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Der Albtraum

Kurzgeschichte


von ViolaKunterbunt

.



Sie schläft.
Der Albtraum hält sie gefangen.
In ihrem Rollstuhl fixiert sitzt sie im Aufenthaltsraum. Die große Tischplatte mit der sie festgehalten wird, ist stramm an den Seitenlehnen befestigt und lässt ihr kaum Spielraum. Nur die Arme sind beweglich und sie nutzt diese Freiheit, um stundenlang mit den Knöcheln auf die Platte zu klopfen. tok tok tok tok tok ... Ohne Rhythmus, nur ein eintöniges tok tok tok ...
Ab und zu kommt ein Pfleger vorbei, der ihr den Mund abwischt, dazu gibt es ein leichtes, routiniertes Streicheln über den Arm.
Sie scheint neben sich zu stehen und sieht sich in dem Shirt, das seit dem Frühstück Marmeladenflecken auf der Brust hat.
Sie hört die unartikulierten Laute der anderen im Raum. Einer grunzt, einer brummt, eine ruft unablässig um Erbarmen.
Sie kennt niemanden hier; kein vertrautes Gesicht lächelt ihr zu. Die Menschen hier sind unwirklich und ihre Gesichter erscheinen ihr als wesenlose Fratzen.
Manchmal glaubt sie in diesem Albtraum keine Luft mehr zu bekommen und reißt ihren Mund weit auf, - weit ... weit auf


Sie erwacht.
Gott sei Dank und Halleluja!
Sie liegt auf der Wiese im Gras. Die schrecklichen Bilder des Traumes verschwinden im Sonnenschein. Nur ein paar Meter weiter ist eine lange Tafel aufgebaut und alle ihre Verwandten sind da um ein großes Fest zu feiern.
Ihr Mann winkt ihr zu und lächelt liebevoll. "Komm, meine Kleine, hast Du gut geschlafen?" Sie springt auf und schüttelt die letzten Erinnerungen an den überstandenen Albtraum ab. Ihre Eltern sitzen am Tisch, halten sich bei den Händen und lächeln sie an. Da sitzen die Onkel und Tanten; sie hat das Gefühl, sie lange nicht gesehen zu haben.
Der Tisch ist sommerlich geschmückt und bricht fast unter den kulinarischen Festlichkeiten zusammen. Es scheint ein besonderer Anlass zu sein, zu dem sich alle hier getroffen haben. Sie kommt nur gerade nicht drauf, was es ist.
Ihre Großeltern sind da, und sie nimmt die Oma in den Arm. Der Opa streichelt ihr liebevoll über das Gesicht und spricht: "Herzlichen Glückwunsch zu Deinem 85. Geburtstag !  Es ist schön, dass Du endlich bei uns bist."



.


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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von janna (60) (23.08.2007)
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ViolaKunterbunt meinte dazu am 25.08.2007:
Danke Dir,
schön, wenn es so bei Dir ankommt.
Liebe Grüße
und vielen Dank für Deine Empfehlung,
Viola
(Antwort korrigiert am 25.08.2007)
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Kommentar von FINNUCANE (44) (23.08.2007)
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ViolaKunterbunt antwortete darauf am 25.08.2007:
Ich danke Dir für Deinen Kommentar und die Empfehlung.
Liebe Grüße,
Viola
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Kommentar von Blueeyse34 (36) (24.08.2007)
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ViolaKunterbunt schrieb daraufhin am 12.09.2007:
Ich danke Dir.
Liebe Grüße, Viola
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Kommentar von Linda (28) (26.08.2007)
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ViolaKunterbunt äußerte darauf am 12.09.2007:
Ja, überraschend sollte es auch sein. Freut mich wenn es gelungen ist.
Liebe Grüße, Viola
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Lena
Kommentar von Lena (09.09.2007)
Der erste Teil hat mich sehr bedrückt, da ich zur Zeit diese Situation erlebe...der zweite Teil hat bei mir zunächst den Gedanken an ein behindertes Kind erweckt, der Schluss hat mich irgendwie erfreut, aber auch denken lassen, dass es einfach traurig ist, dass sich nicht noch zu Lebzeiten jemand liebevoll kümmert...ein nachdenklich stimmender Text, mitfühlend geschrieben...liebe Grüße, Arja
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ViolaKunterbunt ergänzte dazu am 12.09.2007:
Ich danke Dir für Deinen Kommentar, und dass Du mich hast teilnehmen lassen, wie die Geschichte auf Dich gewirkt hat.
Liebe Grüße, Viola
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BrigitteG
Kommentar von BrigitteG (12.09.2007)
Oh, ich habe das glaube ich anders verstanden als die Anderen (ich habe mir vor dem Kommentieren heimlich die anderen Komms durchgelesen *g*).
Die Idee mit diesen beiden Absätzen finde ich gut, mit der Gegenüberstellung. Der erste Absatz wirkt emotional sehr bedrückend, gleichzeitig realistisch, und darum noch unangenehmer. Der zweite Absatz ist so ein bisschen Heile-Welt-Situation, sicherlich absichtlich als Kontrast zum Anfang. Misstrauisch wurde ich an der Stelle "Sie kommt nur gerade nicht drauf, was es ist" - da war klar, dass da ein Haken an der Sache ist *g*.
Also ich hatte es so verstanden, dass der erste Absatz die Realität ist. Dann, im zweiten Absatz dachte ich erst, dass es wirklich nur ein Alptraum war, sie zwar im Heim ist, aber in ihrem Traum Angst davor hat, so wie die Anderen zu enden. Dann wird sie meiner Meinung nach zu Besuch von ihren Angehörigen aus dem Heim herausgeholt, ist also eigentlich noch ganz fit, im Gegensatz zu den Anderen, die schon so schlimm dran sind. Und zum Schluss stellt sich dann für mich heraus, dass sie diese Verwandten nicht mehr einsortieren kann, also doch verwirrt ist und deswegen der erste Absatz sie selber beschreibt.
An den Himmel hatte ich gar nicht gedacht, ehrlich gestanden. Und eigentlich mag ich meine Interpretation lieber, weil mir diese Himmel-Situation ein bisschen zu klassisch-kitschig ist. D.h. natürlich nicht, dass Du es nicht doch ganz anders gemeint hast. Am Besten machen wir das so, Viola: Du denkst Dir die Interpretation X beim Schreiben, und ich interpretiere einfach Y, und wir sind beide zufrieden . Liebe Grüße, Brigitte.
P.S. Mir ist eingefallen: wenn nach "weit ... weit auf" noch ein "und" stünde, dann der große Absatz, und das "s" von "sie" dann klein, das hätte auch was... (also für mich zumindest *g*)
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ViolaKunterbunt meinte dazu am 22.11.2007:
Huch! Ich hab ja immer noch nicht kommentiert.
Aber Deine Interpretation hat mich ziemlich verwirrt. Und irgendwie wusste ich wohl noch nicht, wie ich darauf reagieren sollte.
Nun hat heute Ganna den Text mit klaren, deutlichen Worten punktgenau so kommentiert und beschrieben, dass ich sofort dachte: Genauso habe ich es gemeint! Wieso kann das irgend jemandem unklar sein?

Und die Himmel- Situation sollte natürlich ruhig etwas kitschig, auf jeden Fall aber klassisch sein. Und natürlich sollte der Satz mit dem 85. Geburtstag, zu dem ihre eigenen Großeltern gratulieren, dem Leser/ der Leserin klar machen, dass dies nichts mit einer irdischen Situation zu tun haben kann.
Und über Dein PS denke ich immer noch nach.
*denk* *denk* - Dank!
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Kommentar von The_black_Death (31) (17.10.2007)
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ViolaKunterbunt meinte dazu am 22.11.2007:
Hallo BD,
ich bin mir nicht ganz sicher, ob Du den Text so verstanden hast, wie ich ihn gemeint habe. Was ja an sich kein Problem ist, denn ich bin schon der meinung, dass der Leser selber weiß, wie er den Text aufnehmen möchte.
Wenn es Dich aber interessiert, was ich mir dabei gedacht habe, schau mal bei dem unten stehenden Kommentar von Ganna.
Auf jeden Fall aber vielen Dank für Deine Rückmeldung.
Kunterbunte Grüße, Viola
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Kommentar von Samhain (23) (03.11.2007)
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ViolaKunterbunt meinte dazu am 22.11.2007:
Vielen Dank für Deinen Kommentar.
Dein Kommentar passt sehr gut zur momentanen Diskussion im Forum, wo es darum geht, wieviel Verantwortung der Autor für seinen Text und für die Gefühle seiner Leser hat.
Denn Du schreibst, dass Dich dieser Text traurig macht, aber trotzdem : wunderschön.
Tja, und so soll es ja wohl auch sein. Dass ein Text berühren soll und Gefühle hervorrufen soll. Ich danke Dir.

Liebe Grüße, Viola
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Unbegabt
Kommentar von Unbegabt (13.11.2007)
Ich hatte mir beinahe soetwas gedacht.
Sehr schön geschriben, bewegend und spannend bis zur letzten Zeile.
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ViolaKunterbunt meinte dazu am 22.11.2007:
Vielen Dank für Deine zeilen.
Ja, zwischendurch kommt einem beim Lesen schon der Gedanke, was da hinter stecken könnte. So soll es auch sein.
Danke für Deinen Kommentar.
Liebe Grüße, Viola
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Ganna
Kommentar von Ganna (22.11.2007)
Dein Text hat mich sehr beruehrt.

Auch wenn der zweite Teil zuerst wie eine Erloesung wirkt-
welch Enttaeuschung, dass es diese Erloesung nur durch den Tod gab.

lG
Ganna
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ViolaKunterbunt meinte dazu am 22.11.2007:
Ja, ich danke Dir. Du hast punktgenau das beschrieben, was ich darstellen wollte.
Danke für Deinen Kommentar und den Extra Klick.
Liebe Grüße,
Viola
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souldeep meinte dazu am 20.12.2007:
ja, einfach ja.

alles andere ist gesagt - aber dass du einfach toll
den leser mit einigen zeilen, die bilder zaubern,
einfangen kannst, das sollte vielleicht wieder mal
bewundernd gesagt sein.


kirsten
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DariusTech
Kommentar von DariusTech (31.01.2008)
Es trifft und macht betroffen, irgendwie. es ist keine schöne, aber eine gelungene Geschichte, mit einem außergewöhnlichen Happy End.
lg Darius
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ViolaKunterbunt
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Veröffentlicht am 23.08.2007, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 30.12.2007). Textlänge: 346 Wörter; dieser Text wurde bereits 2.333 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 08.10.2019.
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