Kommentare und Diskussionen zu diesem Text

Kommentar von wupperzeit (04.03.2008)
 Ein Text, der sich gewissermaßen zwischen den Zeilen und Bildern: "In seiner Mähne kann man lesen, dass er diesen affektierten Globus monieren könnte bis zum ersten Wort." und larmoyanten Knopfaugen bewegt, und Deutschland ist eben das Land des Papstes und Hitlers. Damit noch keine Heimat. Und schlimmer noch: Der Protagonist weiß unbestimmt, dass er zu Hause ist oder war an dem beschriebenen Ort, aber auch der: Ist keine Heimat mehr. Kein Land, kein Ort, kein Zuhause, - keine Heimat. Die Heimat nie, wie Benn das nennt, oder, besser gesagt: Nicht mehr...Ganz herzlichen Dank für diesen sehr empfehlenswerten Beitrag zu unserem kleinen Projekt, Andreas
P.S.: Den Satz: "Im Frack sehe ich aus wie ein Pinguin der versucht zu fliegen auch wenn er insgeheim weis, dass er kein Huhn ist.", ist erläuterungsbedürftig, für eine Erklärung ganz herzlichen Dank im Voraus, Andreas
paradoxa meinte dazu am 05.03.2008:
danke für den schönen beitrag, da könnten sich einige texte bei kv mal ein bisschen abschauen ;) das mit dem papst gleich neben hitler ist mir am anfang gar nicht aufgefallen, aber so viele großen persönlichkeiten außer fussballern gibts hier ja auch nicht.
eine heimat verliert man nie, sie geht nicht und kommt auch nicht wieder. man findet sie immer wieder wenn man will, man erkennt sie auf den ersten blick, doch menschen verändern sich, ihnen gefällt nicht immer was sie sehen, der augenstern im regen, wird zum hagelkorn im sandsturm, die heimat bleibt die heimat, die menschen werden anders und ertragen das einst geliebte nicht mehr und haben sehnsucht, in seltenen fällen sehnsucht das alte geliebte wieder zu lieben, in anderen wieder etwas so bedeutendes zu finden, in ihrer anderen welt und das alte behält einen melancholisch zynischen beigeschmack, wie die nostalgie einer zitrone die über einem lachsfilett ausgequetscht wird.
der mann auf dem bild trägt einen frack, er hat flügel, und der blick seiner augen (die man nicht sieht) gleicht dem eines teddybären. ich hab mir keinen pinguin angeschaut, aber ich glaube sie haben teddybärähnliche augen, sie können nicht fliegen, nicht im geringsten ansatz und versuchen das auch nicht, es liegt nicht in ihrer natur als vogel. hühner können auch nicht fliegen, ihre flügel helfen ihnen das sie es doch ein kleines bisschen können, sie versuchen es auch, sie kommen aus einer anderen kultur, einer legebaterie oder gackern dem stolzierenden freilandhahn hinterher, sie haben feder und schauen mehr wie ein brathendel. sind sie nun mehr vogel oder nicht? ich weis es nicht, vielleicht wären sie als schwimmender pinguin glücklicher, vielleicht kommen sie auch gar nicht auf die gedanken. es geht um das (nicht-)akzeptieren von dingen die man weis, die vielleicht auch viele leute beschäftigen, einen aber vielleicht auch nur peripher tangieren. sie können nebensächlich sein, das leben bestimmen und die vertrautheit zu vielen dingen, der heimat? vielleicht fühlen sich pinguine auch robben und fischen verbundener als ihren flug-kastrierten verwandten?
baibai
biene
(Antwort korrigiert am 05.03.2008)
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