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Das BegräbnisInhaltsverzeichnisEpilog

Der letzte Gang

Erzählung zum Thema Tod


von Mondsichel

Heute ist mein Tag gekommen, heute werde auch ich den letzten Gang antreten. Jeder Gnadengesuch wurde abgeschmettert, aber das ist mir eigentlich auch egal. Es hätte für mich kein normales Leben mehr gegeben.
Vielleicht hätte ich mir aus Verzweiflung sogar selbst ein Ende bereitet, wer weiß. Ich möchte nicht darüber nachdenken. Wenigstens wurde mir noch mein letzter Wunsch erfüllt, ein kleiner Trost auf dem schweren Weg, der nun vor mir liegt.
Morgen schon werde ich bei Dir liegen, endlich meine Ruhe vor allem was geschehen ist finden. Ich verabschiede mich noch einmal von Deinem Vater und danke ihm, dass er sich so für mich eingesetzt hat. Er hat Tränen in den Augen. Ich weiß, er wird nicht dabei sein wenn ich in die Tiefe falle. Zu groß ist der Schmerz des Verlustes.
Auch meine Mutter, meine Schwestern und mein Bruder werden nicht dabei sein. Sie werden still Wache halten zusammen mit dem alten Mann. Vielleicht wird es eine neue kleine Familie geben, schade das ich es nicht mehr erleben werde...

Diese Welt, wie ich sie vermissen werde. Das Licht, die Natur, unsere kleine Stadt, das Gasthaus und die maulenden Gäste. Das weite Meer, den Sonnenaufgang, den Sonnenuntergang. Der süße Frühlingsduft, die warme Sommerluft, den bunten Herbst und den kühlen weißen Schnee. Aber ohne Dich ist all das nur halb so viel wert.
Ich erinnere mich in allem nur an Dein Lächeln, Deine Stimme, Deine sanfte Umarmung, Deine süßen Küsse und Deine weiche Haut. Du fehlst mir so unendlich und ich habe Angst, dass dort auf der anderen Seite, meine Träume enden.
Ich bin müde, unendlich müde. Doch ich kann nicht schlafen, denn ich weiß, schon sehr bald werde ich für immer und ewig schlafen. Ganz nah an Deiner Seite. Dort am Meer, am Schmelztrog unserer leidenschaftlichen Liebe, die jegliche Grenzen überschritten hat. Es schmerzt in meinem Herzen, wenn ich an diese Endgültigkeit denke.
Schweigend blicke ich durch die Dunkelheit, die in den letzten Wochen mein Zuhause geworden ist. Es wird Zeit sie zu verlassen. Es wird Zeit, die letzte Reise anzutreten, auch wenn ich es gerne anders gewollt hätte. Aber jetzt ist es zu spät für Umkehr.
Schicksal, ich begrüße Dich mit offenen Armen. Komm und nimm Deinen Lauf!

Der Morgen graut und ich höre schon die Trommeln. Der Priester hat mir längst die Beichte abgenommen und mich für den Weg ins Jenseits gesegnet. Tausend Gedanken schwirren mir durch den Kopf, ich bin nur bei Dir.
Langsam fährt der Karren an mir so bekannten Häusern und Menschen vorbei. Ich bin wieder zuhause, wenn auch nicht mehr für allzu lange Zeit. Die Fahrt ist mühsam und Kräfteraubend. In stummer Erwartung blicke ich verloren auf den Boden, egal wer da draußen meinen Namen rufen mag. Nur eine scheint mir einen letzten schönen Moment bescheren zu wollen. Die Sonne strahlt am blauen Horizonte ihr schönstes Leuchten.
Die Fahrt ist nur ganz kurz und doch kommt es mir vor, als würde diese Qual niemals enden. Ich bin innerlich wie betäubt, am Liebsten wünschte ich, dass es schon vorbei wäre. Die Augen, die Blicke, ich kann es nicht ertragen, will es nicht sehen. Denn wer kann schon verstehen, welches Eisen mir im Herzen brennt?

Jeder Trommelschlag ein Schritt voran in das Verderben. Die Menschen sind stumm, ich blicke sie nicht an. Ich steige langsam aus dem Wagen und die Treppe hinauf, die mich in die Unendlichkeit führen soll. Etwas Angst übermannt mich nun doch, zögernd blicke ich auf die Endgültigkeit meiner Zukunft. Ich schließe die Augen und höre Dich aus der Ferne immer wieder meinen Namen rufen.
Der Henker verliest das Urteil, die Menge beginnt zu singen. Ich öffne die Augen, Tränen laufen über mein Gesicht. Du bist gekommen, ich kann Dich schon sehen. Ein Knistern liegt in der Luft, das mir sagt, dass Du auf mich wartest.
Man legt mir die Schlinge um den Hals. Du lächelst mir zu, als würdest Du sagen: „Hab keine Angst! Gleich sind wir wieder vereint. Und dann kann uns niemand mehr trennen!“ Die Menge singt immer lauter, der Atem stockt, mein Herz pocht so laut. Kalter Schweiß steht mir auf der Stirn, meine Kehle ist wie zugeschnürt. Als man mich fragt ob ich noch etwas sagen möchte, entrinnt mir nur ein schluchzendes Seufzen.
Irgendwer ruft meinen Namen, die Stimme kommt mir bekannt vor. Doch in der Menge verschwimmen die Gesichter. In meinem Kopf dreht sich alles, deshalb schließe ich erneut meine Augen. „Catherine“ klingt es an mein Ohr, doch ich kann nicht mehr unterscheiden, ob jemand in der Menge mich ruft, oder ob es Jo ist. Ich ergebe mich.
Ein Tumult kommt auf unter den Zuschauern. Ich höre verzerrt laute Stimmen, doch ich habe mich längst innerlich verkrochen. Für Hoffnung ist es eh längst zu spät. Die Wachen versuchen den Aufstand niederzuschlagen, doch es nützt alles nichts.
Der Henker tritt zur Seite und sagt noch etwas, doch ich verstehe nicht was er sagt. Eine letzte Träne rinnt mir aus den Augen und fällt zu Boden. Ich höre nur noch ein lautes Rumpeln und verliere den Boden unter den Füßen. Ich liebe Dich Jo... Dunkelheit...

(c)by Arcana Moon

Anmerkung von Mondsichel:

Der Epilog folgt gleich im Anschluss... :)


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von seelenliebe (52) (17.07.2006)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Mondsichel meinte dazu am 29.07.2006:
*lächel* Einen ganz lieben Dank an Dich Anne, dass Du so lange ausgehalten ahst und bist zum dramatischen Ende geblieben bist. Der Epilog erklärt noch einmal ein wenig die Dinge die in diesem Kapitel vielleicht merkwürdig vorkommen. Habe ihn komplett neu geschrieben gehabt. So hat Dr. Schmidt noch einmal seinen Auftritt :)
*fühl Dich gedrückt*
Deine Arcy :)
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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Meer der Sehnsucht.
Veröffentlicht am 15.07.2006, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 16.07.2006). Dieser Text wurde bereits 2.199 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 15.12.2018.
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