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Der steinerne EngelInhaltsverzeichnisHelles Mondlicht

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Erzählung zum Thema Fantasie(n)


von Mondsichel

Manchmal fragte sie sich, warum ausgerechnet sie selbst vor dieser Entscheidung stehen musste. Sie hatte sich zwar immer gewünscht etwas Besonderes zu sein und auch mal ein wenig Aufmerksamkeit zu bekommen, doch dass dieser fast unbezahlbare Preis daran gebunden war, das hätte sie sich niemals vorstellen können.
Für einen kurzen Moment blickte sie zurück, in ein Leben, das ihr fremd und fern geworden war. Schwere Zeiten hatte sie durchgemacht, musste harte Kämpfe für jedes Ziel bestreiten, doch war sie ein Teil dieser Welt gewesen, die ihr nun aus den Händen zu gleiten schien...

Müde und mit tieftraurigen Augen, blickte die junge Frau auf ihre Hände, die von eintätowierten Symbolen und bunten Blumen gezeichnet waren. Dunkelheit hüllte sie und ihre Gedanken ein. Nur ein kleiner Lichtstrahl, der zwischen der Jalousie einen Weg in den Raum gefunden hatte, erhellte die Schemen der Möbel.
Sie saß eingekauert, mit angezogenen Beinen auf einem Sofa und ihre langen Haare hüllten ihren Körper ein. Ruckartig blickte sie auf, als sie Schritte vor der Tür vernahm. In ihren Augen glimmte es auf und erhellte ein wenig die Szenerie.
Man konnte die Blütenranken sehen, die um ihre katzenartigen Augen herum gezeichnet waren. Sie hatte ein unschuldiges Gesicht, mit bleichen Wangen und blutleeren Lippen. Sie wartete dass etwas geschah, doch kein Schlüssel drehte sich im Schloss. Als die Schritte sich schließlich wieder entfernten, legte sich das Glimmen und sie kauerte sich erneut ein...
In ihrem Herzen war es still geworden, die Sehnsucht nach dem Leben war verstummt. Selbst der Schmerz war ihr nicht mehr zugetan, sie spürte nur die aufkeimende Kälte in jeder Zelle ihres Körpers aufsteigen.
Wie sehr sehnte sie sich nach der Liebe, nach der Wärme, damit sie leidenschaftlich ihr Inneres durchfluten würde. Doch sie konnte sich einfach niemandem öffnen. Denn seit jenem Tage, als sie ihre Bestimmung erfuhr, konnte jeder auf dieser Welt ihr Feind sein, der sie gnadenlos ausnutzen könnte. Nur Einer war ihr geblieben, der Wächter, der sie gefunden und ihr das Schicksal offenbart hatte.
„Dein Lächeln kann einen Neubeginn beschwören, oder das Ende prophezeien. Du musst die Entscheidung schon sehr bald treffen, bevor auch Du in dieser Welt zu Eis wirst“, hatte er ihr gesagt. Gedankenverloren blickte sie starr in den Lichtstrahl, der das Grüne in ihren Augen zum Glühen brachte...

„Denk nicht mal daran“, ertönte im Dunkel plötzlich eine tiefe Stimme.
Die junge Frau schreckte auf und blickte den Schatten an, deren Schemen neben ihr erschienen waren.
„Du bist das letzte Funkeln der Hoffnung. Du hast nicht das Recht die Flamme zu ersticken, die in Dir brennt!“ Zwei Hände, die einem jungen Mann gehörten, legten sich um ihr zitterndes Antlitz. „Wenn Du gehen würdest, dann wäre alles verloren wofür ich die ganze Zeit gekämpft habe! Das könnte ich niemals ertragen.“
Im dämmrigen Licht war nun ein junger Mann zu erkennen, der direkt vor ihr kniete und sie mit seinen tiefschwarzen Seelenspiegeln ansah. Er trug einen uralten Stirnschmuck aus Silber, in dem das Symbol des Mondes mit einem blutroten Stein eingefasst war. Auch seine katzenartigen Augen, die einen flehenden Blick in sich trugen, waren wie die ihren mit Blumenranken verziert. Sie sahen sich beide sehr ähnlich und waren doch grundverschieden...
„Warum ich?“, flüsterte sie ihm fast unhörbar entgegen.
„Auf diese Frage gibt es keine Antwort, denn es ist seit Anbeginn Deine Bestimmung gewesen. Du bist eine Blüte, die nur im Verborgenen ihre wahre Schönheit entfalten kann. Dennoch darfst Du Dich hier nicht verkriechen.“ Auf seiner Stirn begann ein rotes Licht zu glühen und die Jalousie schien sich im nächsten Augenblick wie von selbst zu öffnen.

Die einfallenden Sonnenstrahlen erhellten den Raum. Sie erhob sich vom Sofa und in der hellen Atmosphäre wurde nun auch sichtbar, dass ihr ganzer Körper von Symbolen und Blumenranken gezeichnet sein musste. Sie glich einer Elfe, die ängstlich in das Licht starrte. Ihr Haar war feuerrot gefärbt und ließ ihre Haut noch bleicher erscheinen, als sie eigentlich unter den Tätowierungen war.
Ein wenig gereizt sagte sie: „Wie soll ich denn noch nach dort draußen gehen? Sieh mich doch an, sie würden mich anstarren, als wäre ich ein Monster!“ Bevor sie noch etwas sagen konnte, drehte er sich zu ihr um, nahm sie in seine Arme und legte er ihr einen Finger auf die Lippen...
Seine rabenschwarzen Haare waren so lang wie die Ihren. Und die Augen, die aus seinem Antlitz strahlten, trugen die ewige Tiefe der Dunkelheit in sich. So unbegreiflich und anziehend, aber auch tödlich und kalt. Seine Lippen glichen denen der süßesten Verführung und sein Körper war ebenfalls wie der ihre, mit unzähligen Symbolen und Blüten übersäht. Sie hatte einen kurzen Blick darauf werfen können, als er einmal in ihrer Gegenwart seine Kleidung wechseln musste.
Sie spürte eine tiefe Zuneigung zu ihm, doch immer wieder kämpfte sie gegen die aufkeimenden Gefühle an. Verschämt vor dem, was ihrer Definition nach Schwäche war, hatte sie den Gedanken aus ihrem Innersten gestrichen, dass er mehr als nur ein Wächter für sie sein könnte. Auch wenn er ihr scheinbar sehr ähnelte und wohl der Einzige sein würde, der noch nah genug an ihr Herz heran kommen könnte...

„Niemand wird Dich erkennen, denn die Menschen können eh nur noch oberflächliche Blicke wagen. Für alles andere ist ihr Herz zu kalt geworden.
Egal wie schön oder hässlich Du in ihren Augen wirken magst, sie werden Dich so oder so nicht in ihrer Welt akzeptieren. Denn das Feuer das Du in Dir trägst, könnte ihnen die Augen aus dem Kopf schmelzen und ihr Herz zum Kochen bringen. Außerdem akzeptieren sie sich ja nicht einmal mehr gegenseitig. Es ist im Grunde also egal wie Du ihnen vor das Gesicht trittst.“ Das Herz pochte der jungen Frau bis in den Hals und ein wenig Furcht malte sich in ihrem Gesicht ab.
Von ihrem Blick getroffen ließ er sie los und ging wieder zum Fenster zurück. Sie schaute ihm wortlos hinterher. Sein Blick fiel auf dicke Gitter und auf einen kargen Hof, der so kalt wie dieser Raum erschien...
„Es tut mir leid. Manchmal vergesse ich, dass Du mehr menschliches an Dir trägst, als ich begreifen kann. Du bist hier aufgewachsen, hast ihre Sitten und Bräuche gelernt, hast Dich in ihrer Welt wie ein Mosaiksteinchen eingefügt und ihr Leben gelebt.“
Er drehte sich zu ihr um und fügte hinzu: „Und doch trägst Du mehr Facetten und Farben an Dir, als sie jemals haben werden. In meinen Augen bist Du wunderschön und wirst es auch immer sein.“ Sie versuchte seinem Blick auszuweichen, als hätte sie Angst ihm mehr von ihrem Innersten zu offenbaren, als sie wollte.
„Nein, bitte. Verlier nicht den Blick zu mir.“ Er kniete sich vor ihr nieder und schaute ihr von unten in die traurigen Augen. „Du und ich, wir gehören für immer zusammen. Wir sind die Einzigen, die noch den Mut hatten zu verweilen.“ Wie abwesend blickte er zum Boden und sank noch tiefer... „Die Einzigen...“ Die Erkenntnis schnitt tiefer in sein Herz. Zum ersten Mal sah sie in seinem Blick etwas wie Schmerz und unerfüllte Sehnsucht. Ihr Herz schlug noch heftiger.

(c)by Arcana Moon

Anmerkung von Mondsichel:

Diese Geschichte wurde in überarbeiteter Version unter dem Titel "Unter dunklen Schwingen entscheidet der Feuerengel über die Geschicke der Welt" in der Anthologie "Unter dunklen Schwingen" von Alisha Bionda herausgebracht. Eine Grafik zur Geschichte wurde von Mark Freier erstellt. Bestellungen über Amazon möglich - siehe auch meine Bücherliste auf dem Profil :)


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Susa (52) (14.01.2007)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Mondsichel meinte dazu am 14.01.2007:
Ja, ich werde die Formatierungen demnächst einfügen. Bin leider heute noch nicht dazu gekommen, aber er sollte wenigstens schon mal online sein
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Mondsichel antwortete darauf am 24.01.2007:
So ich habe den Text nun umformatiert, er dürfte also leichter zu lesen sein. Wenn Du den Versuch noch mal wagen willst, die Geschichte läuft nicht davon. Ich wüde mich über Feedback freuen
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Susa (52) schrieb daraufhin am 24.01.2007:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Mondsichel äußerte darauf am 10.03.2010:
Hallo Susa,

lang ist es her da sDu probegelesen hast und nun hat diese Geschichte auch ein passendes Lektorat gefunden. Inzwischen ist sie Teil einer Anthologie geworden und hat positive Stimmen hinterlassen
Dafür habe ich mich Deines Rates angenommen und das Ganze noch mal überarbeitet und viele Szenen verstärkt durch Ausführlichkeit, anderes wieder kürzer gefasst. Und wie es scheint, findet sie in vollendetem Zustand sehr interessierte Leser. Positive Kritiken inklusive

Liebe Grüßle
Arcy
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Der steinerne EngelInhaltsverzeichnisHelles Mondlicht
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Dies ist ein Erzählung des mehrteiligen Textes Als die Welt zu Eis wurde....
Veröffentlicht am 14.01.2007, 6 mal überarbeitet (letzte Änderung am 08.10.2009). Textlänge: 1.172 Wörter; dieser Text wurde bereits 2.357 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 16.04.2019.
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