Ein unfertiges Drehbuch

Brief zum Thema Leben/Tod

von  Fuchsiberlin

In Tagträumen sehe ich dich immer wieder.
Wortlose Augenblicke spürten einst
ein Verständnis.

Du wolltest die Welt
vielleicht nie so verlassen,
wie du es vor langer Zeit tatest.

Ich konnte dich nicht festhalten,
so sehr ich mir auch wünschte,
dass der Abgrund nicht nach dir greift.

War es dein Wille, dem Leben den Rücken zu kehren,
musste dies sein, oder sollte dies so geschehen?
Oder mischte sich das Ungewollte in deinen letzten Atemzug?

Für immer fort,
für ein letztes Wort, einen letzten Brief fehlte die Zeit,
der Tod befand sich auf der Überholspur.

Was mir bleibt,
ist ein unfertiger Film,
in dessen Drehbuch viele Seiten leer bleiben.

Wann heilt die Zeit alle Wunden?

Solange ich in Erinnerungen nach dir greife,
meine Hände in eine dunkle Leere fassen,
bleibt eine Narbe nur ein unerfüllter Wunschtraum.

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Kommentare zu diesem Text

chichi† (80)
(07.11.11)
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 Fuchsiberlin meinte dazu am 07.11.11:
Liebe Gerda,

das hast Du wahrhaftig sehr treffend formuliert.

GlG
Jörg

 sensibelchen13 (07.11.11)
Mich hat die Erfahrung gelehrt, dass die Zeit die Wunde zwar verschließt, aber die Narbe wird immer schmerzen.

Lieben Gruß
Helga

 Fuchsiberlin antwortete darauf am 07.11.11:
Ja.

Und diese Narbe schmerzt mal weniger, mal mehr.

GlG
Jörg
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