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Pokémon Go... Away, Please! (18.07.16)
 Mit Muttern auf Messe - ein völlig subjektiver Bericht eines Buchmessengreenhorns (21.03.16)
 Aufwärmen (07.03.16)
 Der Kühlschrank: Eine Beziehung der besonderen Art (29.02.16)
 Lautleises Mitgefühl (16.11.15)
 Besorgte Burger (14.09.15)
 Sommerloch. (10.08.15)
 Literatur darf auch mal anstrengend sein (20.07.15)
 Gedanken zur ent-Literarisierung und dem Lesen (13.07.15)
 Live on Second Screen* (06.07.15)
 Vom Netz. (29.06.15)
 Copy & Paste und Kunst (01.06.15)
 Quatsch dich froh? (27.04.15)
 Hoppelwestern im Klassenzimmer (23.03.15)
 Wofür dein Herz auch schlägt, Eis geht immer. (16.06.14)
 Vom Exhibitionismus (02.06.14)
 Jugend und Schreiben (28.04.14)
 Alle mal bechern (31.03.14)
 leisure sickness (24.02.14)
 „Fack ju Göhte“ oder meine Erfahrungen des Schulalltags (10.02.14)
 Doppelt so weit wie angegeben (27.01.14)
 Du bist etwas Besonderes. (13.01.14)
 Tradition (30.12.13)
 *Pssst*, Wichtelmänner! (09.12.13)
 Herbsttypen (11.11.13)
 Was gegen das Vorüberziehen auch noch hilft (04.11.13)
 Der Bürostuhl oder aus Jules wurde Vilgot (21.10.13)
 Wir dürfen uns in dieser Frage nicht auseinanderdividieren lassen (30.09.13)
 Partystimmung, deutschlandweit (16.09.13)
 Das Wahlwerbungsdilemma (09.09.13)
 Ist Jugend noch zeitgemäß? (02.09.13)
 Die eingebaute Selbstbestätigung (26.08.13)
 Oralophobie (12.08.13)
 Denkst du noch oder schreibst du schon? (29.07.13)
 Prüfungen zum Durchfallen (22.07.13)
 Wenn es doch einfacher wäre (08.07.13)
 Das mit der Wissenschaft (24.06.13)
 Kameras vor der Haustür (10.06.13)
 Interpretation! (27.05.13)
 Fakt? (13.05.13)
 Augen zu und durch… (29.04.13)
 Kolumbus (15.04.13)
 Irrtum! (01.04.13)
 Mein Jahr mit Bart (25.03.13)
 Zylinderhut und Oliba (18.03.13)
 Raus aus der Schule: Und jetzt? (28.01.13)
 Nach der Schule... ein ganz subjektiver Bericht (21.01.13)
 „...da müsste man denn doch schon gar zu erbärmlich in die eigene Person verliebt sein […]!“* (14.01.13)
 Einmal Ausbildungsdschungel und zurück (31.12.12)
 Das lebt (24.12.12)
 Weihnachtspipapo (10.12.12)
 G8 (03.12.12)
 Edna bricht aus (19.11.12)
 Das war von vornherein klar (12.11.12)
 Was wäre wenn... (05.11.12)
 Plötzlich Buiterling (22.10.12)
 Wenn Politiker aufstocken müssen… (15.10.12)
 Familie III (08.10.12)
 Familie II (01.10.12)
 Familie II (24.09.12)
 Familie (24.09.12)
 Unerwünschter Besuch (17.09.12)
 Trautes Heim, Glück allein (10.09.12)
 Was wäre wenn... (27.08.12)
 Wie du mir, so ich dir (20.08.12)
 Gold muss nicht. (13.08.12)
 Was wäre wenn... (06.08.12)
 FKK (Freie-Körper-Kolumne) (30.07.12)
 Die Kolumne (23.07.12)
 Moralapostel ohne Justiz (16.07.12)
 Virtuell überbewertet? (09.07.12)
 Schönen Gruß von der Elite… wobei… nein danke. (02.07.12)
 Urlaub per Mail (25.06.12)
 Genießen Sie Ihr Leben in vollen Zügen. (18.06.12)
 Halbherzige Erziehung (11.06.12)
 Was wäre wenn... (04.06.12)
 Gewohnheitstiere und Pizzaaufwärmer (28.05.12)
 Was wäre wenn… (21.05.12)
 Begegnungen (14.05.12)
 Messer rechts, Gabel links. (23.04.12)
