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Sonett zum Thema Gewalt
von  Möllerkies.

Dieser Text gehört zum Projekt  Sonette.

Terrorisieren lässt sich keiner gerne,
Erbärmlich ist’s, den Nächsten zu bedrohen.
Ruin droht, wenn die Sitten jäh verrohen,
Respekt und Menschlichkeit zu üben lerne.
 
Oft ist dies Postulat verletzt im Kerne:
Ringsum sieht man des Hasses Feuer lohen,
Verbrecher wüten, und die Guten flohen.
Es scheint dir, das geschieht in weiter Ferne?
 
Raketen feuerst du und wirfst Granaten
Daheim, im virtuellen Reich der Daten,
Auf Menschen schießt du, zögerst kaum beim Zielen.
 
Computer nutzt du, um Gewalt zu spielen.
Hör auf damit, am Bildschirm blinkt es: Error!
Tabu sei die Gewalt. Mach keinen Terror!

URL dieses Textes:  www.keinVerlag.de/364696.text

Anmerkung von Möllerkies: 31.05.2013

Kommentare und Diskussionen zu diesem Text

Kommentar von janna (66) (28.06.2014)    diesen Kommentar melden
Ein Akronett, das uns erzählt, dass die (virtuelle) Welt nicht nett ist. Der Reim Error/Terror ist eine Granate und gefällt mir besonders gut.
 
Liebe Grüße
 
janna
(Kommentar korrigiert am 28.06.2014)

 Möllerkies meinte dazu am 29.06.2014: Vielen Dank, janna. :-)

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TrekanBelluvitsh Kommentar von  TrekanBelluvitsh (28.06.2014)    diesen Kommentar melden
Da frage ich mich doch, welchen Egoshooter ein  Oskar Drlewanger,  Theodor Eicke,  Odilo Globocnik und andere SS-Schergen wohl gespielt haben...
 
'Tschuldigung, aber das ist viel zu einfach...
 Graeculus meinte dazu am 28.06.2014: Im Vergleich zu Dirlewanger, Papa Eicke und Globocnik sind Computerspiele wohl eine harmlosere Art, bestimmte Instinkte auszuleben.
Freud war ja der Ansicht, wir könnten diesen Trieb nicht unterdrücken, allenfalls sublimieren oder eben auf unbedenklichere Objekte umlenken.
Möllerkies schreibt ja durchweg mit einem Augenzwinkern; insofern weiß ich nicht, ob es einen Sinn hat, ihn ernsthaft nach einer Alternative zu fragen.
"Habe keine aggressiven Triebe!" kann ja kein ernstgemeinter Imperativ sein.
 Möllerkies antwortete darauf am 29.06.2014: Zu einfach? Mag sein. Ich wollte allerdings auch kein Thesenpapier zur Medienwirkungsforschung schreiben, sondern ein Gedicht.
 
Alternativen? Z. B. Gedichte schreiben – oder von mir aus auch Gedichte kritisieren. :-)
 Graeculus schrieb daraufhin am 29.06.2014: Der sadistische Lustgewinn beim Kritisieren von Gedichten ist doch eher gering. Vom Schreiben zu schweigen.
Beides ist auch schlecht popularisierbar.
Natürlich wolltest Du keine Medientheorie, sondern ein Gedicht schreiben. Doch was einem Leser dabei einfällt, ist unberechenbar.
 TrekanBelluvitsh äußerte darauf am 29.06.2014: Ich finde euren fröhlichen Relativismus den eigenen Aussagen gegenüber doch ein verwirren und auch ein wenig herablassend.
 
Und Medientheorie hin, Gedicht her, wenn der Inhalt eines Textes sich dem Unfug annähert, muss man das auch sagen dürfen.
 
Alternative Gedichte schreiben? Nun, ein kleines Gedankenexpeiment: Ich schreibe ein Gedicht über Schlagermusik in dem ich feststelle, dass die in Schlagern entweder eine idealisierte Welt oder der durch und durch egozentrische Blick auf diese postuliert wird. Und darum sind Schlager schuld an so manchem Amoklauf von Familienvätern, die ihr Familien auslöschen. Ich bin mir sicher, dass die Kritik der Schlagerfans an der Form entzünden würde - auch wenn ich in die Anmerkungen setzen würde, dass das Gedicht im Wittner Rumpelhexameter geschrieben ist - weil der Inhalt ja keiner Diskussion würdig ist.
 
Oder um es anders zu formulieren. "Bowling for Columbine"!
 Möllerkies ergänzte dazu am 01.07.2014: Ich habe die Zeile „Ob dies Gebot noch gilt in der Moderne?“, die unnötig von der Aussage des Gedichts abgelenkt hat, durch die Zeile „Oft ist dies Postulat verletzt im Kerne:“ ersetzt.
 
Das Gedicht erhebt die Forderung, auf Gewalt nicht nur im realen Leben zu verzichten, sondern sie auch nicht zu spielen. Mit dieser Forderung mag man übereinstimmen oder nicht; dass sie sich dem Unfug annähere, halte ich für Unfug.
 
Die Behauptung, die du aus dem Gedicht herauszulesen scheinst, dass nämlich gespielte Gewalt reale Gewalt bedinge, kann ich dort nicht erkennen.
 
Danke, Trekan und Graeculus, für eure Kommentare. :-)

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Kommentar von Setos (32) (28.06.2014)    diesen Kommentar melden
Ja, das waren noch schöne Zeiten damals, als die Menschen lieb und respektvoll miteinander umgingen und, anstatt am Computer perverse Gelüste zu befriedigen, geistreiche Gespräche führten und sich unschuldigem Vergnügen hingaben, umtanzt vom sittlichen Schein der Scheiterhaufen.
 
Inhaltlich ist dein Sonett geschichtsblinder Müll, sprachlich macht es einen stümperhaften Eindruck - das Gestelzte liegt dir ganz offensichtlich nicht -, formal ist es in Ordnung.

 Möllerkies meinte dazu am 29.06.2014: Also nun, ganz ehrlich: bin einfach ratlos ...
 Graeculus antwortete darauf am 29.06.2014: Ich glaube (!), es ist einfach so, daß der leichte Hauch von Ironie, der Deine Gedichte - neben anderen Eigenschaften - in aller Regel so schätzenswert macht, hier nicht rüberkommt - er kommt so wenig rüber, daß ich sogar zweifle, ob er vorhanden ist.
Und als ernster Gedanke ist der Inhalt des Gedichts, herb gesprochen, wirklich geschichtsblind.

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Dies ist ein Gedicht des mehrteiligen Textes  Spitzen-Verse*.
Veröffentlicht am 28.06.2014, 9 mal überarbeitet (letzte Änderung am 16.05.2016). Dieser Text wurde bereits 478 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 25.06.2017.
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