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void human (int);

Text zum Thema Freiheit/ Unfreiheit
von  xijlwya.

void human (int impression)
{
if (impression > 0)
react(impression);
else despair();
}


Ich bin die Mensch-Funktion. Gib mir einen Eindruck und ich reagiere. Ich warte auf meinen Aufruf. Ich harre aus in den Eingeweiden der Gesellschaftmaschinerie. Ich möchte meine Aufgabe erfüllen. Die Definition dieser ist mir selbst überlassen. Es geht auch ohne mich weiter. Wenn ich nicht erkenne, warum ich funktionieren soll, werde ich abgestoßen. Doch ich suche noch etwas weiter. Ich frage noch eine Frage. Ich sehne noch ein wenig länger. Ich bleibe noch etwas hier, bevor ihr mich beendet.

URL dieses Textes:  www.keinVerlag.de/322063.text

Kommentare und Diskussionen zu diesem Text

Kommentar von KoKa (44) (15.03.2012)    diesen Kommentar melden
Ich find's genial. KoKa
 xijlwya meinte dazu am 19.03.2012: Das freut mich wirklich! Danke für das Lob.

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Kommentar von magenta (65) (15.03.2012)    diesen Kommentar melden
Ja, das hat was. :)
Wenn du die Füllwörter herausnehmen würdest, klänge es einen Tic maschinenmäßiger:
Ich bin die Mensch-Funktion.
Gib mir den Eindruck - ich reagiere. Ich warte auf meinen Aufruf. Ich harre in den Eingeweiden der Gesellschaft aus.
Ich möchte meine Aufgabe erfüllen. Deren Definition ist mir selbst überlassen. Es geht auch ohne mich weiter. Wenn ich nicht erkenne, warum ich funktionieren soll, werde ich abgestoßen. Doch ich suche weiter. Ich frage noch eine Frage.
Ich bleibe hier, bis ihr mich beendet.

Ist nur ein Vorschlägelchen ... ;)

 xijlwya meinte dazu am 19.03.2012: Danke für deinen Vorschlag. Ich finde, dass die Sätze in deiner Version arg abgehackt. Ich habe aber deine Idee, es maschinenmäßiger klingen zu lassen, aufgegriffen und den Text etwas verändert.
 thomas antwortete darauf am 14.07.2012: Moin!
Es gibt überhaupt gar keinen Grund, warum die "Mensch-Funktion" maschinenmäßig klingen sollte !!! Wenn wir eine Mensch -Funktion unser Eigen nennen können wird es doch wohl eher ein Gegengwicht zur Hochtechnisierten Welt sein, oder?!?

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Kommentar von Caty (71) (19.03.2012)    diesen Kommentar melden
Wenn ich den kleinen Text richtig verstehe, so beschreibst du das Funktionieren des Menschen im Kapitalismus. Der Mensch als Produktionsfaktor, gebunden an die Maschine, muss Profit erbringen. Und wenn er das nicht tut, wird er abgestoßen. Auf gut deutsch: Er kriegt seine Papiere. Hier hast du das Problem der gesellschaftlichen Produktionsweise im Widerspruch zur privaten Aneignung des Ergebnisses. Der Unternehmer als Herr deines Lebens.

Mit Texten, die sich um das klare Wort herumdrücken, habe ich immer meine Schwierigkeiten. Du beschreibst den Vorgang, ohne Ort, Zeit und Verursacher der Misere zu benennen. Ich halte den Text deshalb auch nicht für einen literarischen, sondern eher für einen philosophischen.
Aber du bleibst mit deiner Erkenntnis, die du in anklagendem Ton ausbringst, auf halbem Wege stehen.
Ich sage mir, wenn man einmal Zusammenhänge erkannt hat, dann muss die menschliche Vernunft das übrige tun, ansonsten ist die Erkenntnis nutzlos. Ich halte das für einen hochphilosophischen Text, der sich aber scheut, auf materialistische Weise das Problem anzupacken, die die einzige Vorgehensweise ist, Ursachen zu benennen und zur Veränderung des Zustandes beizutragen.

Gruß, Caty

 xijlwya meinte dazu am 19.03.2012: Danke für deinen ausführlichen Kommentar! Interessante Gedanken hast du da.
Sagen wir es mal so, wenn wir jetzt schon mal beim philosophieren sind: Du meinst, der Text bleibe auf halben Wege stehen. Da muss ich dir widersprechen. Meine Intention war nicht, ein Problem umfassend darzustellen oder einen Lösungsansatz zu geben, sondern vielmehr eine mögliche Denkweise eines Menschen wiedergeben, der unter vielen seinen Dienst verrichtet, ohne einen Sinn darin zu erkennen. Er/Sie ist eben nicht der Revoluzzer, er/sie ist eben nicht der aufbegehrende Philosoph. Vielmehr ist er/sie am Rand der Verzweiflung, eben in jenem Bereich wo man sinnentleert funktioniert.
Mir geht es dabei um das Gefühl, dass so entsteht, nicht um die Erörterung eines gesellschaftlichen Konstrukts, welches das ganze verursacht. Zugegeben: der nüchterne, erklärende Ton kann das suggerieren. Aber denk doch mal etwas anders darüber nach: Man kann nüchtern und abgeklärt seine emotinionale Situation erkennen, man kann manchmal ganz genau absehen: "Jetzt fahre ich mich richtig in die Scheiße." Und tut es letztendlich trotzdem. Vielleicht ist es dieses Gefühl, was der Text vermittelt, was in dir ein Unbeghagen weckt und dich schreiben lässt, er würde auf halben Wege stehenbleiben. Hier wird keine Entscheidung getroffen und danach gehandelt. Hier wird im Handlungsvakuum still Anklage erhoben gegen eine Sache die dem Protagonisten wohl zu mächtig erscheint, als dass er/sie sie verändern könnte.

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Kurfenstein Kommentar von  Kurfenstein (14.07.2012)    diesen Kommentar melden
Das ist eine geniale Idee, deren Umsetzung mich fasziniert. Beeindruckend auch, wie sich darin noch feine - wenn auch bedrückende - Details erkennen lassen: die Reduktion der sonst vielschichtigen und komplexen Eindrücke des Individuums auf eine Menge ganzzahliger Variablen z.B..
Davon hab ich mich gern nachdenklich stimmen lassen.
Gruß von Darius

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thomas Kommentar von  thomas (14.07.2012)    diesen Kommentar melden
Moin!

Super Idee!!!
"Ich bin die Mensch-Funktion" Was ist die Mensch-Funktion (und zwar in genau dieser Schreibweise!)? Mit ein bißchen Maschinentrallala drumrum.
M. E. hast Du die wesentlichen Fragen nicht herausgearbeitet. Herausgearbeitet trifft es deshalb besonders gut, weil dieser Text definitiv viel Denkarbeit bedeutet. Wenn er fertig ist, muß er genial sein...geht gar nicht anders! :-)
Banaler Verbesserungsvorschlag, um vllt zu merken, was ich meine:
"Gib mir einen Eindruck und ich reflektiere"

vg thomas

 xijlwya meinte dazu am 14.07.2012: Also... irgendwie versteh ich von deinem Kommentar nicht so viel?

Also erstmal stellst du mir eine Frage, die irgendwie keine ist, weil der Text sie doch beantwortet. Das "Mit ein bißchen Maschinentrallala drumrum." weiß ich nicht so recht zu deuten? Findest du das albern? Ist das für dich überflüssig?

Welche wesentlichen Fragen? Welche Fragen wirft es denn auf? Was muss ich hier herausarbeiten?

DU hinterlässt bei mir gerade nur ein großes Fragezeichen.

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Dies ist ein Sektion des mehrteiligen Textes  Menschfunktion, die.
Veröffentlicht am 15.03.2012, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 19.03.2012). Dieser Text wurde bereits 590 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 25.11.2014.
Lieblingstext von:
 Kurfenstein.

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