verschwinde

Geschichte

von  redangel

sie hat es mir am telefon erzählt. ich hätte nicht gedacht, dass du das am frühen abend schon machst. wenn es noch nicht einmal völlig dunkel ist. erzähl mir nicht, sie hätte die vorhänge offengelassen. erzähl mir nicht, sie wäre absichtlich nahe am fenster gestanden. vor allem erzähl mir nicht,
du stehst nicht auf große busen. das wäre einmal mehr gelogen. du stehst doch auf alles was sich dir bietet.
neugierig wie du bist. überall mußt du hinsehen, hineinsehen. keine ist sicher vor dir. eiskalt, ich sage du bist eiskalt. ein spanner bist du, nichts anderes. sie hat mir gleich gesagt, sie vermutet dieses gefühl käme von dir. sie wäre aufgeregt, so ähnlich wie frisch verliebt und er hätte noch keine ahnung davon.
du und keine ahnung. wie naiv sie doch ist. bei den vielen anderen, bei denen du das gleiche schon verursacht hast hätten dir die selbe geschichte erzählen können. von herzklopfen. unruhe, nicht mehr schlafen können in der nacht. solche, die dich immer anschauen müssen, sobald du nur auftauchst.
die dir sogar nachlaufen. sie hat gesagt, sie wäre richtig süchtig nach dir. es hat sie also auch voll erwischt. du, ich hab ihr alles von dir erzählt. auch dass du abhängig bist von ihr. ohne sie nicht das wärst, was du bist. auch die geschichte, dass du gerne verschwindest. dich wochenlang nicht mehr sehen lässt. nicht reden kannst oder willst.einfach gehst heimlich still und leise. du gehst und nach dir sehr viel stille, die du hinterläßt. du stellst dich gerne ins schönste licht, silbern, geheimnisvoll, rötlich glänzend.
schlaflose nächte wieviele solche hast du schon bei ihnen verursacht? tu jetzt nicht so, als wüßtest du das nicht. tu nicht so unschuldig. ein effekthascher bist du, voll darauf aus glänzend dazustehen. wahrscheinlich wollte ich ihn dir zerstören, diesen deinen strahlenden effekt. deswegen habe ich ihr davon erzählt. vom letzten abend, als ich nach ihrer party alleine heimging, nachts um halb drei. verfolgt hast du mich. auf schritt und tritt verfolgt. nicht mehr aus den augen gelassen hast du mich. ich wollte das nicht, dieses auffällige hinterherlaufen. verschwinde, hab ich dir zugerufen, während ich mich zu dir umdrehte. lass mich in ruhe, du alter spanner. du mußt nicht alles mitkriegen. nicht sehen, wie traurig
ich bin. den tränen nahe, aber es geht dich garnichts an. du es geht nicht immer nur um dich. hau endlich ab. du verstärkst das alles noch. wenn eine kummer hat, bist du nie ganz unschuldig.
du hast nicht auf mich gehört mich weiter angestrahlt. der mann in dir, dumm gestrahlt. dich kaum versteckt gehalten hinter den häusern. jedesmal kamst du wieder schnell hervor.
zeigtest dich mir. du, ich war vielleicht sauer auf dich. hüllenlos zeigtest du dich. ich bin immer noch sauer, auch heute noch. du strahlst sie doch alle an. nicht nur mich. du machst sie alle verrückt. wer weiß wieviele es schon waren. eine ist dir nie genug. alle mußt du betören. soll ich dir mal was sagen: du hast schon wieder zugenommen.
seit dem letzten mal als wir uns gesehen haben. ach, es macht dir nichts aus. du meinst, du nimmst sehr schnell wieder ab. lass doch das blöde grinsen. es ist sehr anmaßend, ich mag es nicht. deine rückseite zeig mir doch mal deine rückseite, wenn du kannst. siehst du, das kannst du nicht. du läßt mich kalt, mir ist längst klar, wer du bist, was für einer. sie können meinetwegen alle bei dir landen. eine weiche landung, eine harte landung. meinetwegen können sie abgehen wie die raketen auf dich. was kümmert es mich, wenn dich ein hund anbellt. ich werde mich nicht mehr sinnlos ereifern. der unerreichbare bist du doch schon längst nicht mehr. nur in der einbildung, deine schlösser gibt es nicht. du besitzt auch keinen hof. unmögliches erreichen, du ich will nicht mehr zu dir. es würde ja doch nichts bringen. ich könnte nicht bei dir leben. die luft wäre mir zu dünn. weltfremd, ich war weltfremd und rückständig.
damit du`s nur weißt, deine uhren gehen anders. ungenau, falsch, ich würde den blöden kerl am liebsten zu dir hochschiessen. komm mir jetzt nicht mit der ausrede, du tust das alles nur wegen deinem letzten viertel.
komm mir jetzt nicht damit, das kommt alles nur davon, weil du wieder mal voll warst.
es wird höchste zeit, daß du verschwindest, mond.

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Kommentare zu diesem Text

abaer (73)
(16.04.06)
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 redangel meinte dazu am 18.04.06:
ich danke dir für deine o-wünsche. ostern ist vorbei und das wetter wird besser. gut für mich. nun kann ich mal richtig ins gelände gehen. morgen schon. heute ist noch alles zu aufgeweicht.
was den text betrifft, freut mich dass du bis zum schluss gelesen hast.
nein, mitleid möchte ich nicht. es ist schon ok.
über die absätze mach ich mir mal gedanken.
meistens schieb ich die optik allerdings vor mich her.
ich lese das wohl mit anderen augen als andere.
deswegen weil ich es schon kenne, fällt mir die optik nicht auf.
aber oft ist optik und verpackung sehr wichtig. auch für texte.
eine stimme, die sie liest. eine verkleidung, in die sie verpackt sind.
eine meinung, die sich andere über den schreiber oder die schreiberin
gebildet haben. alles zusammen macht es aus.
aber ehrlichgesagt: mir kommt es eigentlich nur auf den inhalt an.
dass ich ich so rübergebracht habe, wie ich es wollte. auf meine art.
na gut, optik. ich werd mich drum bemühen.
ich lass mir schon was sagen.
danke für deinen kommentar und liebe grüsse. angie

 souldeep (18.04.06)
wieder einmal so stark - ein typischer text von dir, liebe angie. die länge erstaunt mich, wie du es schaffst, die spannung aufrecht zu halten und das ende herbeizusehnen...

einen bunten gruss hin zu dir
kirsten
shorty (32)
(19.05.06)
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stephchaos (27)
(18.02.07)
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 redangel antwortete darauf am 18.02.07:
nein es gibt keine bücher von mir.
du kannst alles umsonst lesen. so kann ich sein, wenn ich traurigwütend bin. dann such ich mir einen, der sich nicht wehren kann und mach ihn stattdessen nieder.meistens ist das ein gegenstand oder etwas unerreichbares. weil echte menschen halten mich dann nicht so richtig wirklich aus. schlampig bin ich auch noch. mir fehlt der ordnungssinn.
da müßte ich ja zu sortieren anfangen die ganzen texte sortieren. ich schreibe erst seit vier jahren. und das was hier bei kv erschienen ist, ist längst nicht alles. aber man soll nicht nie sagen.
also vielleicht bündel ich mal. ein paar lose blätter oder schick sie mal ein.
aber noch lebe ich von meinem logischen beruf.
und das schreiben ist. ein ventil. stephan, also einen hätte ich dann schon der meine bücher kauft. das gefällt mir.
nicht schlecht.
liebe grüsse zurück.
angie
stephchaos (27) schrieb daraufhin am 18.02.07:
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