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Der Lauscher an der Wand....

Satire zum Thema Gegenwart
von  bernard.bonvivant.

Der Lauscher an der Wand...

In Lettern steht geschrieben, du sollst nicht lügen und betrügen; aber lauschen darfst du ungeniert.
So viel steht geschrieben und doch wird darüber nur gescherzt und gelacht. So was kann uns nicht passieren!
Die Sicherheit, die trügt.
An jedem Arbeitsplatz kann ohne große Mühe, des Mitarbeiters Datenspur verfolgt werden. Da wird gefilmt und mitgeschnitten, der Intrigant ist hoch angesehen.
Jeder Schritt wird längst überwacht. Nein? Nicht hier? Ach, dann ist Deutschland also eine freie Zone?
Nein, Deutschland liegt mitten in dem Meer. Die Fischer sind schon lange unterwegs, gut versteckt vom Turbokapitalismus.
Wer jetzt noch lacht, lacht Morgen vielleicht schon nicht mehr.
Das ganze hat System, geduldet vom Staat, irgendwie wird das Volk doch überwacht.
Diejenigen, die mit den Fingern weit von sich weisen: Keine Stasi hier, in diesem unserem Land.
Keine Panik, das Kind ist längst geboren unter anderem Namen, bislang gut an geheimem Ort versteckt.
Während die Menschen sorglos durch die Gegend wandeln, hängt der Lauscher längst an ihrer Hinterbacke.
Derzeit forschen sie schon an intelligenten Toilettenschüsseln. Die sollen es ermöglichen, aus dem Stuhlgang, Rückschlüsse über mögliche Krankheiten zu ziehen. Ein Chip überträgt die Informationen in die Welt.
Am Ende kommt Post vom Finanzamt: Ihre Steuer steigt, weil sie nicht mehr lange leben. Ein Witz?
Es kommt noch besser?
Die Post von der Krankenkasse und der Sozialversicherung wird natürlich nicht mit Beitragssenkung verbunden.
Während die Einen sich an den Kopf fahren. Fragen wer soll diese Zeche tragen?
Die Antwort ist doch einfach, der Turbokapitalismus hat auf alles eine Antwort: Die Arbeitnehmer!
Ja, Moment Mal, wir haben aber doch noch unseren Staat.
Der Einwand ist vollkommen richtig, wir haben noch unseren Staat. Und wer regiert?
In der Außendarstellung die Politiker, sozusagen die Parteien. Wer aber ist der Flüsterer?
Natürlich, der Lobbyist! Und wer hat den in die Welt hinausgeschickt? Natürlich der Turbokapitalist!
Am Ende läuft die mürbe, träge Masse, im Gleichschritt durch das Leben, ohne große Zukunft und ohne große Spargroschen in den Taschen.
So lässt sich wahrlich fein die Welt regieren,  dem grenzenlosen Wachstum des Turbokapitalismus sind keine Grenzen gesetzt.
Es sei denn, er fällt irgendwann über seine eigenen zu großen Füße.
Das wäre aber auch im Lauf der Zeit durchaus als normal zu betrachten. Am Ende steht, das Leben ist Wandel aber auch Hoffnung. Vielleicht wird es, wie im Märchen, eine wunderbare Rettung geben.


Vom Autor des Romans „ Das Chaos“
© Bernard Bonvivant, März 2008

URL dieses Textes:  www.keinVerlag.de/198338.text

Anmerkung von bernard.bonvivant: In welchen Zeiten werden wir noch landen? Das Chaos?
Bernard Bonvivant März 2008

  

Veröffentlicht am 29.03.2008. Dieser Text wurde bereits 1627 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 23.08.2016.
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