Niemand erzählte mir von meinem Tod

Gedicht zum Thema Tod

von  Papalagi

Niemand erzählte mir
Von meinem Tod
Vom Fluss getrieben
Wurde ich gesehen
Und ich, ich dachte
Ich würd bloß hier stehen
Ich dachte alles
Sei endlich im Lot

Niemand erzählte mir davon ich sei nun tot
Und ich, ich kraulte die Wolkenfasern…, herrlich
Leben und Tod so lächerlich gefährlich
Vorbei sei alles, sagten sie hinfort

Ich schrie und sprang dem Himmelszelt entgegen
Mit Händen rudernd tat ich so als ob
Ich spielte alle Rollen von dem Wald und bis zum Regen
Ich wuchs hindurch ich schwebte, flog und schob

Niemand erzählte mir davon ich sei nun tot
Im schwarzen Krieg zersprang ich auf der Mine
Ich fiel dann runter und es schwanden mir die Sinne
Und alles um mich rum verschob sich gleich ins Rot

Niemand erzählte mir davon ich sei nun tot
Ohne Verstand hab ich mich selbst vergessen
Ich biss mich durch und kämpfte wie besessen
Man nannte mich Granate, Kugel, Schrot

Niemand erzählte mir davon ich sei nun tot
Ich explodierte doch ich wurde nicht gesehen
Ich hielt dann still und ging hinfort
Verließ die Szene ohne zu verstehen

Ich hielt mich für die Flagge
Und ich fing dann an zu wehen
Und doch ich hörte nicht das allerletzte Wort
Niemand erzählte mir davon ich sei nun tot

Niemand erzählte mir
Von meinem Tod
Vom Fluss getrieben
Wurde ich gesehen
Und ich, ich dachte
Ich würd bloß hier stehen
Ich dachte alles
Sei endlich im Lot

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