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I: Der Bauer und der Macates

Märchen zum Thema Fantasie(n)


von kaltric

Der Macates
Geschichten aus Lurruken, Teil I

[Originaltitel: Suemendo y Lurruc, Tárja I: Hen Macáte]

Einst, als das gewaltige Reich von Lurruken noch existierte, vor über zweitausend Jahren, lebte in den Wäldern außerhalb der Stadt Geistig ein alter Bauer. Tezann hieß er und schon so lang wie er denken konnte, wohnte er hier an der Grenze zu Stirmen, den silbernen Bäumen. Täglich ging er seiner Arbeit nach und war eigentlich nahezu wunschlos glücklich. Nur nach einem dürstete ihm, er wollte wissen, was wirklich stimmte von den Legenden, die sich um Stirmen rankten. Doch traute er sich nie in den tiefen Wald, sagte man doch, dass jeder welcher den Forst betrat nie wiederkehrte. (Fragt sich nur, wollten oder konnten sie nicht mehr zurück?)
Kurz vor seinem Lebensende - das spürte er -, an einem Flimmertag, nahm Tezann all seinen Mut (sowie etwas Proviant und frische Unterkleidung) zusammen und machte sich auf den Weg.
Irgendwann tauchte ohne Vorwarnung vor ihm der dichte Wald auf, kein Übergang, plötzlich war er da, zuerst grasiges Hügelland, dann war da der Wald... Soweit war Tezann schon früher  gekommen, und doch imponierten ihm die riesigen Bäume immer wieder.
Gut drei Flüge tief war er schon in den Wald eingedrungen, ohne dass etwas passierte. Nach drei Flügen und einem Fuß jedoch bewegten sich die Blätter. Nach drei Flügen und zwei Schritten musste er stehen bleiben, drohte doch ein mächtiger Wind ihn zu Boden zu drücken. Vor ihm auf einer Lichtung senkte sich ein gewaltiger Körper zu Boden.
Ein Macates! Solch eine Bestie riss vor Jahren einst seine gesamte Dreuyenherde. Dementsprechend schwer traf ihn der Anblick.
Vor Schrecken starr stand er da.
„Fürchte dich nicht, Kreatur“, sprach da der Macates. Er sprach! Noch nie hatte Tezann von einem sprechenden Macates (dies war ein grüner, nebenbei, noch etwas Ungewöhnliches) gehört. Dies schockte ihn nur noch mehr.
„Dein Wunsch war es, einmal vor deinem Ende Stirmen zu sehen“, fuhr der Grüne fort, „komm her, dann bringe ich dich hin!“
Er winkte Tezann mit einer Klaue zu sich. Doch diesen packte die Angst und er rannte um sein vermeintlich in Gefahr schwebendes Leben. Irgendwann fiel er vor Erschöpfung um.
Als er aufwachte, sah er direkt in die blaue Pupille eines gewaltigen Auges. Der Macates!
„Hab keine Angst“, sprach dieser Tezann zu, packte ihn und hob ab. Tezann werte sich nicht mehr. Zusammen flogen sie dann über die silbernen Bäume.
Tezann sah Dinge die er sich nie zu träumen gewagt hätte. Sie flogen über die Wipfel und andere Dinge hinweg und landeten schließlich wieder, in der Mitte Stirmens, dort, wo der Geist später, viel später (genau genommen mehrere hundert bis tausend Jahre später) mal ins Meer münden sollte.
Und so sah Tezann des geheimnisvollen Waldes Herzen, die sagenumwobene Zitadelle Stirmens. Im Abendlicht bewunderte er sie, während der Macates wieder verschwand.
Dies sollte sein letzter Abend sein.
Tags darauf fand ein Förster Tezann in seinem Hause liegend, für immer schlafend und träumend.
                                                - Ursprung unbekannt

Ob auch nur ein Teil dieser Geschichte Wahrheit ist, darf bezweifelt werden, wird sie doch schon seit Tausenden von Jahren erzählt und weitergesponnen. Dies ist die älteste bekannte Version. Weder in der Einwohnerliste von damals, lagernd in den Hallen der rukischen Wissenswahrer findet sich ein Eintrag über einen Bauer Tezann, noch wurden je sprechende (noch grüne) Macate gefangen, wären sie doch eine Bereicherung für den Tolji-Tiergarten in Toljúin.
Aber es ist auch wahr, dass über Stirmen nirgendwo Details bekannt sind.

