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Kindheitserinnerungen

Roman zum Thema Erinnerung


von Cassandra

Kindheitserinnerungen

So langsam tauchen Erinnerungen aus meiner früheren Kindheit auf. Wahrscheinlich ein Zeichen des jetzt rapide einsetzenden Alterungsprozesses.

Remscheid, eine Kleinstadt im bergischen Land. Wir wohnten in der Greulingstraße. Hier lebten vorwiegend Menschen, die nach dem Krieg noch keine Perspektiven sahen. Mein Vater hatte kurz vor meiner Geburt durch einen betriebsbedingten Unfall in einer Mühle seinen rechten Arm verloren. Meine Mutter stand nun da mit drei hungrigen Mäulern und mein Vater verlor fast den Verstand vor Verzweiflung. Wie sollte er die Familie über die Runden bringen.

Weihnachten 1958.
Einen Weihnachtsbaum hatten wir nicht. Tannenzweige standen in einer Vase und wir Kinder warteten auf den Weihnachtsmann. Mutter und Vater konnten uns kaum in die Augen sehen, sie wussten ja, der kommt nicht.
Als gegen Abend die Nachbarskinder zu Besuch kamen, brachten sie jedem von uns eine Tafel Schokolade mit. Wir freuten uns tierisch und konnten nicht verstehen, warum Vater und Mutter weinten.

Die besagte Greulingstraße war bevölkert von Kindern, die alle stärker waren als ich. Ich war klein und dünn und das forderte viele auf, mir zu zeigen wo der Hase lang läuft. Kam ich mal wieder zerschunden nach Hause hieß es nur „Wehr Dich, Du bekommst Essen und Trinken.“
Sicher bekam ich das, aber der Tisch war nie sehr üppig gedeckt. Vater machte eine Umschulung und studierte und Mutter war krank und konnte in dieser Zeit nicht arbeiten. Ich nahm mir also die Worte meiner Eltern zu Herzen und wehrte mich. Ich erhob nach einiger Zeit sogar Wegezoll für unsere Straßenseite und ergatterte mir dadurch etliche Tütchen mit Süßigkeiten, Klümpchen genannt. Diese teilte ich dann mit meinen Geschwistern.

Die Amis waren noch in der Stadt und hatten auf einem nicht genutzten Gleisabschnitt einen Güterwagen umgebaut. Darin befand sich eine Leinwand und wir Kinder durften regelmäßig erscheinen und uns amerikanische Zeichentrickfilme anschauen. Wir verstanden kein Wort, lachten uns aber krumm.

Ein alter Schrottplatz mit noch funktionierender Schrottpresse war unser Lieblingsspielplatz. Es war zwar strengstens verboten, dort zu spielen, das juckte uns aber wenig. Ein ausgedienter Bus hatte es uns besonders angetan. Die Türen funktionierten nicht mehr richtig und eines schönen Tages hing mein Finger außen in der freien Natur und ich befand mich im Fahrzeug. Etliche vergebliche Versuche der draußen stehenden Kinder die verdammte Tür aufzubringen, scheiterten. Für mich vergingen die Minuten wie in Zeitlupe und ich verabschiedete mich schon von meinem Finger. Irgendwie bekamen sie das blöde Ding auf und mein Daumen sah aus wie eine kleine dicke fette rote Made, der Fingernagel für denselben war spurlos verschwunden.

Wir sammelten auch Altmetall. Auch das war natürlich verboen. Die gefundenen Schätze brachten wir Vater. Der schimpfte und verhökerte sie anschließend.

Ein Haustier hatten wir auch. Eine Schildkröte mit dem Namen Elli. Wir spielten im Hof mit ihr, nahmen sie fast überall mit hin. Irgendwann vergaßen wir das Tier in unserem Spieleifer und Elli nutzte die Gelegenheit und machte sich aus dem Staub.

Mutter kam dann ins Krankenhaus. Vater musste jetzt drei Kinder an drei verschiedenen Stellen unterbringen, da sein Studium in Braunschweig noch nicht beendet war. Der Bruder kam in den hohen Norden, die Schwester ebenfalls und ich hatte die Niete gezogen. Als Jüngste kam ich zu einer guten Bekannten in Remscheid. Hier konnte Vater mich fast jedes Wochenende besuchen. Tante Gisa, ich durfte die Dame nur mit dem Nachnamen anreden, war streng. Ich hatte Angst vor ihr und machte fast regelmäßig ins Bett. Mit 4 Jahren ein Unding. Ihre Schläge waren zielsicher und verfehlten auch nicht ihre Wirkung. Als meine Familie fast vollständig wieder zusammen war, war ich stubenrein.

September 1958
Unsere Familie bekam Zuwachs. Ich hasste meine kleine Schwester vom Tag ihrer Geburt an. Alles kümmerte sich um sie. Ich klaute immer wieder ihren Schnuller und versteckte ihn. Ab und zu schmierte meine Mutter etwas Honig auf ihn, ich leckte das Zeug ab und tunkte denselben dann in Salz. Sie schrie wie am Spieß und ich hatte meine Rache.

Anmerkung von Cassandra:

dieser "Roman" ist schon lange in Bearbeitung und ich wage mich jetzt, ein Stück davon zu veröffentlichen. Die Korrekturen muß ich noch vornehmen, ich weiß ...
Liebe Grüße
Cassandra



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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Buecherfee (26) (12.02.2008)
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Cassandra meinte dazu am 12.02.2008:
Hallo Bücherfee,

es freut mich, dass dir meine "Erinnerungen" gefallen. Eigenartigerweise kommen immer mehr Erlebnisse in mir hoch........Wie hat mich das früher bei meinen Eltern genervt. Jetzt wünsche ich mir innigst, sie wären noch bei mir und würden den ganzen Tag erzählen.

LG
Cassandra
(Antwort korrigiert am 14.02.2008)
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Buecherfee (26) antwortete darauf am 12.02.2008:
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Kommentar von MademoiselleKarma (15) (16.02.2008)
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Cassandra schrieb daraufhin am 17.02.2008:
das Ding ist ja erst im Anfangsstadium - sprich, meine allerjüngste Kindheit. Es war schon eine heftige Zeit und hört bis dato nicht auf... Gelobt sei, was uns hart macht...

Nein, in Braunschweig habe ich nicht gewohnt. Mein Vater hat nach seinem Betriebsunfall dort studiert und ich wurde bei einer Bekannten in Remscheid untergebracht. Sie war ein wirklich bösartiges Weib...

Schönen Tag noch

LG
Cassandra
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Kommentar von kyl (57) (07.03.2008)
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Cassandra äußerte darauf am 08.03.2008:
Hallo kyl,

okay, du hast ja Recht. Aber es bleibt bei Fragmenten - einen Roman kann ich daraus noch nicht herstellen. Vielleicht, wenn ich alle Bruchstücke filtriert habe.

LG
Cassandra
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kyl (57) ergänzte dazu am 08.03.2008:
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Peter
Kommentar von Peter (18.07.2018)
Ich finde deinen Text klasse. Liest sich so weg. Ein paar Tippfehler, macht nichts. Lese gleich die Fortsetzung.
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Cassandra
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Veröffentlicht am 27.04.2007, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 27.04.2007). Textlänge: 650 Wörter; dieser Text wurde bereits 2.073 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.09.2021.
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