 Der signifikante Unterschied (16.04.12)
 Der kleine Unterschied – ein Report aus Pusemuckel (09.04.12)
 Von der Verlockung anklickbaren Blaus. Meine Lieblingsseite (02.04.12)
 Lebensretter, Langeweilekiller und Lückenfüller (19.03.12)
 Das Leben ist ein Wunschkonzert (12.03.12)
 Rauhfaser (05.03.12)
 Ich bleibe KeinStudent (27.02.12)
 Uni all' Tag' (20.02.12)
 Fasnet (13.02.12)
 Eine und die Kolumne (06.02.12)
 Rücken und Wände (30.01.12)
 Sind Sie ein wertvoller Mensch? (23.01.12)
 Ein Sonntag (16.01.12)
 Europa, erst einmal (09.01.12)
 Eine neue Zeit. Erasmus-Erfahrungen aus Ljubljana (02.01.12)
 Topflappen statt Maßanzüge (26.12.11)
 Europa – ein neues Konstrukt (19.12.11)
 Das Prinzip Jugendkolumne (05.12.11)
 keineJugend.de (07.11.11)
 56 Tequilashots, einfach so. (26.09.11)
 Lyrische Krisensitzung (19.09.11)
 Sprachreisen und kulinarische Kuriositäten (12.09.11)
 Projektionsfläche Kind (05.09.11)
 Ein Verein (29.08.11)
 Mein unmoralisches Angebot (22.08.11)
 Eine Auszeichnung (15.08.11)
 Goethe is over (01.08.11)
 Zu Besuch (25.07.11)
 my flash (18.07.11)
 Friedhoftourismus (16.05.11)
 Alles Gute zum Sterbetag (18.04.11)
 Über Motivationsprobleme und Hochgefühle (11.04.11)
 Wa(h)re Liebe (04.04.11)
 Knut und das Ende eines deutschen Traums (28.03.11)
 Neuland. Oder Prosa dir leb ich, Prosa dir sterb ich. (21.03.11)
 zitronenbonbonzebrastreifen. (14.03.11)
 Mein Wald, mein See, mein Freund (07.03.11)
 ... und wenn Märchen nicht ausgestorben sind, dann leben sie heute noch. (28.02.11)
 Quo vadis, Abiturient? (21.02.11)
 Berufsqual (14.02.11)
 Literatur global (31.01.11)
 Es grüßt das -chen. (24.01.11)
 Plädoyer für den Materialismus (17.01.11)
 Frage des Tages (10.01.11)
 Wieso nicht? (13.12.10)
 Elite gestern und morgen (15.11.10)
 Über dir (08.11.10)
 "Papa, fährst du mit?" (25.10.10)
 Platz zum Denken (18.10.10)
 "Sie sind dran, Fräulein." (27.09.10)
 Das Recht auf Fragewürdigkeit (20.09.10)
 Wo ist das gute alte Zettelchen? (13.09.10)
 Echte Mitbestimmung (06.09.10)
 "Spielstopp! Will jemand mit Heile Welt spielen?" (30.08.10)
 Gebogene Welt (23.08.10)
 Wir sind alle so klein und lautlos, also drehe die Musik auf und wachse. (16.08.10)
 Verzeihung, ich habe ein wenig fantasiert (26.07.10)
 Ursachenforschung – ich nehme das mal einem Spiegel Journalisten ab (12.07.10)
 Wir sind Party! (28.06.10)
 Vertretung ist nur so ein Gefühl, erst recht an der Uni (31.05.10)
 Von einem Monat in Amerika, oder „Wem schießen wir denn heute ins Bein?“ (17.05.10)
 Der Antitag (10.05.10)
 Die wichtigsten Anzeichen dafür, dass Sie Chemie studieren (03.05.10)
 Rebellion zu zweit (26.04.10)
 Der gute Hirte auf Tauchstation (12.04.10)
 Und was ist mit meinem Dimmer? (29.03.10)
 Bilder (15.03.10)
 The youth is dead – long live the youth. (07.03.10)
 Wie frei ist vorbei? (22.02.10)
 Wessen kann ich mir gewiss sein? (15.02.10)
 Meine Oma (08.02.10)
 Die Scham des Deutschen (26.10.09)
 Regenwurmtage – was ich beim Warten über Kinder gelernt habe. (12.10.09)
 Die alte Frage und eine ganz persönliche Antwort (05.10.09)
