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Mirjam
Veröffentlicht am 31.12.2008. Dieser Text wurde bereits 700 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 13.03.2010.
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Lautloses Porträt.

Skizze
von hier klicken Mirjam.

.

Ein Mann regnet. Er fasst sich an das kahle Haar. Er hört Stimmen, Schreie. Er stummt.
Manchmal ist er Maler, dann drückt er seine Daumen in die Farbe und malt Straßen ohne Halt und manchmal kleine Finger in seine Haut. Sie klaffen, reißen. Sie atmen, wenn er schläft.
Eine Frau liegt wach. Manchmal schreit sie. Sie schreit, wenn er nicht da ist.
Sie stopft sich die Faust in den Mund. Sie schreibt,
sie schreibt, sie erbricht. Sie kotzt leere Augen, kalte Hände. Sie schreibt.
In ihren Adern ist Krieg und auch eine schwindende Schlacht, die doch längst verloren ist. Ihr Pulsschlag ist Revolte gegen inhaftierte Scherben, wo Sezession schon irreal ist. 
Wenn er trinkt, dann lacht er. Sein Lachen bricht in ihrem Mund. Es verbrennt auf ihrer Zunge. Sie sammelt die Asche und vergräbt sie hinter dem Haus.

Hinter dem Haus liegt ein Kind.
Es stummt.

URL dieses Textes: hier klicken www.keinVerlag.de/226942.text

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Kommentare und Diskussionen zu diesem Text

neinneigung Kommentar von hier klicken neinneigung (31.12.2008)    diesen Kommentar melden
Fabelhaft bildhaft und ziemlich verstörend - ein Schluss, der mir einen Nagel ins Herz trieb. Aber warum denn bloß:
Sie kotzt leere Augen

Nimmt dem ganzen Text die Dynamik, finde ich. Glotzen fände ich in Ordnung, dazu nähme es dem Satz auch nicht die Wirkung. Nur ein Vorschlag.

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Unbegabt Kommentar von hier klicken Unbegabt (31.12.2008)    diesen Kommentar melden
hmm. ja fabelhaft.

ich wünsch dir "nen guten rutsch" und ja...

liebes,
n

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Sternenpferd Kommentar von hier klicken Sternenpferd (31.12.2008)    diesen Kommentar melden
sehr bildhaft, ja :o)

mag.i(s)ch

liebes dir
m.

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AZU20 Kommentar von hier klicken AZU20 (31.12.2008)    diesen Kommentar melden
Sehr starker und verstörender Text, wenn er auch nicht in meine augenblickliche Stimmung passen mag. LG und guten Rutsch ins neue Jahr
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Coline Kommentar von hier klicken Coline (31.12.2008)    diesen Kommentar melden
Sehr viel Gefühl, trotz der kurzen Sätze. Diese zerreißende, fast zerstörende Stimmung, trägt sich durch die ganze Skizze! Mir gefällt diese Art der Kommunikation. KG Coline
hier klicken grafkalli2006 meinte dazu am 31.12.2008: Wow Mirjam! Ist dir eigentlich bewusst, welch hammerharten und dennoch so wunderschönen und gefühlvollen Text du da niedergeschrieben hast!

Das ist Poesie und Lyrik zugleich.

Der Mann, welcher der Situation wegen sprachlos malt, um seine Hoffnungs- und Haltlosigkeit auszudrücken, der es versucht und dabei zwischen seinen eigenen Regenfäden herumirrt.

Eine Frau, die ihr Inneres nach außen zwingt um ihre Art der Worte, mit unterdrückden Schreien, ausgelöst durch die Schmerzen in ihrer Blutbahn, in ihrer Seele, über einen verlorene Kampf mit dem Leben auszudrücken bemüht ist. Dabei versucht sie zu verstehen und zergeht an dem Verlust des Kindes.

Die Atmosphäre ist fantastisch in ein Wort-Bild gesetzt und nur zu deutlich vorstellbar. Eine geradezu gespenstische Skizze.

Es ist mehr als eine Sprachgewandtheit und bedarf mehr als reine Gefühle in Worte zu kleiden. Es bedarf den Sprachkünstler, die Sprachkünstlerin diee den Unterschied zwischen Eisen und Gold, zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Hell und Dunkel, und zwischen Liebe, Verzweiflung, Hoffnungslosikeit nicht nur durch bildliche Worte darstellen sondern auch durch die Begabung Gefühle mit Worten zu malen, das sie für den Leser als Gesamtbild - sichtbar sind.

Ich wünsche dir weiterhin die Gabe uns allen hier mit deinen gezeichneten Worten zu beglücken.

In diesem Sinne wünsche ich dir ein gesundes und gedankenreichen Neues Jahr 2009

Wolfgang

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Pameelen Kommentar von hier klicken Pameelen (01.01.2009)    diesen Kommentar melden
Ein sehr expressiver und gelungener Text!

Mir persönlich fehlt zum Verständnis allerdings die Verknüpfung zur realen Begebenheit, den du sicherlich im Hinterkopf hattest.

Beste Grüße und ein gutes 2009

Ralf

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Googlehupf Kommentar von hier klicken Googlehupf (02.01.2009)    diesen Kommentar melden
Kraftvoll und intensiv - besonders die gemalten kleinen Finger und "Es stummt". Manche Emotionen und Befindlichkeiten brauchen starke Worte - Du hast sie gefunden und damit so transportiert, dass sie mitreißen - mich auf jeden Fall.
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Ingmar Kommentar von hier klicken Ingmar (03.01.2009)    diesen Kommentar melden
nur schon und allein der erste sat: mannomann. jetzt wirst du gut, richtig gut, merkst du es auch, fräulein mirjam?!

grüsse ins neue jahr,
ingmar

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Tierra Kommentar von hier klicken Tierra (06.01.2009)    diesen Kommentar melden
Ist ja sonst nicht meine Art aber hier einfach ein
"Boah"
gefesselte Grüße
Sandra

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paulinewilhelm Kommentar von hier klicken paulinewilhelm (06.01.2009)    diesen Kommentar melden
Du hast mir eine Haut aus kleinen scharfen Spitzen hinterlassen.
Du weißt nicht wie...

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Kommentar von Killer (20) (18.01.2009)    diesen Kommentar melden
highlight: sie kotzt leere augen
der rest: standard, phrasendrescherei

aber scheint den meisten ja trotzdem zu gefallen, insofern ist alles in bester ordnung

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mmazzurro Kommentar von hier klicken mmazzurro (28.01.2009)    diesen Kommentar melden
fast ein bisschen überladen, oder nicht?
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wupperzeit Kommentar von hier klicken wupperzeit (06.04.2009)    diesen Kommentar melden
Da gebe ich den meisten meiner Vorkommentatoren völlig Recht: Das ist ein ganz besonders guter, auch weil: ausdrucksstarker Text. Und mir fehlt auch nicht der Bezug zu einer konkreten Situation, die Stärke des Textes liegt ganz eindeutig in seiner abstrakten Bedeutung: es ist eine Situation für alle und alle Situationen für einen Moment. Und es ist eine zu viel, auch das lese ich aus dem Schluss, das Kind hinter dem Haus oder das Haus hinter dem Kind, vielleicht, eine Situation zu viel wie alle Momente, Andreas
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Cromwell Kommentar von hier klicken Cromwell (15.09.2009)    diesen Kommentar melden
Ich bin verliebt in diesen genuinen Stil. Erinnert mich an mich, nur dass ist viel entwickelter als mein Geschreibe. Das Niveau also, dass ich nur erreiche, wenn ich vor dem Schreiben ein bisschen Wein getrunken habe. :>
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