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BlindlingsInhaltsverzeichnisEine Träne für das Fest

Engel mit traurigen Augen

Kurzgeschichte zum Thema Liebe, lieben


von Mondsichel

Sie war der Engel mit den traurigen Augen, die unentwegt weinten, auch wenn keine Tränen fielen. Noch niemals war ich jemandem wie ihr begegnet.
Jeder ihrer Blicke konnte mir Schwerter durch das Innerste fahren lassen und mich tiefer in die unendliche Sehnsucht reißen. Ich war ihr verfallen, sie war mein Traum, war die Inkarnation von allem was ich zum Leben brauchte. Mein Herz brannte lichterloh in ihrem Schatten, in dem schmerzenden Leuchten ihrer Seelenspiegel...
Ihr Lächeln, ihr munteres Wesen, all das ließ niemanden vermuten, wie dunkel es wirklich in ihrem Innersten aussah. So viel Lebensfreude strahlte sie aus, so viel Hoffnung und Leidenschaft.
Sie faszinierte die Menschen, hat sie mit ihrer Stimme und ihrer unverwechselbaren Art betört. Sie hat sie angezogen wie die Motten das Licht und genauso so verbrannten sie auch an ihr...

Als wir uns zum ersten Mal begegneten, glaubte ich tausend Tode sterben zu müssen. Denn sie war das Leuchten im Schatten des Todes.
Sie war nicht allein und doch so unendlich verloren. Die aufkeimende Sehnsucht ließ mich leiden, denn vergeben war ihre Seele, ihre Gefühle, ihr Leben. Doch irgendetwas in mir wusste sofort, dass sie noch immer auf eine neue Zeit wartete.
Und als wir uns zum ersten Mal in die Augen blickten, da war es um mich geschehen. Es schnürte mir die Kehle zu und stieß mir immer wieder die Realität in die Brust...
Sie kam einem so unnahbar vor, aber ihr Herz wollte eine andere Sprache zu mir sprechen. Ich hörte ihre Stimme, auch wenn ihre Lippen schwiegen. Ich spürte das heiße Pulsieren ihres Blutes, auch wenn sie kühl wie Eis wirkte. Sah die Schmetterlinge in ihrem Innersten flattern, auch wenn nur ein sanftes Lächeln auf ihrem Gesicht lag. Ihre Unruhe ließ mich hoffen, ließ mich träumen.
Ich suchte ihre Nähe, suchte das Verlangen zu stillen, was mehr und mehr in mir zu brennen begann. Aber ihre Augen wichen mir aus, sie hatte Angst vor dem, was niemals sein durfte. Doch ich wollte nicht so einfach resignieren, wollte sie nicht zurücklassen in kalter Stille. So wartete ich auf das Licht des Mondes, in dem wir verbunden waren...

Als die Nacht über ihr Antlitz fiel und das Sternenfunkeln ihre Lippen küsste, zog es sie hinaus, damit die Dunkelheit ihr Innerstes beruhigen konnte.
Ich sah sie sitzen in einsamer Schwärze, die Augen geschlossen, lauschte sie nur dem Flüstern des Windes. Vorsichtig lief ich zu ihr hinüber und blickte mit klopfendem Herzen auf sie herunter. Langsam öffnete sie ihre Augen.
Erschrocken fixierte mich ihr Blick, als sie den Schatten bemerkte, der das Mondlicht bedeckte. Ich brauchte nichts zu sagen, denn sie hat mich auch ohne ein einziges Wort verstanden. Sie versuchte zu lächeln, doch war sie innerlich erstarrt, je tiefer ich in ihren Welten versank.
Je tiefer ich in ihre Augen blickte, die mir ein Lied von Liebe und unerfüllter Sehnsucht sangen. Und ich sank von ihrem unendlichen Schmerz getroffen zu Boden. Ein ersticktes Seufzen drang aus meiner Kehle...
Sie kniete sich augenblicklich zu mir herab und legte mir besorgt eine Hand auf die rechte Schulter. Ein brennendes Inferno zuckte durch meinen Körper und aus meinen Augen fielen ein paar Tränen zu Boden.
Dann blickte ich atemlos zu ihr hinauf und sah diesen traurigen Blick, ihre Augen, in denen so viele Stimmen aus Verzweiflung schrieen. Ich nahm ihre kalte Hand und wärmte sie an meinem Gesicht. Sie zitterte, so wie ihr ganzer Körper. Es war die Angst, aber auch die Erregung, die durch ihr Innerstes pulsierte.

