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Eine Kirche

Text zum Thema Abschied
von  Vessel.

Wir leben leise, seit mein Mann verstorben ist, wir stehen oft an seinem Grab und werfen Blumen hin. Wir sprechen wenig, seit mein Mann verstorben ist, wir haben nichts mehr zu sagen, und, wir haben zueinander gefunden, seit mein Mann verstorben ist, die Kinder gehen nicht mehr zur Schule und waschen sich nicht mehr, wir sehen oft fern, aber stellen den Ton aus, wir wollen in Stille leben, seit mein Mann verstorben ist. Heute hat der Große den Jüngsten geschlagen, ich habe nichts gesagt, und der Kleine hat auch nicht geweint, keinen Mucks hat er gemacht, denn wir wollen andächtig sein, seit mein Mann verstorben ist, und unser Haus ist eine Kirche.

URL dieses Textes:  www.keinVerlag.de/343369.text

Kommentare und Diskussionen zu diesem Text

princess Kommentar von  princess (21.04.2013)    diesen Kommentar melden
So leise wir können. In aller Stille. Totenstille. Da werde ich auch ganz still.

Liebe Grüße, princess

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ues Kommentar von  ues (23.04.2013)    diesen Kommentar melden
Kommentar von Savignon (26) (25.04.2013)    diesen Kommentar melden
Erschreckend realistisch.
 Graeculus meinte dazu am 30.07.2013: Auf das Prädikat "realistisch" wäre ich im Leben nicht gekommen.
Na, ich lebe auch nicht in einer Kirche.

 ...und Deine Meinung zu diesem Kommentar?
Kommentar von  Festil (13.04.2016)    diesen Kommentar melden
der schluß wieder so radikal, als gelungener kontrastrahmen zum ganzen.
gefällt mir sehr gut!

 Vessel meinte dazu am 14.04.2016: Radikal und nackt. So mag ich meine Enden :p danke dir, Festil! ;)

 ...und Deine Meinung zu diesem Kommentar?


  

Veröffentlicht am 21.04.2013. Dieser Text wurde bereits 1062 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 25.05.2016.
Lieblingstext von:
 Festil.

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· beunruhigend (1)
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