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zeitungsente und das Glücksbächlein.

Kurzgeschichte zum Thema Gerechtigkeit/ Ungerechtigkeit


von franky

*

Die Zeitungsente,

Ein wunderschöner Sternenhimmel streckte sich vom einem Ende der Erde
zum Anderen. Dort wo der Nachthimmel die Bergspitze berührt
fiel ein Sternchen vom wolkenlosen dunkelblau der Nacht auf die Erde,
auf diesen hohen Berg und versteckte sich zwischen den Steinen.
Bald darauf entsprang eine Quelle aus dem Boden und ergoss sich den Hang
hinunter. Es murmelte unverständliche Worte in seinen noch jungen Bart.
Es hatte anfangs Mühe seine unzähligen quirligen Tropfen in ein geordnetes
Bett zu sammeln. Es bedurfte harter Arbeit einen günstigen Weg ins Tal zu
finden. Am Tag schien es blau, wie der Himmel und grün wie das frische Gras.
In der Nacht aber war es geheimnisvoll dunkel wie der Märchenwald.
Der Glücksstern hatte viele glückliche Botschaften für die Menschen ins Wasser
getaucht. Jeder der am Ufer stand oder vorbei ging konnte ein Stück davon
mit sich nehmen. Es dauerte nicht lange, so gab es viele Fische und viele kleine Tiere darin.

Auch eine Ente schwamm in diesem friedlichen Bächlein.
Sie hatte keine weißen oder grauen Federn, ihr Federkleid protzte in Schwarz.
Sie schnatterte den ganzen lieben Tag vor sich hin, sie stritt ständig mit
dem Bächlein. Für sie hatte der Bach immer Unrecht. Ich wollte die Ente mit
saftigen Salatblättern und Brot füttern. Sie ignorierte mein Bemühen
und ließ alles davon schwimmen.
Eines Tages saß ich wieder am Bächlein,  las in der Tageszeitung.
Ein Windstoß fegte ein Blatt weg, es flog ins Wasser. Die Ente stürzte
sich wie besessen auf das bedruckte Papier und verschlang es gierig. Rülpste
einige male heftig, dann legte sie sich schlafen.

Das wiederholte sich jeden Tag. Indessen fand ich heraus, am liebsten fraß
Sie Klatschspalten und verlogene Artikel die so manchen Menschen
die Ehre abschnitten. So vergingen ein paar Wochen, die schwarze Ente wurde
immer größer und fetter. Das fröhliche Plätschern des Bächleins machte mich
glücklich. Dieses Glück gab ich meinen Mitmenschen weiter.

Eines Tages saß ich wieder am Ufer. Beim Auflösen eines Kreuzworträtsels
wollte mir nicht das rechte Wort einfallen. Plötzlich watschelte die fette
schwarze Ente auf mich zu. Nahm den Schreiber in ihren grässlichen Schnabel
schrieb das fehlende Wort in die freien Felder, legte den Kuli wieder zurück
und blickte mich mit zusammengekniffenen Augen spöttisch an. Mir blieb der Mund offen vor Staunen. Sie streckte den krummen Hals und schnatterte mich an:
'Was hast du schon gelernt? Die Wahrheit hat viel zu viele Buchstaben, die passt
nicht in diese Zeitung. Lügen musst du, die sind kurz und bequem,
die liegen überall auf der Straße griffbereit, passen immer.

Ich bin die Zeitungsente ich lebe von Lügen, mein Futter ist reichlich,
ich brauche nie zu hungern." Gierig blätterte sie die Zeitung und rupfte das
Blatt heraus und verzehrte es genüsslich. Einen Artikel über die große
Weltpolitik. "Siehst du, so werde ich Minister und Präsident eines reichen
Staates. Alle Gesetze sind nichts wert!
Recht ist nur das, was man beweisen kann .
Das gilt auch für Bücher mit unbeschriebenen Blättern.
Du Dummian! Merk dir das!
Diesen Bach werde ich auch noch vergiften! 
So dass er kein Glück mehr über die Menschen bringen kann."

Die Ente drehte sich um und spuckte ein paar mal kräftig in den friedlichen Bach,
so dass er jämmerlich auf schäumte und ganz trüb wurde.

"So viele Glückssterne können nicht vom Himmel fallen
dass die Welt wieder in Ordnung kommt."
Sie lachte krächzend und verschwand wieder im Bächlein.
Dieses bäumte sich in großen Wellen auf, um das grausliche Vieh los zu werden.
Den Rest der Zeitung unter den Arm ging ich nachdenklichen Schrittes nach Hause.
Ich fasste einen Plan;
Ab Heute kaufe ich keine Zeitung mehr!
Zeitungsenten werden aus gehungert;

Ich besorgte einen Zeichenblock und Farbstifte.
Das hatte zur Folge dass die Ente vom weitem mir schreckliche Flüche zu rief.
Sie wurde um ihr Zeitungsentenfutter gebracht;
Ab diesem Zeitpunkt wurde sie täglich dünner.
Dann und wann verzehrte sie ein leeres Blatt aus meinem Zeichenblock,
aber nur unter grimmigem Geschnatter.

Ich malte nur Sonne, Himmel, Wiesen und Wälder.
Auch den Bach, aber ohne diese schwarze Ente.
Solche Blätter wurden von der Ente nicht als vollwertiges Futter angesehen.

Eines Tages stand ich wieder am Glücksbach und besah mein Bild
im spiegelklaren Wasser. Da schwamm wortlos die Ente durch mein
Betrachtungsfeld. Sie hatte Tränen in  den Knopfaugen.
Mit hängendem Schnabel und zerschlissenem Gefieder.
Sie schwamm weiter und weiter, ohne sich umzusehen.
Sie hatte den Kampf mit mir auf gegeben.
Ich war voll auf zufrieden!

Ich habe ein Land für eine Zeit vor verlogenen Auswüchsen bewahrt;
Aber wie lange? Frag ich mich?
Dann wird an einer anderen Stelle dieser Welt  wieder ein neues Stinktier
auf den Machtstuhl gehoben und die fett gedruckten Zeilen dienen wieder als
Zeitungsentenfutter.

© F. Puschnik 

*

Anmerkung von franky:

Nicht jede Zeitungsente schnattert laut,
manche murmeln Lügen nur leise
hinter dem Rücken von Wahrheiten.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Grufti.Ente (28) (27.04.2007)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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franky meinte dazu am 27.04.2007:
Hey lieber Jan,

danke für deinen lustigen kommentar.
nein ich werde dir nichts in die schuhe schieben!
mußte selber noch mals über meinen beitrag lachen. der steht schon so lange im k.v. und niemand fand ihn gut, du bist der erste, darum bekommst du von mir ein besonderes LOB!
wünsche dir einen schönen abend
Franky
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franky
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Veröffentlicht am 12.05.2006, 6 mal überarbeitet (letzte Änderung am 06.10.2009). Textlänge: 777 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.938 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 08.05.2020.
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