Erkenntnisse eines Abends

Text zum Thema Fremdgehen

von  Prinky

Eigentlich wollte ich gar nicht nach Hause kommen. Die Party war einfach zu geil. Das Bier floss, und die Mädels waren äußerst kommunikativ.
Es war sehr schön weiter als sonst zu gehen, ohne den Nachhauseweg aus den Augen zu verlieren. Ein kleiner Flirt ist eben doch beziehungsrettend. Wenn es mal nicht so gut läuft, kann dich ein Flirt wieder hungrig machen. Aber zuhause gibt es dann die Hauptmalzeit! Wenigstens soweit war alles ok!

Draußen schüttete es mal wieder wie aus Eimern. Hormonisiert schloß ich unten die Haustüre auf, um mich alsdann meiner Wohnungstür im ersten Stock zu widmen. Ich steckte den Schlüssel in das Schloss,
und betrat mein Reich. Wie immer räkelte sich meine Freundin lasziv auf dem Sofa herum. Jedenfalls tat sie das meist, wenn sie bemerkte dass ich die Wohnung betrat.
Ich empfand meine nackte Freundin immer als eine wahrliche Augenweide, aber vor allem in den Momenten, wo sie mir alleine gehörte. Aber nun erschien sie mir nicht so!
Ein eigenartiges Bild schuf sich in meiner surrealen
Sichtweise Platz. Ein Bild, dessen herausragende Botschaft einzig und alleine Schmerz bedeutete.

Dieser Typ, eben noch hinter ihr stehend, blickte mich, nun seine Jeans anziehend, an, als ob er sich eines geilen Sieges bewußt wurde. Sieg!?
Sie schaute beschämt weg, doch ich wurde nicht wütend! Irgendwie hätte ich mir das später als ein Zeichen von Schwäche ausgelegt. Komisch irgendwie! Ich besah mir die zwei, und wußte, daß sich mein Leben nun ändern würde.
"Meine Sachen hole ich später," sagte ich ihr.
"Vielleicht treffe ich dich dann mal alleine an!?" Mein Blick verriet ihr wohl meine ganze Wut. "Nein, nicht zu einem klärenden Gespräch! Wir müssen nichts mehr klären! Aber ein letztes Treffen würde ich gerne mit dir alleine verbringen, wenn das möglich wäre!?"
Jetzt spürte ich doch eine Art Wut und Hass, als Mischmasch in meinem Innern, aber ich konnte es im Zaum halten.
Die Träne, die ich noch verborgen hielt, wollte unbedingt raus, um den nachfolgenden die Erlaubnis zu strömen zu ermöglichen. Ich drehte mich um, schloß die Türe hinter mir, und ging in den nahen Park. Es ist nicht schön in der Dunkelheit spazieren zu gehen, aber einen Vorteil hat es bestimmt. Niemand sieht einem die ehrlichen Tränen an.

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text

grenzakt (55)
(02.10.12)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Prinky meinte dazu am 07.10.12:
Traurige Themen lassen einem viel Raum zum Schreiben, jedenfalls mir. Ich danke dir für deinen netten und wohlwollenden Kommentar.
Micha
Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram