir möglich war. Mehr könnte ich gar nicht. ;)

Sehr interessant finde ich deinen Gedanken mit der Abtreibung. Mir war gar nicht aufgefallen, dass man auch so nah an der Bildebene interpretieren kann.
Das Lied von letzte Instanz kenne ich nicht (aber immerhin habe ich schon mal von der Band gehört ^^) wie heißt es denn?

Liebe Grüße
Jule
hier klicken FliegendesOink antwortete darauf am 07.08.2008: Meine Innere Stimme heißt das Lied, gibt auch eine Nummer II davon, welche ich musikalisch noch etwas spannender finde, aber wenn du dich nicht daran angelehnt hast ist es auch egal ^^

Natürlich beziehe ich die Bildebene selbst mit ein, wäre ja auch eintönig und ineffizient, wenn ich ohne Analyse der Metaphorik einen Interpretationsversuch wage ;)
hier klicken Kindermund schrieb daraufhin am 07.08.2008: Also bei uns damals im Deutschunterricht (Oh mein Gott. Ich sage: "damals im Unterricht"... ich werde alt) hatten Bild- und Abstraktionsebene meist nicht mehr viel miteinander zu tun. Auch wenn der lange Weg mit einer Analyse der Metaphorik angefangen hat ;)

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RainerMScholz Kommentar von hier klicken RainerMScholz (03.03.2009)    diesen Kommentar melden
Abtreibung ist allerdings auch mein erster Gedanke. Ohne moralische Wertung im Gedicht und den herkömmlichen Schlagetotargumenten, aber schlussendlich mit Konsequenz, weshalb es mir noch einmal so gut gefällt.
Grüße,
R.

hier klicken Kindermund meinte dazu am 03.03.2009: Vielleicht bergen diese beiden Themen so sogar eine gewisse Ähnlichkeit: die Ablehnung der Kinderseele in einem selbst und die Ablehnung des eigenen, ungeborenen Kindes...
Dank dir für deinen Kommentar!
Lieber Gruß
Jule
hier klicken RainerMScholz antwortete darauf am 05.03.2009: Das Töten des Kindes im Selbstinnen, um ein erwachsener Mensch werden zu können. Vielleicht hätte ich es auch anders gelesen, wenn ich nicht gewußt hätte, dass es sich um eine Autorin und nicht um einen Autor handelt. Initiationsriten (wie auch immer) zum Erwachsenwerden sind bei Jungs, glaube ich, meist spektakulärer (Messer am Bauch). Der Interpretationsvorbehalt liegt allerdings bei mir, schon klar. Das macht das Gedicht nochmal interessanter.
Grüße,
R.

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Isaban Kommentar von hier klicken Isaban (03.03.2009)    diesen Kommentar melden
Erwachsen werden, dargestellt wie eine Amputation der Kindheit, ein bisschen bitter, so als wäre eine Entscheidung gefallen und der Beschluss konsequent durchgezogen worden, weil es eben sein musste, nicht, weil man um jeden Preis wollte. Es war zu lange still, das Kind.

Liebe Grüße,

Sabine

hier klicken Kindermund meinte dazu am 03.03.2009: Genau so.
Vielen Dank und lieber Gruß
Jule

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