 Mind the gap between the train and the plattform (21.09.09)
 Der Nutzen von Phobien, oder: Warum jeder Mensch Ängste hat. (14.09.09)
 Abteilung Wohnen/Ruhig bleiben (24.08.09)
 Angewendete Politik: Maßnahmen gegen die Bildungsmisere – 7 Gebote zur Bildungsapokalypse (10.08.09)
 Mit Recht gegen Rechts? (03.08.09)
 Vereinsheim Deutschland (27.07.09)
 Die Masse (20.07.09)
 Der kleine Bruder des Krieges (29.06.09)
 Selbshilfegruppen (15.06.09)
 (Sinn)voller Boykott (08.06.09)
 Pädagogisch wertvolle Skripte und Langeweile (04.05.09)
 Verschwörungstheorien, Weltherrschaftspläne und Monopole (27.04.09)
 Illusionen und ein wenig Bildung (13.04.09)
 WG-Geschichten, Teil 3 (06.04.09)
 Zwerchfellgymnastik (23.03.09)
 Stalken und stalken lassen (02.03.09)
 Lieber Märchenonkel (23.02.09)
 Keine Jugend? (09.02.09)
 Joseph Muriel (09.02.09)
 Happy Ends (26.01.09)
 Neue Anekdoten übers Erwachsenwerden (05.01.09)
 Die Qual der Wahl: Leistungs- und Grundkurse (Teamkolu) (15.12.08)
 Torschlusspanik zu Semesterbeginn (24.11.08)
 Bewusstsein und das Leben in dieser Welt (10.11.08)
 Pharmazeutische Verschwörungstheorien (03.11.08)
 Fragebögen (27.10.08)
 Optimismus... (06.10.08)
 Über das kennen Lernen (29.09.08)
 Gammeln (08.09.08)
 Der Große Bruder (01.09.08)
 Stehendes Heer im Bürokratenverkehr (25.08.08)
 Avoiding Bluntness (11.08.08)
 Über das Fegefeuer, mit dem wir die Suppe in der Gerüchteküche warm halten (07.07.08)
 Ciao (30.06.08)
 Nach vier Jahren (23.06.08)
 Pinocchio (16.06.08)
 Deutsch sein (09.06.08)
 Minden (02.06.08)
 Warum man rechtzeitig anfangen sollte zu lernen. (19.05.08)
 Währungen (28.04.08)
 Prominenz (21.04.08)
 Rumblechen in the Forum (14.04.08)
 lemminge (31.03.08)
 Die wahren Logenplätze (17.03.08)
 Die totale Überwachung (18.02.08)
 Man nehme sich Zeit und lasse sich treiben & Neue Zeiten (11.02.08)
 Anekdoten (28.01.08)
 Selbsthilfekolumne (21.01.08)
 Donnerstag, 6.12 (14.01.08)
 Frohes Fest (24.12.07)
 KV-Projekte (17.12.07)
 Starallüren (26.11.07)
 Von gestern (19.11.07)
 Weihnachtsplätzchen (12.11.07)
 Erste Liebe (05.11.07)
 Großreinemachen (29.10.07)
 Vorurteile (22.10.07)
 So genannte "Comedy" (08.10.07)
 Ein Idiot (01.10.07)
 Paul G (24.09.07)
 (k)ein Held (17.09.07)
 Man nehme sich Zeit und lasse sich treiben (10.09.07)
 Leo (03.09.07)
 Szenen oder Bin ich schon drin? (27.08.07)
 Mord, Tod, Fußball & Gewalt (20.08.07)
 Letzter Halt vor dem Paradies oder: Ein viel zu schneller Zug (13.08.07)
 Der Wahnsinn hat zwei Gesichter – und sie sehen exakt gleich aus! (06.08.07)
 Vom Suchen und Finden einer Kolumne! (30.07.07)
 Gewohnheit (16.07.07)
 Herz von Marburg, und:... (09.07.07)
 Den Opfern des Ilmenauer Fenstersturzes (25.06.07)
 Ein Hamster (11.06.07)
 Abistokratie – Der Adel geht, der Pöbel bleibt. Naja. (28.05.07)
 (K)ein Wuppertal (21.05.07)
 "Krüppel", "Schwule" und "echte Männer" (14.05.07)
 Details (30.04.07)
 Acker + Kyrill = Wald (23.04.07)
 Ein Gleichnis (09.04.07)
 Die Interpretation von Macht (02.04.07)
 Christiania (26.03.07)
 Jugend treffen (19.03.07)
 Trulla Trulla Trullala (12.03.07)
 Erster Versuch (26.02.07)

