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Die weiße Lilie von Corvey

Ballade zum Thema Zeichen


von Beaver

Der Nebel lag auf weitem Land,
wo alles schlummerte und schlief,
und jenes alte Kloster stand.
Allein im Wald ein Käuzchen rief,
das Bächlein quoll im Wiesengrund.

Die Glocke klang zur Matutin,
der Andacht in der Morgenstund.
Schon sah man Bruder Markward ziehn,
durch finstren, feuchten Klostergang;
der Mond bot ihm nur spärlich Licht.

Er huschte an den Fenstern 'lang,
bedrückt von dieser trüben Sicht.
Im Saal stand er alleine da,
sprach leis »Te deum laudamus«
zum Holzkreuz über dem Altar.

Die Luft war kühl, der Kerzenruß
hing wie der Nebel schwer im Raum.
Intimus von Cäcilie
ging drauf zu seinem Stuhl; ein Traum?
Da lag die weiße Lilie!

Die Immerblühende vom Kranz,
der überm Tisch des Herren hing,
durchbrach die Nacht mit ihrem Glanz,
als wäre sie ein Silberring.
Der Bruder wusste, was das hieß:

Die Blume kündete den Tod.
Er würde sterben! Ängstlich stieß
er sie vom Platz in seiner Not.
Der Herrgott hatte sich vertan!
Es konnte gar nicht anders sein!

Da fasste er den schlimmen Plan
und legte unter großer Pein
die Blume auf den Nebenstuhl.
Er betete zu Jesus Christ,
»verschone mich vom Höllenpfuhl!«

Nichts ahnend von der argen List,
trat Bruder Wigand an den Platz.
Der Greise sah die Blume an,
als wäre sie ein böser Schatz,
und schaute flehend himmelan.

Sogleich griff er zur linken Brust
und klagte über großen Schmerz.
Es schien, als wich die Lebenslust
aus seinem alten, schwachen Herz.
So ward er in sein Bett gebracht.

Dort lag er vierzig Stunden lang,
bis schließlich, vor der zweiten Nacht,
im Turm die Vesperglocke klang.
Er sprach das »Vater unser« und:
die Schmerzen waren jählings fort.

Zur Andacht in der Morgenstund
sprach er manch frommes Gotteswort.
Nur einer war ganz still und bleich,
wie rings das nebelschwere Land.
Er spürte schon das Schattenreich –

ganz sanft griff es nach seiner Hand.
Zu Atmen fiel ihm schwer. Welch Mahr!
Er legte sich ins Bett und schlief.
Das letzte, was er hörte, war
im Wald ein Käuzchen, das da rief.

 
 

Kommentare zu diesem Text


GillSans
Kommentar von GillSans (05.07.2007)
Eine wunderbar geniale Ballade die dir mal wiecer gelungen ist, ich bin begeistert, ja!
die Gill
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Beaver meinte dazu am 05.07.2007:
Danke, Gill! Es war auch ein Arsch voll Arbeit, bis sie so aussah :o)

Abendgruß,
Manu
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GillSans antwortete darauf am 05.07.2007:
Das so ein Text nicht gerade aus der Feder hüpfen kann ist mir schon klar, und gerade darum verneige ich meinen Kopf und weiß um die Arbeit die du damit hattest....oder sagen wir....ich vermute es grob....
die Gill
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Traumreisende
Kommentar von Traumreisende (05.07.2007)
das sind sie, deine balladen wie ich sie mag, so leicht so schwer so inhaltsvoll!!

die käutzchen ja... die sind es oft...

lg silvi
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Beaver schrieb daraufhin am 05.07.2007:
Danke, Silvi. Freut mich, dass sie Dir gefällt!

Abendgruß,
Manuel
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Kommentar von Sturmschatten (32) (05.07.2007)
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Beaver äußerte darauf am 05.07.2007:
Danke, Johannes. Es macht großen Spaß, solche Gedichte zu schreiben. Man weiß nie, ob man auch bis ans Ende kommt, bzw., ob das Ende auch so wird, wie man es sich gedacht hat. :o)

Liebe Grüße,
Manuel
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Kommentar von MicMcMountain (59) (05.07.2007)
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Beaver ergänzte dazu am 05.07.2007:
Kurz und knapp: Danke! :o)

Grüßle,
Manuel
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Kommentar von Lachmalwieder (43) (05.07.2007)
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Beaver meinte dazu am 05.07.2007:
Steffen, Du musst nicht beteuern, dass das, was Du sagst, auch so gemeint ist. Ich glaube Dir, auch wenn es manches Male schwer fällt. 0:o) Ich habe Dich nämlich als ehrlichen, lebensfrohen Menschen mit Ansprüchen an sich und seine Umgebung kennen gelernt.

Das Reimschema war heftig. Nicht nur die konsequent "kurzen" Verse, sondern eben die 5er Strophen mit dem Wechselreim. Ich habe manches Male geflucht! Die Nachbarn könnens bezeugen! :o) Es war ein Kampf, aber ein guter, wenn auch langer.

