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Melodys SpielText zum Thema Einsamkeit von Melancholic..
| Die neue Wohnung gefaellt ihr gut. Sie ist dunkel und hat kleine Fenster. Melody mag keine hellen Raeume. Jedenfalls lautet so ihre Antwort, wenn man sie fragt, ob sie eine helle Wohnung suchen wuerde. Melody arbeitet wieder in einer Fabrik. Verpackungsarbeit. Hauptsache Geld am Ende des Monats denkt sie sich. Viel benoetigt Melody nicht. Meistens isst sie Salat. Ihre neue Nachbarin ist das Doppelte von ihr. Sie isst vielleicht selten Salat. Melody hat keine Familie mehr. Ihre Eltern sind bei einem Autounfall verunglueckt. Ihr Brieffreund Jasper sitzt im Gefaengnis. Unter seinen Briefen schreibt er immer Jasper, aber eigentlich heißt er Paul. Warum er dort ist, bleibt ein Geheimnis. Melody schreibt ihm jede Woche. Bei seinen Briefen ist oefters die Tinte verwischt. Sie schreibt ihm dann, dass er damit aufhoeren soll. Paul antwortet ihr, dass die Traenen zumindestens einzelne Knoepfe seines Schutzmantels schmelzen lassen. Melody muss bei seinen Worten manchmal grinsen. Sie ist schon fuenfzehnmal umgezogen. In der neuen Stadt hat sie sich wieder eine Selbsthilfegruppe gesucht. Melody empfindet das ganze als Psychokram, aber immerhin sitzt man zusammen im Kreis. In der Fabrik hoert ihr keiner richtig zu. Melody wird auch wieder Tennis spielen gehen, obwohl sie Sport gar nicht mag. Heute haben sie sich alle in der Selbsthilfegruppe vorgestellt. Melody hat erzaehlt, dass ihre Eltern bei einem Autounfall verunglueckt sind. Seitdem wuerde sie an Magersucht leiden und die Tinte verwischt oft, wenn sie Jasper, der Polizist sei, einen Brief schreibt. Die anderen Leute guckten Melody mitfuehlend an. Eine Frau hat ihr spaeter ihre Nummer geggeben. Sie heißt Nicolette und isst zur Zeit wirklich nichts. Nichtmal einen Salat denkt sich Melody. In ein paar Wochen wird sie wieder umziehen. Vorher wird Melody der Nachbarin einen Salat vor die Tuer stellen und Nicolette simsen, dass sie kein Auto mehr faehrt. Waehrend Paul entlassen wird.
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URL dieses Textes: www.keinVerlag.de/250079.text
Kommentare und Diskussionen zu diesem Text

Kommentar von Sternenpferd (18.09.2009)
 einsamkeit, traurigkeit...
gut verpackt in diesem kleinen text.
apropos verpackt* : Verpackugungsarbeit
da ist ein u und g zuviel ;)
lg m.
Melancholic. meinte dazu am 18.09.2009:
Hallo, Sternenpferd.
Ich danke dir fuer deinen Stern samt Kommentar. Ich habe den Fehler korrigiert. Auch dafuer vielen Dank. (:
Ich wuensch dir ein schmetterlingsvertraeumtes Kirschwochenende.
Liebe Grueße, Beli.
Sternenpferd antwortete darauf am 18.09.2009:
gerne :)
danke das wünsch ich dir auch!
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Kommentar von wupperzeit (21.09.2009)
 Als ob es ein Spiel wäre... Aber was bleibt ihnen übrig, diesen ganzen Melodys, als ihre Einsamkeit zu aristokratisieren durch die Krankheit. Und das tragische an ihren Leben ist immer wieder, dass sie nach etwas suchen, wovor sie schon viele zu lange auf der Flucht sind. Eine Flucht vor der eigenen Angst, die zur absoluten wird, eine sich auf nichts mehr begründende und beziehende, und am Ende besteht die Einsamkeit darin, nur zurücklassen zu können und verlassen zu müssen, und das ist: überhaupt kein Spiel, Andreas
(Kommentar korrigiert am 21.09.2009)
Melancholic. meinte dazu am 21.09.2009:
Hallo, Andreas. Vielen Dank fuer deinen Kommentar. Du hast es auf den Punkt gebracht. Letztendlich ist es ueberhaupt kein Spiel, sondern eine ganz traurige Erkenntnis, die zerstoert.
Ich wuensch dir liebes.
Gruengelbe Schmetterlingsgrueße an dich, Mela.
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