keineJugend.de

Jugend und mehr – oder weniger

Die Kolumne des Teams " Montagsteam"

Freitag, 15. Juli 2016, 16:54:
Pokémon Go... Away, Please!
von  Skala

Neulich bin ich über ein wildes Bisasam gestolpert. Einfach so, im Garten. Ich traute meinen Augen kaum. Wollte ich doch eigentlich nur ein bisschen durchs Zwiebelbeet harken, da schlägt plötzlich ein ungemein großes, grünes Zwiebelexemplar mit messerscharfen Ranken nach mir! Und das Schlimmste daran: Ich hatte mein Smartphone nicht dabei und mein Pokéballgürtel gähnte vor Leere. Was tat ich also? Natürlich ergriff ich die Flucht und ließ somit die einmalige Gelegenheit sausen, in meinem Gemüsebeet ein Bisasam zu fangen. Aber noch nicht genug: Noch am selben Tag passierte mir das gleiche beim Bummel durch die Stadt mit einem Schwarm pickender und bettelnder fetter Taubsis. Okay, die Biester sind eher eine Landplage. Aber trotzdem!
 
Das Allerschlimmste an der Sache übrigens: Ich besitze überhaupt kein internetfähiges Smartphone! Das heißt, wenn ich plötzlich im hohen Gras über ein Rattfratz, ein Knofensa oder doch ein Abra (die Mistviecher, die immer sofort verschwinden, wenn man sie nicht mindestens mit Meisterbällen bewirft!) stolpern sollte, könnte ich sie trotzdem nur manuell fangen – und wer schleppt schon ständig einen Beutel voller Pokébälle mit sich herum?
 
Anfang der Neunziger geboren bin ich natürlich der Inbegriff der „Generation Pokémon“ (die übrigens etwa gleichzeitig mit der „Generation Harry Potter“ wie ein Pilz (oder ein Duflor) aus dem Boden schoss und bei mir keinesfalls miteinander konkurriert, sondern in Symbiose und ewig-nostalgischer Kindheitserinnerung fortlebt, egal ob zwischen mittlerweile verblichenen Buchseiten immer dicker werdender Zaubereiwälzer oder auf dem winzigen, flackernden Bildschirms meines völlig aus der Mode gekommenen Gameboy Colors. Gonna catch’em all!). Ich verbrachte meine Grundschulzeit als Dorfkind zu gleichen Teilen beim Spielen auf der Straße und im Wald, an der Seite von Harry, Ron und Hermine durch Hogwarts streifend und knöpfchendrückend auf der Jagd nach kleinen Mini-Monstern. Bis heute bin ich nicht nur imstande, plötzlich auftauchende Todesser mit einem kleinen Schnippen meines Zauberstabes („Expelliarmus!“) zu entwaffnen, sondern gleichzeitig die ersten 151 Pokémon in korrekter Pokédex-Reihenfolge wiederzugeben. (Seien wir doch mal ehrlich: Es geht einfach nichts über die erste Generation!)
 
Mit dem Fortschritt der Technik verlor ich allerdings meine Pokégeisterung. Während sich Harry brav Jahr für Jahr im selben Look in die Buchhandlungen stahl, forderte jede neue Pokémongeneration nicht nur einen erheblicheren finanziellen Aufwand durch die Kosten des Spiels selbst, sondern auch immer wieder die Anschaffung einer neuen Konsole. Für mich als sparsam und nachhaltig erzogene Jugendliche nicht nur taschengeldbedingt sondern auch prinzipiell nicht tragbar. Die Pokémon waren für mich in ihrer Ursprungsversion stehen geblieben: Edition Rot, Blau und Gelb. Selbst die Anime-Serie habe ich nie weiter verfolgt als bis Staffel drei.
 
