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Über Befreiung

Brief zum Thema Befreiung


von Hoehlenkind

...
Du fragst "Kann man sich von der Zivilisation oder dem Kapitalismus wirklich befreien????"

Wenn du mit "wirklich" soviel wie "restlos" meintest, dann nein. Doch nach dem, was du sonst noch geschrieben hast, glaub ich nicht, dass du zu den Leuten gehörst, die keinen Schritt vor die Tür tun, ohne genau zu wissen, wo und wann sie ankommen. Und auch nicht zu denen, die in jeder Verbesserung des Lebens einen Verrat an der Revolution sehen.

Ich wills mal so sagen: wir können uns auf den Weg machen in Richtung Freiheit. Mit Hoffnung, aber ohne Erfolgsgarantie. Befreiung ist kein digitaler Zustand, der entweder ganz oder garnicht da ist, sondern ein langsamer und mühevoller Prozeß, bei dem wir mehr oder weniger weit kommen können.

Wir sind erstmal erzogen und geprägt von der Welt, die uns umgibt mitsamt ihren Herrschaftssystemen, ihrer Gewalt, Sexismus, Rassismus usw. Und wir haltens für normal, weil wir kaum was anderes kennen.

Erschwerend kommt hinzu, dass diesselbe Welt, die uns unterdrückt auch meist unser Überleben sichert. Solange wir nur eine Welt, eine Kultur, eine Normalität kennen, gibts für uns auch nur eine, die funktioniert. Was uns davon abhält, sie tiefgreifend zu verändern.

Mir erscheint Befreiung vorrangig als innerer Prozeß. Bevor wir unsere Ketten sprengen, abwickeln, ablegen können, müssen wir sie als solche erkennen und von lebensnotwendigen Elementen und Verbindungen unterscheiden können. Also erstmal eine Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus (Patriarchat, Bürgertum ...) in uns, ein Rückgängigmachen unserer Erziehung, also Entziehung. Praktisch heißt das Gewohnheiten in Frage stellen und aufgeben, Ängste aufdecken und überwinden, neue Sichtweisen akzeptieren, ausprobieren oder entwickeln.

Damit will ich nicht für einen Rückzug ins Innere und individuelle plädieren, sondern die in der Linken weit verbreitete Haltung kritisieren, die Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus nur als etwas Äußeres zu begreifen.

Die Beteiligung an praktischen Auseinandersetzungen, an Aktionen, Demos und Widerständen ist mir sehr wichtig. Nicht so sehr aus Pflichtgefühl oder der Hoffnung, damit etwas erreichen zu können, sondern als Quelle von Erlebnissen, Erfahrungen und Erkenntnissen, die mir die besten Bücher nicht geben können.

Vor allem sind solche Aktionen Ereignisse, wo mein individueller Weg der Befreiung mit ähnlichen Wegen anderer Menschen zusammentrifft und sich dadurch viel weitreichendere Perspektiven eröffnen. Wenn zwei Menschen, die jeweils ihren Weg der Befreiung gehen, zusammen treffen, kann daraus eine Freundschaft werden, die ganz anders, weniger patriarchal, bürgerlich und kapitalistisch ist als eine "normale". Ein - wenn auch kleiner - befreiter Raum, der Kraft und Mut gibt, den Weg weiterzugehen.

Wenn mehrere Menschen oder mehrere Freundschaften dieser Art zusammenkommen, sind der Freiraum und seine Möglichkeiten schon größer. Es entsteht eine neue Kultur, ein anderer Umgang miteinander, der Anfang einer neuen Gesellschaft sein könnte. So kann aus vielen individuellen Befreiungsprozessen zusammen ein weltweiter Heilungsprozeß werden.

Und das ist teilweise schon Realität, genauso wie der ganze Frust, der uns umgibt. Zwar erstmal nur ansatzweise, klein und verborgen, aber es ist da und wir brauchen unsere Hoffnung nicht mit Utopien zu begründen.

Dass Patriarchat und Kapitalismus völlig überwunden sind, werden wir wohl nicht mehr erleben. Dennoch sind wir nicht ohne Einfluß darauf, wie weit sie sich in unserem Leben breitmachen und es bestimmen.

...

Anmerkung von Hoehlenkind:

Aus einem Brief von 2002


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Francisco_Wilando (54) (01.08.2007)
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Hoehlenkind meinte dazu am 01.08.2007:
Mindestens zu zweit. Läßt sich ja nicht mal ahnen, wer noch alles Ähnliches denkt. Doch jeder der sich dazu bekennt, ist eine Ermutigung. Vielen Dank dafür, Jobst
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Kommentar von kdn (56) (27.08.2007)
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Hoehlenkind antwortete darauf am 28.08.2007:
Wenn ich gegen alles ankämpfen sollte, was mir nicht gefällt, wär ich total überfordert. Ich kümmer mich lieber um das, was mir gefällt und laß (fast) alle so leben, wie sie wollen. Da aber nicht jeder eine Welt für sich hat, kommt es zu Konflikten und deshalb hat Kritik an bestimmten Lebensweisen, die das Leben von anderen beeinträchtigen, auch seine Berechtigung. Außerdem sind es nur wenige, die ihr Leben so führen, wie es ihnen gefällt. Den meisten gefällt ihr Leben nicht, aber sie leben in dem Glauben, daß es anders nicht geht. LG Jobst
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kdn (56) schrieb daraufhin am 28.08.2007:
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Veröffentlicht am 01.08.2007. Textlänge: 510 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.548 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 04.03.2021.
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