„Wovor hast Du Angst?“, fragte ich sie leise. „Hast Du Angst vor den Menschen, oder davor etwas für einen Menschen verspüren zu können? So kalt kannst Du doch nicht sein, oder?“ Sehnsuchtsvoll blickte ich sie an. Sie sagte nichts.
„Warum nur sind Deine Augen so traurig? Was haben sie Dir angetan?“ Vorsichtig kam ich näher und bevor sie noch irgendetwas sagen konnte, war es schon geschehen. Es gab keine Grenzen mehr, es gab nur dieses Pulsieren in unserem Innersten, als wir aus dem Fluss des lodernden Verlangens tranken...
Die Kälte um uns herum verflog mit den Gefühlen, die auf uns nieder regneten. Unsere Seelen bebten einander entgegen und bevor der Traum wie eine Seifenblase zerplatzen konnte, legten sich meine Lippen sanft auf die Ihren, um das Schicksal zu besiegeln. Fest umschlangen meine Arme ihren Körper, damit sie mir nicht zitternd davon fliegen konnte, wie ein flatternder Schmetterling.
Ich spürte wie sie sich den Gefühlen ergab, denen sie niemals ein „Ja“ entgegen gehaucht hätte, wenn sie weiterhin im Schatten verweilt hätte. Benebelt von der Leidenschaft, die sich tiefer in unsere Herzen brannte, flogen wir hinauf zu den Sternen, um im Mondlicht eins zu werden. Getragen von den sanften Schwingen unserer Sehnsucht, von dem Beben unserer Körper, die nicht voneinander lassen konnten...

So lagen wir schließlich am Grund unseres zitternden Atems, spürten Haut auf Haut und kosteten den Honig der verbotenen Hoffnungen. Tranken den Wein der süßen Verführung und schmeckten süße Tauperlen reiner Lust auf unseren Lippen. Gebettet auf den Blüten der Verzückung, deren Duft uns weit fort von diesen Welten trug.
Und zum ersten Mal sah ich dieses Funkeln in ihren Augen, das von der Erfüllung heimlicher Träume sprach. In diesem Moment war sie frei von jeder Angst, frei von jedem Schmerz. Die Kälte war der Hitze gewichen, die Einsamkeit der bittersüßen Liebe. Und als sie mich anlächelte, da lächelten ihre Augen mit, in einem grellen Strahlen, das mir die Sinne raubte.
„Ich liebe Dich“, hauchte sie mir entgegen und küsste mich noch einmal voller Leidenschaft. Mir war in diesem Moment, als würde mich das lodernde Feuer verbrennen, in dem wir vereint waren. Schließlich forderte die Erschöpfung ihren Tribut und die Schwärze hüllte unsere Sinne ein...

Als ich die Augen langsam wieder öffnete, da blickte ich wieder in die Ihren. Blutige Tränen hatten sich auf ihr Gesicht gelegt und da war sie wieder, diese Angst, diese Melancholie, die nur für einen Moment entschwunden gewesen war.
Ich hörte ihre Stimme flüstern: „Leb wohl mein leuchtender Mondenschein. Ich werde Dich niemals vergessen.“ Vor meinen Augen verschwamm die Welt in Tränen.
„Nein, geh nicht!“, hauchte ich verzweifelt.
Sie antwortete: „Ich liebe Dich und deshalb muss ich gehen. Denn diese Liebe würde uns beide und unsere Gefühle zerstören. So wie es die Menschen seit je her zerstört hat.“ Sie versuchte zu lächeln, doch ich wusste, dieses Lächeln war eine Lüge.
„Ich kann Dich nicht so einfach gehen lassen, Du bist mein Traum, meine Erfüllung, meine Liebe. Wofür soll ich leben, wenn nicht für Dich?“, meine Stimme brach unter der Verzweiflung. Ihre Augen schrieen lauter denn je und ich wollte einfach nur sterben in diesem Augenblick..
Ich versuchte mich aufzurichten und blickte sie sehnend an.
„Tu es nicht“, sprach sie mit zitternder Stimme, als hätte sie in meinen Gedanken gelesen. „Wir sollten den Schmerz in uns lieber akzeptieren und uns bewusst darüber sein, dass es für uns die wahre Liebe gibt.
Fühle und schmecke sie in jedem Augenblick Deines Lebens, egal wie weh es auch tut. So weißt Du wenigstens, dass Du noch lebendig bist. Wir würden in dieser Welt erfrieren, wenn wir nicht den Schmerz hätten, der uns wach hält.“ Nein, ich konnte dieses Ende nicht so einfach akzeptieren, ich wollte es auch nicht.

