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Naoko
Veröffentlicht am 25.04.2009. Dieser Text wurde bereits 460 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.03.2010.
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Schutt

Kurzprosa zum Thema Kinder/ Kindheit
von hier klicken Naoko.

Einmal schlief ich ein, und als ich die Augen wieder aufschlug brannten sie von dem Licht, das die Sonne auf einen Hinterhof warf, der voller Sand und Schutt war. Da waren mehrere Kinder, mit denen ich zu spielen begann. Ich weiß nicht mehr genau, was wir taten, vermutlich so etwas wie verstecken oder fangen.
Wir hatten Spaß, und doch war die Stimmung etwas verhalten, als gehöre es sich nicht, zu viel Freude zu empfinden.
Dann stand ich auf einmal etwas abseits von den anderen Kindern, ein paar Meter entfernt von einer Hundehütte. Ich versuchte hineinzusehen, doch das Licht wich der Hütte aus. Noch näher traute ich mich heran, Angst kroch plötzlich  in mir hoch, steigerte sich, bis ich einfach rennen musste, ohne zu wissen warum. Ich lief zurück zu den anderen Kindern, hielt mich an einem fest, das etwas größer als ich war, und sah fragend in die Runde.
Das hundertjährige Kind, sagten die anderen mir, dort drin ist das hundertjährige Kind.
Es kam nicht heraus, und ich ging nicht zu ihm hinein, aber ich weiß, dass es in Ketten lag, das es alt und abstoßend war, abstoßend und hassenswert. Und ich weiß, das es der Welt nie etwas getan hatte.
Als  ich erwachte saß es unter meinem Schreibtisch und ließ mich aus meinem Bett fliehen, in die tröstenden Arme meiner Großmutter, wo ich blieb.

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Kommentare und Diskussionen zu diesem Text

Knallcharge Kommentar von hier klicken Knallcharge (25.04.2009)    diesen Kommentar melden
ein traum...
sehr tiefgehend. word.

hier klicken Naoko meinte dazu am 26.04.2009: Hm.

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Cromwell Kommentar von hier klicken Cromwell (25.04.2009)    diesen Kommentar melden
Toll geschrieben. Das erinnert mich an die Alpträume meiner Kindheit.
hier klicken Naoko meinte dazu am 26.04.2009: Danke dir.

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Nuwanda Kommentar von hier klicken Nuwanda (26.04.2009)    diesen Kommentar melden
eine alptraumhafte kurze Geschichte mit so etwas wie einem Happy-End.
Die Geschichte ist so geheimnisvoll, das sie möglicherwiese viele Interpretationen zulässt, oder?

LG Nuwanda

hier klicken Naoko meinte dazu am 26.04.2009: Danke fürs kommentieren.
Interpretationen, ja, sicherlich.
So etwas wie ein happy end... hm, könnte man natürlich so sehen, sehe ich anders.

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neinneigung Kommentar von hier klicken neinneigung (26.04.2009)    diesen Kommentar melden
ich will auch nicht erwachsen werden
hier klicken Naoko meinte dazu am 28.04.2009: Hm.
hier klicken shadowhunter antwortete darauf am 02.05.2009: das habe ich mir auch irgendwie gedacht.

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Gronkor Kommentar von hier klicken Gronkor (28.04.2009)    diesen Kommentar melden
Ja, manchmal ist es ein Verbrechen, ein Kind zu bleiben.

Auch für Dich?

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Kommentar von hier klicken Nucksen (02.05.2009)    diesen Kommentar melden
Diese starken Bilder, die bei den meisten so nur in den Träumen entstehen hast du sehr gut eingefangen Naoko. Man fühlt sich, als hätte man es selbst geträumt und nicht bei dir gelesen. Du hast ein Talent für klare Worte, die trotzdem viel Raum lassen

lg,
Nucksen
(Kommentar korrigiert am 02.05.2009)

hier klicken Naoko meinte dazu am 02.05.2009: Danke dir.

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wupperzeit Kommentar von hier klicken wupperzeit (02.05.2009)    diesen Kommentar melden
Es handelt sich eher um einen Ahasveros, nicht wahr, um den Ewigen Juden, wie Heine ihn genannt hat, und der in der Kunst zum Symbol wurde für das Leiden des jüdischen Volkes überhaupt. Der nicht sterben kann, darf, weil er Jesus eine Rast verweigert hat auf dessen Kreuzweg ... Und das hundertjährige Kind in Deiner großartigen Geschichte hat „nichts (Böses) getan“, es leidet an und für sich das sozusagen ewige Leid des Kindes und der Kinder. Und es ist überall, und es ist: man selbst und alle ...

Großartiger Text, hatte ich, glaube ich, schon geschrieben, Andreas
(Kommentar korrigiert am 02.05.2009)

hier klicken Naoko meinte dazu am 11.05.2009: Vielen Dank fürs Lesen & Kommentieren.
hier klicken tausendschön antwortete darauf am 11.06.2009: ein kind, das nie erwachsen werden darf?
ein kind, dessen irrationalen kinderängste bleiben?

darüber muß ich nachdenken.
danke.
und andreas' urteil schließe ich mich an!

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