Sirenengesang

Expressionistisches Gedicht zum Thema Augenblick

von  Isaban

Ein Flüchten, ein Freisprung, ein Hüpfer vom Ist,
wie Urlaub von all dem Naja,
von Orten, an denen man täglich sich staut,
gestohlen vom Hier und von Da.

Ein Treiben, ein Reiben, im Rausch auf dem See
aus Nurfürmichhierundjetztzeit,
verschwunden vom Dortort, verschwommen im Sog,
auf Inseln von Werdichnichtleid.

Ein Schlecken, ein Schmecken, wie Honigbonbon
an einem Geheimnistag,
an Stellen, an denen man ins Sentiment,
ins Warme versinken mag.

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Kommentare zu diesem Text

StefanP (58)
(15.05.07)
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 Isaban meinte dazu am 15.05.07:
Danke schön, Stefan. Ich freu mich, dass es dir gefällt, dass du , Augen zu, Ohren zu, ein kleines Stückchen Urlaub aus dem Nachschwingen picken magst.
Deine Interpretation gefällt mir sehr.
Liebe und herzliche Grüße
Sabine
StefanP (58) antwortete darauf am 16.05.07:
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myrddin (47)
(15.05.07)
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 Isaban schrieb daraufhin am 15.05.07:
Hey du! Ich freu mich ganz doll, dass du dich immer noch in meine Versuchsreihe traust!
Ja, da ist Rhythmus drin. Ich habe diesmal nicht nur mit den Textbausteinen und dem Inhalt, sondern auch mit der Metrik experimentiert, habe ein bisschen Wellengang für den See aus Nurfürmichhierundjetztzeit eingebaut. Dein Wippen freut mich doppelt. Danke schön, Ralph, auch für die Klicks!
Ganz liebe Grüße
Sabine
Herzwärmegefühl (53)
(15.05.07)
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 franky (15.05.07)
Hey du liebe Sabine,
mußte zeile für zeile durchforsten,
dann hat mich dein sirenengesang total gepackt!
mußte meine hornbrille festhalten, sonst wäre sie abgeflogen! von Sirenen eingesogen...
herzerfrischend frech und munter
ein echtes Isabänchenwerk
viele liebe grüsse für einen neuen tag
von Franky:-)
urbinia (49)
(15.05.07)
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 Isaban äußerte darauf am 15.05.07:
Danke schön, Urbelchen.
Ja, zum Kopfkino-Reinfühlen mit allen Sinnen. Dann hat es ja doch so hingehauen, wie ich gehofft hatte. Ich freu mich.

Liebe, herzliche Grüße dir Moni
von Sabine
Aharon (41)
(15.05.07)
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 Isaban ergänzte dazu am 15.05.07:
*g* Ja, offenbar.

Nein, keine Bange, es ist vermutlich einfach eine Geschmacksfrage, ob und wie so ein Gedicht bei jemandem ankommt.
Bei expressionistischen Gedichten ist die Antwort auf die Frage des Gefallens eine sehr subjektive.
Die Stilmittel sind andere als in klassischen Gedichten, zielen nicht unbedingt auf Gefälligkeit ab, sondern wollen eigene Bilder (die vielleicht nicht immer der üblichen Logik entsprechen, sondern einfach Sinneseindrücke wiedergeben) zeigen, wollen Sprache erneuern, andere Wege finden, etwas auszudrücken.
Bei den von dir angeführten Worten handelt es sich um Versuche, Experimente meinerseits, ein ganzes Bild, eine umfassende Sinnes- und Gefühlsdarstellung in nur ein Wort zu fassen, also einen Ausdruck zu finden, der gleichzeitig alle dazu notwendigen Bilder und INformationen assoziativ abruft.
Diese Umschreibung meiner Wahrnehmung soll/muss hierbei nicht anhand der Buchstabenanzahl des Begriffes betrachtet werden, obwohl du das für dich natürlich gerne tun kannst.
Prägnant sind diese Begriffe definitiv, denn sie sind, natürlich aus meiner Sicht, der knappe, aber zutreffende Ausdruck der von mir dargestellten Sachverhalte.
Ob man das nun als gelungen betrachtet oder nicht ist ebenfalls eine sehr subjektive Wahrnehmung, ebenso, ob man Zugang zu einem Gedicht findet oder nicht.
Der Dortort, der Ort dort, wo man hingehört, wo man sein sollte, kein Ort der zum Hier und Jetzt gehört, nicht der Ort, zu dem man flieht . Siehst du, wie prägnant "Dortort" ist?
Bei den anderen Begriffen ist es ähnlich.
Du kritisierst die angewendete Metrik, lieber Aaron.
Sie mag dir ungewohnt erscheinen, denn ich habe hier definitiv auch in dieser Richtung experimentiert, habe mich von der üblichen Vorgehensweise bei einem gereimten Gedicht entfernt, immer jeweils eine betonte auf eine unbetonte Silbe folgen zu lassen. Es sollte nicht zu glatt, nicht zu breitstromseidig sein.
Wie ich oben schon erwähnte, ich habe eine andere Satzmelodie, einen Wellenfluss eingebaut und zudem noch an einer Stelle, nämlich rings um das "Sentiment" zur Betonung noch einmal mit dieser Melodie gebrochen.
Ob einem dieses Experiment gefällt ist Geschmackssache, ebenso, wie auch bei den Wortschöpfungen.
Zum besseren Verständnis habe ich hier mal die Betonung geixt.

