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Dr. SchmidtInhaltsverzeichnisBesuch im Gefängnis

Die Falle

Erzählung zum Thema Umbruch


von Mondsichel

Inzwischen war der Ruf der Piratenbande um Jo in sämtliche Justizsäle vorgedrungen und es war Samuel, der wilden Krieg gegen seinen Bruder führen wollte. Er zeigte die Räuberbande bei Gericht an.
Der alte Brockheim wurde ebenfalls verhört und auf Drängen der Gerichtsbarkeit und von Samuel, sagte er schließlich auch gegen seinen eigenen Sohn aus. So wurde ein hohes Kopfgeld auf die "Brauträuber", wie sie nun genannt wurden, ausgesetzt.
Samuel war besessen davon mich wieder zurückzuholen und vergaß dabei vollkommen, dass er seinen Bruder mit dieser Anzeige an den Galgen aushändigte. Aber das Schicksal schwang seine Sense, auch für Samuel...
Der Tag, den das Schicksal für mich und Jo auserkoren hatte, kam schnell und unerwartet. An diesem Tag hatte ich mich entschlossen mit in den Kampf zu ziehen, auch wenn Jo das nicht gerne sah. Mein Bitten und Flehen überredete ihn dann doch, auch wenn er mir sagte, das ich mich im Verborgenen halten sollte. Ein großes Handelsschiff war gesichtet worden, das würde große Beute und reichlich Nahrung für die Männer bedeuten.
Die Männer enterten das Schiff, ihre Säbel blitzten in der Sonne und ich beobachtete aus einem verborgenem Winkel den Kampf um die Oberhand. Es war ein wildes Gemetzel, dem wieder einige Männer des anderen Schiffes zum Opfer fielen und es schien, als hätten die Piraten den großen Fisch an Land gezogen. Doch auf einmal fielen Schüsse.

Aus dem Inneren des Schiffes stürmten Soldaten und schossen wie wild auf die Männer. Ich war schockiert als die blitzende Munition durch die Luft flog und Einen nach dem Anderen niederstreckte. Sie fielen aufs Deck oder ins Meer, wo sie ertranken. Das war der Moment in dem mein Verstand aussetzte und mein Herz die Kontrolle übernahm. Ich kam aus meinem Versteck und rannte auf das Deck.
Einer der Soldaten hatte Jo gerade in der Mangel und ich sah ihn in Gedanken schon blutend zu Boden sinken. In meiner blinden Wut schnappte ich mir das Gewehr eines toten Soldaten und schoss dem Mann, der meinen Geliebten festhielt, in den Kopf.
Völlig überrascht schaute Jo zu mir herüber, in diesem Moment war er vollkommen schutzlos. So traf ihn eine Kugel in die Schulter und er sank schwer verletzt zu Boden. Ich schrie auf und meine Augen füllten sich mit Tränen.
"Catherine, ich liebe Dich!" flüsterte er mir zu. Ich ließ das Gewehr fallen und starrte nur angsterfüllt auf Jo, der ziemlich stark blutete. Ich kniete zu ihm nieder und mein Stimme zitterte ihm entgegen: „Ich liebe Dich auch Jo. Bitte verlass mich nicht, ich kann ohne Dich nicht mehr leben.“ Heiße Tränen fielen auf sein bleiches Gesicht, das mich gequält vor Schmerzen anlächelte. Im nächsten Moment waren wir von Soldaten umzingelt. Das Spiel war vorbei. Wir wurden verhaftet und mit dem Schiff nach England gebracht...

Es war eine lange und raue Seefahrt und wir bekamen kaum etwas zu essen und zu trinken. Kein Licht, nur das müde Flimmern von ein paar wenigen Lampen erhellte den Raum. Nach und nach starben einige der Männer an ihren Verletzungen. Es roch nach Tod und Verwesung in diesem verfluchten Lagerraum.
Jo hatte starkes Fieber, seine Wunde eiterte stark und bescherte ihm einen Alptraum nach dem nächsten. Aber ich war bei ihm, das war das Wichtigste. Niemand kümmerte sich um die Verletzten, denn Piraten waren es wohl nicht wert gerettet zu werden.
Ich hörte einen der Soldaten sogar sagen: „Sie werden eh alle aufgehängt, da macht es nichts wenn einige schon hier sterben. Dann haben sie es wenigstens schon hinter sich.“
Ich wünschte mir so sehr das Dr. Schmidt hier wäre, aber er war bei der Kaperfahrt nicht dabei gewesen und daher nicht festgenommen worden. Wie immer war er mit 30 anderen Männern zurückgeblieben. Ich konnte nur noch hoffen, dass er und der Rest der Mannschaft im Versteck sicher waren. Ich sah ihn jedenfalls bis heute niemals wieder. So blieb mir nur die Hoffnung, dass das grausame Schicksal ihn verschont hatte.
Die Fahrt wollte nicht enden, und so erinnerte ich mich an die schönen Zeiten im Versteck, an die fröhlichen Männer und an die Stunden mit Jo. Ich schmiegte mich fest an ihn und hoffte das er mich nicht verlassen würde. Aber das Fieber schien ihn nicht loszulassen, er bekam Schüttelfrost. Ich weinte um ihn.
Er blickte mich traurig an und sagte mit brechender Stimme: "Bitte weine nicht Catherine, noch hat meine letzte Stunde nicht geschlagen. Das was mich aufrecht hält ist die Liebe zu Dir, Deine Nähe, Deine Wärme, Deine Küsse, dieses Feuer der Leidenschaft die ich für Dich fühle. Bitte halt mich ganz fest, lass mich nicht allein. Ich werde immer bei Dir sein." Dann verlor er das Bewusstsein und ich lag stumm weinend neben ihm und wärmte ihn mit meinem Körper...

(c)by Arcana Moon

Anmerkung von Mondsichel:

Morgen gibt es wieder ein neues Kapitel für Euch. "Besuch im Gefängnis" wird Euch hoffentlich wieder begeistern :)


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von seelenliebe (52) (16.07.2006)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Mondsichel meinte dazu am 16.07.2006:
*Packung Taschentücher rüberreich* Die wirste noch brauchen ;)
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Dr. SchmidtInhaltsverzeichnisBesuch im Gefängnis
Mondsichel
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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Meer der Sehnsucht.
Veröffentlicht am 10.07.2006, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 14.07.2006). Textlänge: 788 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.924 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.05.2019.
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