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dunkelkind
Veröffentlicht am 20.03.2006. Dieser Text wurde bereits 731 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 03.09.2010.
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Das konnte sie wirklich:

Text zum Thema Erschöpfung/ Müdigkeit
von hier klicken dunkelkind.

Sagen Sie, kennen Sie das Gefuehl lediglich zu existieren, aber nicht zu leben?
Vor sechs Jahren, kannte ich einmal ein Maedchen, das mir von diesem Zustand berichtete. Vielleicht waren es auch sieben. Sehr wahrscheinlich sogar.

Sie war morgens blind fuer die Sonne und taub fuer das Gezwitscher in den Baeumen. Sie verpasste die ersten Sonnenstrahlen auf Ihrer Winterhaut und konnte nicht einmal den guten australischen Rotwein, den ich ihr mitbrachte - monatelang gelagert, aus reifen Trauben - schmecken oder gar schaetzen. Nein, das konnte Sie wirklich nicht. Es schien mir, als haette sie es verlernt, das ganze Fuehlen und Sehen und Schmecken. Verlernt, weil sie es mal gekonnt haben musste.
Denn sie wusste darum und sie bedauerte.

Sie bedauerte sich und die Welt und ihr Nicht. Vielleicht trauerte sie auch ein wenig; sehr wahrscheinlich sogar. Sie trauerte naemlich sehr oft und dann sehr ausgiebig. Oh ja, dafuer nahm sie sich Zeit. Im Trauern war sie die Beste - das duerfen Sie mir glauben.

Ich glaube nicht, dass sie diese Lethargie mochte, denn sie mochte den Winter nicht und all den Schnee und die Weihnachtslieder. Ich konnte spueren, dass sie wieder aufwachen wollte und lachen und den Tag bejahen und leben. Einfach so leben. Ich habe mir das nicht eingebildet.
Und sie schaemte sich, ja auch damit konnte sie umgehen. Mit Scham. Sie war selten gluecklich oder zufrieden, nur kurz nach aussen, weil man das nunmal ist. In der Oeffentlichkeit und vor Den Anderen.

Sie machte mich fuehlend, wenn ich sie so sah, wenn sie es auch nicht war. Und vielleicht war es gerade das - ich wollte fuer sie mitfuehlen, sie erfuehlen, sie fuehlen lassen, wie es sich anfuehlt. Ich wusste, dass sie sich freuen wollte, ueber das was sie hatte. Sich freuen, ueber das was sie vor  sich hatte. Sie hatte nichts vor, aber sie hatte etwas vor sich. Und ich glaube schon, dass sie wollte. Sehr wahrscheinlich sogar.

Aber sie war einfach zu gut.

URL dieses Textes: hier klicken www.keinVerlag.de/97618.text

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Kommentare und Diskussionen zu diesem Text

conejo Kommentar von hier klicken conejo (20.03.2006)    diesen Kommentar melden
warum war sie zu gut?

"Sie machte mich fuehlend, wenn ich sie so sah, wenn sie es auch nicht war. Und vielleicht war es gerade das - ich wollte fuer sie mitfuehlen, sie erfuehlen, sie fuehlen lassen, wie es sich anfuehlt."

- das ist ein sehr schoener gedanke.

insgesamt kommt der text mit wenigen bildern (unschwanger) aus und laesst durch seine einfachheit irgendwas im raum. weiss noch nicht genau, was es ist.

liebe, c.

hier klicken dunkelkind meinte dazu am 20.03.2006: es gab nur eine sache, die sie konnte. aber darin war sie die beste.
wenn du herausgefunden hast, was er[iCh vErZeRre.] im raum gelassen hat, dann melde dich doch bitte. dann kann ich es entfernen.

danke, d.
hier klicken conejo antwortete darauf am 20.03.2006: ja, richtig. diese sache. ich sollte schlafen gehen!
wenn ich es weiss, sage ich es dir, aber du solltest es wegradieren, nicht wegkratzen.

alles liebste, c.

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Kommentar von TanzderSinne (30) (20.03.2006)    diesen Kommentar melden
nachdenklicher text, mit schmerzenden bildern. ich frag mich auch zu gut für was? für diese welt, für jemanden der ihr vielleicht schreckliches zugefügt hat und sie in diesen zustand versetzt hat? hm. denkend grüßt, ive
hier klicken dunkelkind meinte dazu am 20.03.2006: liebe ive, du darfst natuerlich dahin konstruieren, was fuer dich am besten passt. und es passt ja vielleicht sogar vieles. sehr wahrscheinlich sogar. ansonsten nimm meine antwort von oben und gehe den text noch einmal durch. - gefunden? ;) liebe gruesse und danke fuers lesen, d.

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