Sirenengesang

x X x x X x x X x x X
Ein Flüchten, ein Freisprung, ein Hüpfer vom Ist,
x X x x X x x X
wie Urlaub von all dem Naja,
x X x x X x x X x x X
von Orten, an denen man täglich sich staut,
x X x x X x x X
gestohlen vom Hier und von Da.


x X x x X x x X x x X
Ein Treiben, ein Reiben, im Rausch auf dem See
x X x x X x x X
aus Nurfürmichhierundjetztzeit,
x X x x X x x X x x X
verschwunden vom Dortort, verschwommen im Sog,
x X x x X x x X
auf Inseln von Werdichnichtleid.

x X x x X x x X x x X
Ein Schlecken, ein Schmecken, wie Honigbonbon
x X x x X x X
an einem Geheimnistag,
x X x x X x X x X x .X
an Stellen, an denen man ins Sentiment,(Hier soll die Metrik betonend stocken!)
x X x x X x X
in Warmes versinken mag.

Ich möchte mich sehr herzlich für deine kritische Rückmeldung bedanken. Es ist immer wichtig zu sehen, wie die eigenen Intentionen bei anderen ankommen, auch, oder ganz besonders, wenn es da widersprüchliche Meinungen gibt, die mich natürlich zum Überdenken anregen.

Mit lieben Grüßen
Sabine
(Antwort korrigiert am 15.05.2007)
Aharon (41) meinte dazu am 16.05.07:
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 Isaban meinte dazu am 16.05.07:
Hm, erst durch dein metrisch französisch betontes "Sentiment" ist mir aufgegangen, dass es ja so viel besser zu den Bonbons passen würde, was auf eine angenehme Weise den von mir ursprünglich geplanten Hoppler der anderen Version verbessert. Danke schön! (Hörfassung kommt im Laufe des Tages, ich habe mal ausgetestet, wie es sich "außer Kopf" anhört, wo da die Hoppler sind, die man vielleicht selber nicht wahrnimmt, weil selbst beim lauten Lesen womöglich Sinn und Klang kopfintern schon zu festgeschrieben ist).
Ich freu mich über die Diskussion, man kann so reflektiert viel besser alles noch mal neu von alles Seiten beleuchten.
Die "Neuworte" bleiben definitiv so, alles andere würde sich für mich falsch anfühlen/hören/zeigen. Die (hier einmal aufgegliedert) Nur-für-mich-hier-und -jetzt-Zeit hat nicht viel mit dem Begriff Jetztzeit zu tun, es ist für mich der Ausdruck für einen kleinen, begrenzten Zeitabschnitt, der nicht in Minuten berechnet wird, oder in Stunden, sondern der einfach andeutet, dass genau diese Zeit nicht dem Alltag, der Pflicht, der Arbeit, der Familie, all dem, was die Zeit normalerweise in Anspruch nimmt gewidmet ist, sondern dass es ausgeklammerte Zeit ist, Zeit, über die LI sonst keine Rechenschaft abgegeben wird, gestohlene Zeit (aus dem normalen Ablauf), Zeit die LI nicht dort verbringt, wo es hingehört, sondern fern vom Dortort, sich auflösend, unsichtbar, mit Beschäftigungen oder Personen, die es nicht leid wird, die nicht alltägliche Pflichterfüllung sind, Zeit verbracht auf geheimen Urlaubsinseln, weit weg vom Grau des gewohnten Funkionierenmüssens. Dies ist nur eine (erklärende) Interpretationsmöglichkeit, die ich normalerweise nicht gerne vorgebe, weil ich es vorziehe, wenn jeder für sich eine eigene findet.

Danke noch einmal, für die intensive Beschäftigung mit meinem Text, lieber Aaron und herzliche Grüße
Sabine

 mondenkind (15.05.07)
schöne verspielte leichtigkeit. ein verlockender gesang. ;) lg, nici

 Isaban meinte dazu am 15.05.07:
So sind sie, die Sirenen.
Danke schön, Nici. Ich freu mich, dass es dich locken kann.
Liebe Grüße
Sabine
jaccolo (44)
(15.05.07)
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 Isaban meinte dazu am 15.05.07:
Ja, diese Sirenen aber auch...
Ich freu mich, Jaccolo. Danke.
Herzliche Grüße
Sabine
scalidoro (58)
(15.05.07)
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 Isaban meinte dazu am 15.05.07:
Nein, kein H, lieber Scal. Werd|ich|nicht|leid. Beim Sentiment könntest du absolut recht haben, ich werde es ändern, denke ich. Danke schön. Ich freue mich über dein genaues Lesen und die, wie immer, konstruktive Kritik.
Viele liebe Grüße
Sabine
orsoy (44)
(15.05.07)
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 Isaban meinte dazu am 15.05.07:
Danke, Konni.
Dein Lob freut mich ganz dolle.
Liebe Grüße
Sabine

 Maya_Gähler (15.05.07)
Du weißt ja, dass ich mich mit den expressionistischen Gedichten ein wenig schwer tue. Aber dieses hier kommt so frisch hier an, dass ich mir sicher wieder mal eines dieser Art von dir ansehen werde. Du machst mich wissbegierig... *ggg... tönt doch schöner als neugierig...
Doch es hat was... was? hmmm...frag mich lieber nicht...
vielleicht haben die Sirenen mir schon die Sinne verwirrt...
gerne gelesen...
Grüessli von der Maya

 Isaban meinte dazu am 15.05.07:
*gg* Ja, die sind auf jeden Fall schuld, die tückisch lockenden Singsangbiester.
Ich freu mich, Maya, dass ich dich mal zum Moderne - Schnuppern verlocken konnte.
Danke schön!
Ganz viele liebe und herzliche Grüße von Sabine
ElfchenofDarkness (19)
(15.05.07)
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 Isaban meinte dazu am 15.05.07:
Hi, Axel. Schön, dass wir uns mal wieder über den Weg lesen. *g*
Zuletzt sind wir uns bei den Balladen begegnet, nicht?
Uh, der Sumpf der Möglichkeiten, ja.
Ich freu mich, dass dir der Sirenengesang gefällt.
Danke schön!
Liebe Grüße in deinen Abend,
Sabine
Klopfstock (60)
(16.05.07)
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 Isaban meinte dazu am 16.05.07:
Ah, danke schön, Klopfi.
Ich habe grade extra für dich (und für mich, um mal die angemerkten Betonungen und das Wort "Sentiment" zum akustischen Austesten in seiner französischen Fassung einzubauen ) eine Hörfassung in die kaputte Kamera gesprochen und werde Stefan oder Doreen bitten, sie zu konvertieren und mir als MP3 hochzuladen, dann setze ich sie on.

Es grüßt lieb und herzlich
Sabine
artemidor (58)
(16.05.07)
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 Isaban meinte dazu am 16.05.07:
*g* Ach?

Das freut mich, Arti. Danköööö.
Liebe Grüße
Sabine
astromant (62)
(16.05.07)
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 Isaban meinte dazu am 16.05.07:
Honigbonbon?
MicMcMountain (59)
(17.05.07)
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 Isaban meinte dazu am 18.05.07:
Danke, Mic. Ich freue mich, dass du es magst.
Herzliche Grüße
Isa
Balu (57)
(17.05.07)
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 Isaban meinte dazu am 18.05.07:
*g* Und nun muss ich mir irgendwo den Song von Herrn Mey besorgen, damit ich mir anhören kann, was ich da verzapft habe.

Dein Schaukelbild hat was, Knut. Ich mag diesen Augenblick, wenn man - immer wieder neu, mit viel Schwung - schon ganz oben ist und diese kippelige Hundertstel Sekunde kommt, das Luftanhalten, ob die Schaukel überschnackt oder nicht. Und den Fahrtwind dabei, den Windkuss im Gesicht und dann das an den Haaren flattern, wenn es wieder hinuntergeht, zum neuen Schwungholen.

Hab vielen Dank. Schön, dass es dir gute Laune machen konnte.
Liebe Grüße
Sabine
Balu (57) meinte dazu am 18.05.07:
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 Isaban meinte dazu am 18.05.07:
Ja, mach das, Knut. Ich würde mich freuen.
Liebe Freitagabendgrüße von
Sabine
clownfrancesco† (59)
(29.09.07)
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 Isaban meinte dazu am 29.09.07:
Danke, Francesco, das freut mich sehr.
Die Leichtigkeit behagt mir selbst auch immer noch, selbst nach dieser Pause, wie ich grade festgestellt habe.
Viele liebe Grüße,
Sabine
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