So schwer finde ich den Inhalt gar nicht. Und überhaupt: was kann ich dafür, dass die meisten Menschen, wenn überhaupt, erst spät entdecken, dass es viele coole Sagen gibt und anfangen, dahingehend zu lesen und zu "forschen"?! Ich würde eher fragen: wieso tun's die anderen nicht? :o)

Ich habe neulich ein Buch von 1882 auf dem Flohmarkt entdeckt und gekauft. Thema: Gedichte aus Westphalen (!). Dort stand die Sage von der weißen Lilie von Corvey. Fand ich sehr faszinierend und inspirierend. Da konnte ich nicht anders, als selbst drüber zu schreiben.

Generell interessiere ich mich sehr für solcherlei Dinge. Altes, fast Vergessenes, übt eine magische Anziehungskraft auf mich aus. Habe Dutzende alter Bücher mit wundervollen Gedichten und Sagen. Manche Autoren kennt nicht einmal die Wikipedia! Ich begegne dem mit einer Mischung aus Demut, Ehrfurcht und Idealismus. Alte Bücher lehren uns meist mehr als ihr Inhalt und erzählen allein durch ihr Äußeres so einiges über das Arcana des Lebens. Natürlich lese ich die Bücher auch. Wie gesagt, ein Großteil meiner bibliophilen Sammlung besteht aus Lyrikbänden. Und es ist herrlich, in solch einem Buch zu schmökern, während im Hintergrund - wie jetzt gerade zum Beispiel - die Musik von Hildegard von Bingen läuft. Du magst fragen, wie ich so ein abgefahrens Zeug hören kann. Aber auch dort gilt: es kommt nicht so sehr darauf an, was sie singen, sondern vielmehr, WIE sie es singen, bzw wie die Instrumente klingen. Es ist wie ein Eintauchen in den Strom der Zeit. Vieles wird greifbar, erkenntlich. Damit meine ich kein Wissen, sondern eben "Seelisches". Das Wissen mag sich im Laufe der Jahrhunderte verändert haben, geatmet und gelitten haben wir alle...

Was für ein Kommentar!

Lächelgruß,
Manuel
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Maya_Gähler
Kommentar von Maya_Gähler (05.07.2007)
Das ist ein echter Manuel!!! Einfach beeindruckend und wunderbar. Herzliche Grüße von der Maya
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Beaver meinte dazu am 05.07.2007:
Sind auch schon unechte Manuels aufgetaucht? ;o)

Danke, Maya. Es freut mich, dass Dir die Geschichte und die Umsetzung gefallen.

Liebe Grüße,
Manuel (der echte!)
(Antwort korrigiert am 05.07.2007)
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Kommentar von janna (60) (05.07.2007)
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Beaver meinte dazu am 05.07.2007:
Jaha, gerade die Reimform hat mich wahnsinnig gemacht. Aber gut, ich hab es ja selbst so gewollt. War eine scheiß Maloche das! :o) Um so mehr freue ich mich aber, dass Du die Ballade magst, Janna.

Liebe Grüße aus dem dunklen Hamm ;o)
Manu
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Kommentar von Weltenwanderer (42) (05.07.2007)
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Beaver meinte dazu am 05.07.2007:
Danke, Norbert! Es hat viel Mühe und Zeit gekostet, bis das Ding so klang und dastand. Schön, dass es Dir gefällt! Dann war es das wert. *lächel*

Liebe Grüße,
Manuel
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Kommentar von Liamé (27) (05.07.2007)
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Beaver meinte dazu am 05.07.2007:
In derTat, ich weiß es nicht, freue mich aber, wenn Dir der Text etwas geben kann. Sei es auch "nur" Zuversicht oder etwas Kraft.

Ich habe auch überlegt, ob es einen Grund geben soll, weshalb Bruder Markward "zu Gott befohlen" werden soll. Aber dann dachte ich mir: einerlei, weil, 1.ist es Gottes Sache, und 2. er widersetzt sich. Und das ist Frevel genug.

Vielen Dank, Vanessa, und einen schönen Abend Dir!
Manuel
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Kommentar von SuseChrist (33) (05.07.2007)
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Beaver meinte dazu am 05.07.2007:
Gesehen habe ich diesmal gar nichts. Aber gehört. Pilgerlieder aus dem 14.Jahrhundert sind eine tolle Inspiration! *lächel* (Und Lieder von Hildegard von Bingen auch, wie ich gerade merke...)

Gute Nacht!
Bruder Bär
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Balu (57) meinte dazu am 07.07.2007:
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Beaver meinte dazu am 07.07.2007:
Ist ja auch nicht der schlechteste Vergleich, Balu. Daher lese ich es gern noch einmal! :o) Es freut mich, dass Dir meine Version der Legende gefällt.

Abendgruß,
Manuel
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Beaver
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Veröffentlicht am 05.07.2007, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 13.02.2019). Textlänge: 335 Wörter; dieser Text wurde bereits 4.387 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 21.09.2019.
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