Salero y Cyprilla, Toljidarin                                                 
Karison, Ojútolnan; 18.4.3994


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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Mitternachtslöwe (27) (30.07.2008)
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kaltric meinte dazu am 30.07.2008:
Oha, ich bin überrascht. Dachte nicht, dass sich noch Leute die Mühe machen, längere Texte zu lesen bzw. diese zu lesen.

Danke für den Kommentar.
Vor allem, da diese Geschichten, die in meiner Welt spielen, für mich das Zentrum meines Schreibens sind... der Rest ist nur Zeitvertreib...

zu Elfchen: das ist Geschmackssache. Und die treffen halt den Geschmack viele Leute. Ich persönlich mag ja Gedichte nicht. Und Elfchen finde ich auch sinnlos. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wenn IV schon überlang ist, dann warne ich hiermit vor Teil V.
Allerdings ist V auch noch nicht korrigiert...
Teil VI. ist einfach nur unglücklich, den muss ich nochmal komplett überarbeiten. VII. braucht ein neues Ende. Ab VIII wollte ich wieder kürzer schreiben, aber es klappt einfach nicht. Ist auch noch nicht fertig. IX wird zur Zeit wieder mittellang.
Deshalb werde ich, sobald ich überhaupt wieder Zeit zum Schreiben habe (Morgen ist Zwischenprüfung), erstmal einen neuen Roman anfangen...kann grad nicht schlafen aufgrund der Ideen dazu.
Was die Fortführung der Reihe anbelangt: aufgrund des Konzeptes (dass sie in einer speziellen Region spielt) ergeben sich da eh kaum noch Möglichkeiten...aber das zu erklären wäre länger.
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Mitternachtslöwe (27) antwortete darauf am 30.07.2008:
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kaltric schrieb daraufhin am 30.07.2008:
war mir jetzt unschlüssig ob ich hier oder per PN antworten soll... werde das auf den Text bezogene hier antworten, den Rest zuschicken.

Ja, am Bildschirm lesen ist nicht angenehm. Ich bemühe mich um einen Verlag (für einen Roman) und habe viele der Geschichten auch an Magazine gesendet...vielleicht mag es ja mal eins...

Und nun doch eine längere Erklärung, zum Konzept:
(könnte ich mal als Prolog formulieren und hinzufügen)
wie der Name schon sagt, spielen die Geschichten in der Region Lurruken. Lurruken war einst das mächtigste Reich auf dem Kontinent, herrschte über gut ein Drittel der Landmasse. Heutzutage sind diese Regionen größtenteils unbewohnt.
-> Und das ist das Problem. Geschichten sollen auch mal wo anders spielen, nicht so gebunden sein, und es gibt nur noch wenig in der Region zu erkunden...
aber: nur noch 3 Länder liegen dort, wo einst Lurruken war. Eines davon ist eines der bedeutenderen heutigen Reiche. Dessen Geschichte ist reichlich detailliert, dort spielen auch der Roman und Teil V. Durch diese Detaillierung ergeben sich da noch viele Ideen...aber das wird irgendwann auch eintönig.

Ich möchte erstmal auch meine anderen Regionen und Länder ausbauen und erforschen.

Aber solange mir kurze Geschichten einfallen, die noch ins Konzept passen, geht die Reihe auch weiter...^^
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Geschichten aus Lurruken.
Veröffentlicht am 18.06.2007, 5 mal überarbeitet (letzte Änderung am 13.02.2009). Textlänge: 576 Wörter; dieser Text wurde bereits 3.799 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.04.2021.
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