Ich wusste, sie tötete innerlich schon wieder jegliches Gefühl, um nicht schwach zu werden. So versuchte ich auf die Beine zu kommen und nahm sie fest in meine Arme. Das Feuer war noch immer da, sie bebte unter meinem Atem, der süßlich ihren Nacken liebkoste.
„Bitte, lass mich gehen.“ Ich wehrte mich innerlich dagegen.
„Nein, niemals. Warum hasst Du mich nur so?“
Tränen tropften aus meinen Augen auf ihre Schulter.
„Nein, ich könnte Dich niemals hassen. Aber ich kann auch nicht bei Dir verweilen. Denn würde ich es tun, dann würden wir beide uns selbst verlieren. Und am Ende bliebe nicht ein Staubkorn dessen, was wir in diesem Augenblick fühlen.“ Sie wand sich aus meiner Umarmung, drehte sich zu mir um und blickte mich ernst mit ihren melancholischen Augen an.
„Ich liebe Dich mehr als mein Leben. Es zerreißt mein Innerstes, doch ich muss Dich verlassen. Lieber verzichte ich auf alles, wenn ich dadurch all diese Gefühle für immer leben könnte. Es tut weh, so unendlich weh.“ Ich küsste sie ein letztes Mal, während heiße Tränen ihr Gesicht netzten...

In der Ferne wartete schon der Schatten auf sie, der ihr ewiger Begleiter sein würde. Wir blickten uns noch für einen Moment verzweifelt an. Mit Tränen in ihren Augen wand sie sich schließlich zitternd von mir ab und entschwand meinem Blick.
Ich denke heute noch sehr oft an sie. Und immer wenn ich glaube an den Menschen zu erfrieren, dann schenkt mir die Erinnerung den Schmerz, der mir sagt, dass ich noch immer lebe und das dort irgendwo auf dieser Welt mein Engel mit den traurigen Augen existiert, der mich die wahre Liebe erst gelehrt hat.
Ich werde die Hoffnung niemals aufgeben, irgendwann doch noch einmal dieses Feuer zu spüren, nach dem sich mein Innerstes verzehrt. Man sagt ja schließlich auch, dass man sich immer zwei Mal im Leben trifft...

(c)by Arcana Moon

Anmerkung von Mondsichel:

Inspiriert von den Ausspruch, das ich auf jedem Bild immer so traurige Augen hätte. Nun habe ich mal eine kleine Geschichte um traurige Augen herumgeschrieben. Ich hoffe sie gefällt Euch.

Ebenfalls Teil der "Als die Welt zu Eis wurde..." Sammlung :)


 
 

Kommentare zu diesem Text


franky
Kommentar von franky (25.12.2006)
Hallo liebe Arcy,

wenn du auf deiner mondsichel schaukelst
und so bittersüsse märchen erzählst, werden alle
schatten zu engel mit tränen in den augen.
doch deine seele steht hinter den schatten und ist
frei von traurigen stürmen der sehnsüchte.
dein herz aus flüssiger liebe
schlägt alle feinde der drachenwelt aus finsternis
und todesstille.
du trägst ein glühendes hoffnungsschwert über deinem
sternental von immer und ewig.
was zweimal geschiht kann auch dreimal geschehn!
nur das einmalige kehrt niemals wieder. du trägst
dich in deinem herzen als liebesfeuer, es ist dein
einmaliges bild. kein spiegel
und keine fatamorgana der träume
kann es ein zweitesmal entzünden;
wenn diese flamme erloschen sein wird,
werden nur die eiskristalle auf deinen lippen
eine wehmut erfinden, doch sie können
nicht dein liebesfeuer ersetzen.
du trauriger engel
du schläfst im see deiner tränen dein leben
und das ist einmalig.

umarme dich mein engel aus
silber schimmernden mondenlicht
Franky:-)
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Mondsichel meinte dazu am 02.01.2007:
*lächel* Ganz lieben Dank für Deine Worte, sie sind wie der Tau der Blüten, der alte Wunden kühlt. Die traurigen Augen werden wohl nicht fliehen, aber meine Geschichten auch nicht. Genausowenig wie meine Gedanken. Aber vielleicht sind die traurigen Augen einfach nur der Beweis dafür, das doch sowas wie Gefühl in mir drinne ist. Auch wenn mir das viele bestätigen, habe ich manchmal das Gefühl, meine Texte sind emotionaler als ich selbst...
*fühl dich mal dicke gedrückt*
Deine Arcy
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Z200MOTELS antwortete darauf am 26.04.2012:
Schöne Aneinandereihung von Phrasen
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BlindlingsInhaltsverzeichnisEine Träne für das Fest
Mondsichel
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Dies ist ein Erzählung des mehrteiligen Textes Als die Welt zu Eis wurde....
Veröffentlicht am 23.12.2006, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 21.01.2007). Dieser Text wurde bereits 2.149 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 13.11.2018.
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