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Angst, erinnernde

Lyrischer Prosatext zum Thema Absurdes


von WinstonSmith

*Angst, erinnernde*

Heute ist so ein Tag, so ein verdammter. Wenn mein Blick umherschweift, unkonzentriert ist, blicke ich immer nur auf und über dich mit meinen Gedanken und meinen Hirnwindungen.
Du steckst mir im Hirn, so furchtbar tief im Hirn. Wie ein thalamischer Schmerz. Selbst wenn ich ein Loch in meinen Schädel bohrte, um dich wie einen Flaschengeist hinauszulassen, du, du würdest dich lieber an meinem Schmerz laben und ergötzen, den ich mir damit selbst zufügte, als deine Freiheit zu erlangen. Nichts, nichts ist auf den Wegen des bohrenden Schmerzes so eindringlich, wie dein Lachen, deine Freude über mein Leid. Ich hasse dich nicht. Ich liebe dich nicht.
Aber. Du bedeutest mir irgendwo in meinen Hirnwindungen immer noch etwas. Etwas, was ich nicht in etwa beurteilen oder messen kann. Du bist, du bist viel zu unmessbar und unvermessen für mich und das, gerade das, macht mir Angst. Ich habe Angst, tiefe, meidende Angst vor mir, weil ich an dich denke.

Anmerkung von WinstonSmith:

geschrieben am 29.03.2007


WinstonSmith
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Veröffentlicht am 29.03.2007, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 07.04.2009). Dieser Text wurde bereits 1.411 mal aufgerufen; der letzte Besucher war Graeculus am 14.11.2017.
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