Neuerdings kann ich den Pokémon allerdings nicht mehr entkommen (also abgesehen von dem verbiesterten Bisasam in meinem Garten und den penetranten Taubsis im Eiscafé). Egal, welchen Browser man öffnet, welche Zeitung man aufschlägt, welches Nachrichtenmagazin man einschaltet oder wen man in welchem sozialen Netzwerk auch immer gerade stalkt: Überall stolpert man derzeit über die kleinen, allseits bekannten bunten, manchmal tier-, manchmal monster- und in den allerneuesten Versionen auch haushaltsgegenständeähnlichen Trickwesen. Ob mitten auf der Straße, auf Waldwegen, im Museum, auf Friedhöfen oder im KZ Auschwitz – überall können sich Smartphonebesitzer jetzt mithilfe der neuen Augmented-Reality-App „Pokémon Go“ auf die Jagd begeben – und tun dies offensichtlich auch. In den USA, in denen das Spiel schon länger auf dem Markt ist, gab es schon diverse Verkehrsunfälle, weil Spieler (oder vielmehr: Smartphone-Pokémon-Trainer) auf der Jagd auf Straßen liefen oder selbst hinter dem Steuer versuchten, plötzlich auf der Windschutzscheibe aufschlagende Habitaks (oder deren fedrige Überreste) zu schnappen („Gonna catch’em all! Egal in welchem Zustand!“).
 
Es scheint, der Traum einer ganzen Generation und deren Eltern sei plötzlich wahr geworden: die langsam in die Jahre kommenden Neunziger-Nerds erfreuen sich an der ersten Pokémonjagd in freier Wildbahn, während sich ihre noch weiter in die Jahre gekommenen Eltern darüber freuen, dass die bleichen Stubenhocker endlich einmal an die frische Luft kommen (und sei es nur, um endlich mal ihr Zimmer zu lüften, die leeren Pizzakartons wegzuwerfen und das Bett neu zu beziehen).
 
Wenn es denn so einfach wäre. Schließlich besteht unsere Generation nicht nur aus sozial inkompetenten Videokonsolenjunkies. Dem Pokéwahn verfallen waren damals ein Großteil der Jungen und eine nicht unerhebliche Zahl an Mädchen, und wenn heute irgendwo ein Pokémonevent stattfindet, schwankt der Altersdurchschnitt wohl in der Regel so zwischen Mitte Zwanzig und Mitte Dreißig. Aber sich selbst in Lebensgefahr begeben oder die Privatsphäre anderer und die Grenzen des guten Geschmacks übertreten, nur um sich ganz dem Spiel einer App hinzugeben? Liebe Altersgenossen, ersteres macht man nur in der Safarizone, und irgendwo muss doch wirklich einmal Schluss sein! Ich hätte ja nichts gegen Spieler fernab von Gefahrenquellen wie Verkehr und großen Menschenansammlungen – warum nicht räumlich eingeschränkt, wie beim Geocaching? Quasi Pokécaching. In der Natur, auf Waldwegen und in ausgezeichneten Gebieten. Im Spiel fängt man seine Pummeluffs schließlich auch nicht vor der McDonalds-Verkaufstheke, auf dem Grab der Urgroßtante oder im Krematorium eines Konzentrationslagers. Auch wenn sich dort bestimmt sowohl Feuer- als auch Geist-Pokémon ausgesprochen wohl fühlen dürften.
 
Ich persönlich hoffe, dass der „Pokémon Go“-Wahn so schnell abebbt, wie er aufkam. Ansonsten versuche ich, mit dem Hype so umzugehen, wie mit jedem wiederkehrenden Fußballgroßevent: Mit Kulleraugen dumm aus der Wäsche gucken, den Kopf schütteln, die Schultern zucken und jede Bemerkung anderer mit „Juckt mich nicht“ kommentieren. Dann koche ich mir einen völlig realen Trank, gönne mir ein, zwei Sonderbonbons und begebe mich auf meinen Balkon, in der Hoffnung, dass niemals ein „Pokémon Go“-Spieler herausfindet, dass dort zwei wahnsinnig süße, reale Glumandas leben…
Kommentare zu dieser Teamkolumne

Dieter_Rotmund
Kommentar von  Dieter_Rotmund, 18.07.2016diesen Kommentar melden
Hier entsteht wieder einmal - wie so oft - der Widerspruch, dass das Spiel zwar erfolgreich ist, aber keiner sich dazu bekennen will. Man wähnt sich in der großmütigen Ablehnung reif und erwachsen. Wahre Größe beweisen derzeit diejenigen, die sich zu der Pokemon-Jagd ehrlich bekennen, finde ich.
Graeculus
Kommentar von  Graeculus, 18.07.2016diesen Kommentar melden
Was soll ich in Dieters Sinne machen, wenn ich’s nunmal nicht tue?
Kommentar von  Skala, 19.07.2016diesen Kommentar melden
Ach Dieter… ich finde deine Unterstellungen immer wieder goldig. 
FIY (auch in der Gefahr, mich zu wiederholen): Ich habe Pokémon Blau und Gelb auf dem Gameboy Color gespielt. Silber mal ausprobiert. Ich habe kein (!!!) mobiles Internet. Selbst wenn ich wollte, könnte ich gar nicht losziehen und Pokémon fangen (also via Smartphone).
Zusätzliche Information für hartnäckige Nachhaker: Ich will auch gar nicht losziehen. Meiner Schwester ist vor ein paar Tagen so ein Nachwuchstrainer vor’s Auto gesprungen.
Und zu guter Letzt: Ich mag Pokémon. Und Harry Potter. Und Tabaluga. Und giftige, bunte Süßigkeiten aus den Neunzigern. Ich bin volljährig und erhebe mitnichten den Anspruch, erwachsen zu sein. Oder reif. (Das ist eh ein Wort, das ich nur in Verbindung mit Obst benutze. Oder mit dem Nachsatz „…für die Klapse.“ (Und ganz erwachsen jetzt: Ja, ich weiß, das sagt man nicht.))
Was ich nicht verstehe: Wieso kommt die grundsätzliche Ablehnung eines Hypes (oder eines Auswuchses desselben, in meiner Kolumne geht es schließlich um die Form des Spiels und nicht um Pokémon selbst) einem sich „reif und erwachsen“-Wähnen gleich? Muss allerdings zugeben, dass ich es okay fände, wenn es verhindert, dass mir übermorgen auf der A5 irgendein Ash-Ketchum-Cosplayer vor die Motorhaube läuft.
Und, bekennst du dich?
;-)
 
@Graeculus: Schnellstens den Pokéball-Bestand auffüllen und auf die Pirsch gehen. Dann blindlings vor irgendein Gefährt springen. Vorher aber noch Mut beweisen und Bescheid sagen. ;-)
 
@Scrag: Ooookay, also von denen sagt mir auch echt nur die Hälfte was. :D Was ist Mystery Dungeon? Und Pokémon Ranger? (Bitte sag mir, dass du bei Letzterem nicht im Jeep sitzt und irgendwelchen Pokémonherden hinterherfährst. Bitte! – Wobei: Ist ja alles noch rein virtuell, stimmt’s?) Und süß: Gameboy Pocket. Da war ich ein paar Jahre zu jung für, aber ist ja fast das gleiche in grau. ;-)
Vielen Dank, dass du genau die Stelle noch einmal hervorhebst… Wenn auch böse, ist sie mir doch die liebste. :D
Was die Geistpokémon auf Friedhöfen anbelangt, so finde ich da eher der mangelnde Respekt gegenüber Trauernden fraglich, als die gestörte „Totenruhe“ (du kennst ja meine Ansichten zu Tod, Toten, Begrabenen und Friedhöfen im Speziellen ;-)). Aber die Vorstellung, dass jemand in Ruhe ein paar Minuten seiner Lieben gedenken will, und plötzlich springt so eine Hammelhorde einem virtuellen Knogga hinterher… nee, muss nicht. :D
Vielen Dank fürs Verfechten der guten (?)… also, der Sache. Ob gut oder nicht ist ja meinungsgebunden. Aber ich bin immer froh über jeden, der auch die Ansicht vertritt, dass man einem neuen Hype nicht blindlings (im wahrsten Sinne des Wortes) folgen muss.
Allen umsichtigen Spielern ein fröhliches Zocken. Wo auch immer.


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