Wenn Blicke einschlagen

Text zum Thema Begegnung

von  Martina

Ihre Blicke trafen sich wie zwei verschiedene Magnetpole, die zusammenstießen. Man hätte eigentlich ein Krachen hören müssen, so laut war es in ihrem Innern. Dort hat sie einen mächtigen Knall gefühlt, als wäre sie implodiert.

Plötzlich war sie bewegungsunfähig. Sein Blick hielt sie wie in einer Schraubzwinge gefangen. Die Welt bewegte sich um sie herum und sie schien der Angelpunkt zu sein, um den sich alles drehte. Wie festgenagelt, festgeklebt, hingegossen, einbetoniert.

Alles an ihr war erstarrt. Aber in dem Moment bemerkte sie es nicht.Völlig losgelöst von allem Weltlichen war sie in seinen Blick abgetaucht, in diese wahnsinnig tiefgrünen Augen. Eigentlich konnte sie nicht einmal erklären, warum ihr Blick, ungeachtet ihres Verstandes durch die Gegend irrte, und sich genau bei ihm niederließ.

Sie fühlte sich wie ein Beobachtungsobjekt in einem Gefäß. So, wie man es aus Filmen kennt, wo angehenden Medizinstudenten etwas veranschaulicht wird. Nur mit dem Unterschied, dass dort die Opfer Tiere, Embryos und sonstige für sie ekelige Dinge waren, die in einer Flüssigkeit konserviert wurden.

Diese waren bestimmt schon länger tot, als sie gelebt haben, und wurden nun, zum Wohle der Menschheit und im Sinne der Medizin am natürlichen Verwesungsprozess gehindert. Irgendwie fühlte sie sich eins mit dieser Vorstellung. Zwar wurde sie nicht am Verwesen gehindert, wohl aber am Bewegen.

Fühlte sie sich auch lebendig, so musste in diesem Moment jeder, der sie beobachtete meinen, sie sei zur Salzsäule erstarrt. Dies war aber nur äußerlich. In ihrem Innern jedoch hatte sie nie intensiver gelebt, war nie lebendiger, seliger,  als genau in diesem kurzen Moment.

Das Herz schlug ihr bis zum Hals, und ihr Bauch schien ein Landeplatz für Schmetterlinge zu sein. Unvorstellbar was da in ihr ablief. Selbst als er schon lange fort war, hielt ihr Blick Zwiesprache mit ihm, einer von ihrer Phantasie erschaffenen Klongestalt.

Ihr Unterbewusstsein, wollte sie wohl mit der bitteren Realität noch nicht konfrontieren. Unbemerkt wurde die Wirklichkeit mit einer Einbildung ausgetauscht. Sehr rücksichtsvoll und fantastisch, was die menschliche Psyche so vermag. Hier stimmte wohl der Satz: Der Gedanke erschafft die Realität.


Anmerkung von Martina:

...wer kennt ihn nicht, so einen magischen Augenblick?

Möchtest Du einen Kommentar abgeben?
Diesen Text kommentieren

Kommentare zu diesem Text

Brunnenfrosch (34)
(24.01.07)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Martina meinte dazu am 25.01.07:
=)))
Möchtest Du einen Kommentar abgeben?
Diesen Text kommentieren
Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram