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Lyrischer Prosatext zum Thema Sehnsucht


von souldeep


Das Sehnen in deinen Augen...
(von souldeep)
.



Manchmal ist es ein einziges Brennen von innen heraus,
ein hautüber bedeckt sein von diesem Flächenbrand,
welcher seinen Ursprung im Becken und im Herzen schwelend trägt.
Ein getrieben sein von wildwuchernden Gedanken und ein Flehen
wollen, beim Anblick eines Menschen, in welchen man sich verlieben
könnte, nur um seine Gunst in just dieser Sekunde zu erbeten.
Ein plötzliches Aufwallen von gänzlichem Hingezogensein,
eine Inbrunst, die den Menschen im gesamten Wesen erfasst,
ein schier unstillbares Weh voller Lust.

So überfällt sie manchmal die Sehnsucht im unpassendsten
Moment, im Gedränge beim Anstehen vor einer Tür, während
einer Sitzung mit kühlen Gesichtern, unnahbaren Mienen und rein
sachlicher Ebene des Gesprächs, ein anderes Mal mitten im Supermarkt,
wenn ein junger Mann mit locker-lässigen Hosen vor der Fruchttheke
steht und seinen prallen Hintern ahnen lässt, dann wieder an der
Baustelle, wo der nackte Oberkörper eines etwas einfach wirkenden
Arbeiters, welcher sie sonst nie reizen würde, auch nur einen Kaffee
mit ihm zu trinken, im sonnengewärmten Braun ihr entgegen leuchtet,
als wollte er sagen, komm und nimm mich!

Im Park, wenn ein Paar sich zärtlich in die Augen blickt, sich umschlingt
und küsst, kann es sie wie ein kindischer Trotzanfall packen,
sie schnell hinfort zerren und in allen Augen, die ihr auf dem Fluchtweg
begegnen, die Bestätigung zu suchen, dass sie ganz allein
so fühle und alle andern eben zufrieden und glücklich seien…

Oft ist es einfach eine Musik, die sie mit wollenden Zartfingern
angreift, mitzieht und verzaubert bis ihre Glieder im Takt mitgehen
und ihre Träume wie Gefühlswellen einen feuchten Glanz auf und in ihr
erzeugen…

Manchmal überkommt sie eine andere Sehnsucht, wenn sie gerade
aus einem Orgasmus auftaucht, einem von der Sorte, wo sie
sich im All aufgelöst und sternschnuppengleich wieder auf
die Erde hinunterrieselt, da ist es wie eine süss-saure Dusche
im Innern ihres Seelenkörpers. Sie fröstelt und schwitzt zugleich,
lacht und weint, will sterben und doch ewig sich genauso fühlen.

Ein Ziehen, als wäre sie seit der Geburt oder noch länger an einer
langen, dehnbaren, unsichtbaren und unzertrennbaren
Schnur in ihrer Mitte festgemacht, weist ihr von Zeit zu Zeit
in die Richtung, wo alle Sinnfragen sie ziehen, ein Gedankenfliegen
und im Boden der Wahrheiten wühlen, als könnte sie neues Leben
bewirken damit. Ein Wünschen von Heil und Wirksamkeit
für sich und das Kollektiv.

°

Bei ihm ist es ein regelmässiges Klopfen in den Lenden, das ihn
manchmal schon beim Aufwachen ruft und an die längst vergangenen
Stunden köstlicher Liebe mit einer Frau, lustvoll und feucht und
voller Düfte erinnert… Er kann sich kaum aus dem Bett erheben,
ohne die Hände an seine Mitte zu verlieren – wenigstens für
einige Augenblicke – und sich selbst wärmeschürend zu spüren.

Es kann ihm auch geschehen, wenn er im Büro sitzt, sich vor
Langeweile und Unterfordertsein im träumerischen Blick durchs
Fenster verliert, dass ihn ein jäher Blitz trifft, ein Gedanke wie ein
Geruch, der ihn mit Urgewalt in seine bedürftige Sinnlichkeit wirft,
ihn verbrennen will.

Oft, wenn er durch die Strassen geht, wo Menschen
ungeachtet hasten, da öffnet er seine Nase und nimmt die Frauen
über ihre unterschiedlichen Düfte wahr, saugt sich voll mit ihrem
ätherischen Streifen an seine Sinne. Andere Male setzt er sich ins
Café und geniesst einen starken Espresso mit einem kleinen
Cognac dazu, schlägt die Beine genussvoll übereinander,
raucht eine Zigarette und lässt sich vollrauschen von den weiblichen
Wesen, die ihre Beine, ihre wundervollen Körper an ihm vorbeischieben,
-hasten, -schlendern lassen, wie ihre Brüste im Takt ihrer Schritte
wippen und wie ihre Hälse, ihre Pobacken, ihre Schenkel sich wohl
in diesen Schritten bewegen, reiben, anfühlen…ah, er konnte sich so
gut verweilen, indem er sich bildlich vorstellte, wie diese holden
Geschöpfe allesamt nackt an ihm vorüberschreiten würden.

Wenn sein Kind die Ärmchen ganz warm und so fest es nur kann
um seinen Hals schlingt, einen nassen Kuss ins Gesicht drückt
und flüstert, du bist der allerliebste Papa der Welt, dann will in ihm
ein Glühen sich in die Welt schreien, ein sanftes ewig brennendes
Glühen, wie es im Innern eines Planeten gleichmässig
brodeln muss.

Liest er Worte von andern Menschen geschrieben, über Liebe und
Sehnsucht, über Nähe und Vertrauen, über schwere und leichte
Umstände und Geschichten aus dem Leben, dann rührt in ihm auch
mal ein direktes Gefühl, das wie eine schnell grösser werdende
Blase in seiner Brust ihn ausfüllt. Es ist das Verlorensein in
Einsamkeit, welches ihn im See seiner Trauer versenken will.
Es ist ein wehes Kreischen nach Licht, nach Anerkennung im
Sinne von erkannt Werden, ein drängendes Bedürfnis,
welches er schon immer fühlt; ein sich-finden-wollen,
ein sich für jemanden völlig aufgeben-wollen, der Wunsch,
seine Bestimmung zu erfüllen und endlich Mantel sein zu dürfen
für die eine Frau, die irgendwo in der Welt seine Vertraute sein und
bleiben will.

°

Bisweilen kann es geschehen, dass die beiden unbekannterweise
ihre Wege kreuzen, dass für einen Bruchteil einer Sekunde,
in jenem Augenblick ein unzählbares Moment lang die Welt still steht,
weil beide zur selben Zeit eben dieses Sehnen im andern zu
erkennen vermögen – es aber unbewusst geschieht und
dadurch von Vernunft und Anstand sogleich wieder verworfen wird.
Andere Reaktionen sind selten, sehr selten, wie abrupt stehen
zu bleiben und mit einem verspielten Lächeln sich nach dem anderen
umzudrehen…


Unzählige Male sind es genau jene Augenblicke, die uns Menschen
wieder ins Leben zurück holen, sei es, dass wir sie gelebt oder gedacht
oder einfach erinnert haben…



.

Anmerkung von souldeep:

.

Da hab ich einen Impuls geschenkt gekriegt...
und das ist daraus geworden - zwar keine Geschichte,
vielmehr eine Bilder-Reihe in Worten und Gefühlen.

:)
Ich danke Dir, der Spass ist ganz meinerseits!
:)

.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Balu (57) (14.11.2007)
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souldeep meinte dazu am 14.11.2007:
melodie? oh, ich ... ähm... danke du.
du weisst, ich singe gern - aber ich kann beim schreiben nicht ...naja.
egal.

ich freu mich megamässig, dass du es gut findest - hatte bammel.
))

schwiizertön? wer weiss, wer weiss...


es passt zusammen, nicht wahr?! bild und text. das finde ich auch
und freu mich nun einfach sehr.
liebe grüsse dir zuwinke
kirsten
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Maya_Gähler
Kommentar von Maya_Gähler (14.11.2007)
Das ist grosses Kino, liebe Kirsten...

es ist wirklich wie ein Film...
Sequenzen des Lebens aneinander gereiht... ohne langweilig zu werden... man wird von einer Situation in die nächste katpultiert... beim zweiten Lesen lässt man sich Zeit, lässt das Gelesene sacken, bevor man zum nächsten Punkt gelangt...

einfach klasse....

Liebe Grüsse,
Gudrun
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souldeep antwortete darauf am 14.11.2007:
kino?
ich war schon zu lange nicht mehr - aber jetzt, wo du es
erwähnst, stimmt es auch für mich - während des schreibens
zog mich ein fluss mit...von bild zu bild, von gefühl zu gefühl.

danke du, ich freu mich grossartig!
von herzen
kirsten
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Kommentar von Lebenslust (63) (14.11.2007)
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souldeep schrieb daraufhin am 14.11.2007:
dass du die empfundene tiefe erkennst, liebe Birgid, das macht mich
richtig froh! hab einfach ganz herzlichen dank für deine rückmeldung!
sie ist eine wahres vergnügen für mich.

lieb grüss ich dich
kirsten
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Kommentar von Tierra (28) (14.11.2007)
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souldeep äußerte darauf am 14.11.2007:
deine sicht rundet die sache so schön - ich danke dir sehr erfreut,
liebe sandra - es ist einfach fein, solche rückmeldungen zu kriegen.
besonders bei einem solchen thema und textart.


ganz herzliche
grüsse und lieben dank
kirsten
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Kommentar von slam (48) (15.11.2007)
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souldeep ergänzte dazu am 15.11.2007:
dem ewigen wandel sich hinzugeben,
täglich neu, das würde mir gefallen,
wenn ich es nur könnte, slam.

hab dank für dein hineinfühlen - ich
hoffe, du verlierst dich nicht ganz!


lieb grüss ich dich,
kirsten
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Herzwärmegefühl
Kommentar von Herzwärmegefühl (16.11.2007)
Viele Sichten, viel Erkennen, viel Natürlichkeit.
Tausend Berührungen, in jener oder jener Art. Klare Sicht und auch mal leicht verwischt... und dennoch im Moment gekrönt. Diesem Einen vielleicht...
Das hast Du verdammt gut geschrieben und ganz sicher komm ich wieder und wieder um es zu genießen.
Lieben Gruß
Moni
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souldeep meinte dazu am 16.11.2007:
tausend berührungen und mehr hab ich begegnet, erlebt, erhascht,
während des schreibens...da triffst du voll ins ganze, liebe moni.

meinen berührten dank nun dir,
von herzen
kirsten
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Traumreisende
Kommentar von Traumreisende (17.11.2007)
auch von mir ein wow, und ein großes staunen... zu beschreiben, was in frau los ist, mag ja noch auf der hand liegen, aber die beschreibung des mannes hat mich doch sehr verblüfft )

super!!!
dir liebe grüße
silvi
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souldeep meinte dazu am 17.11.2007:
oh, und das von dir?! ich danke sehr sehr erfreut, meine liebe,
es hat mich geschrieben, weisst du?!

))
dankeschöööön und herzliches sonnenlächeln dir
kirsten
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Kommentar von steinkreistänzerin (46) (17.11.2007)
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souldeep meinte dazu am 18.11.2007:
das, was du hier bezeugst, meine liebe annette, genau das war mein
unsicherheitsfaktor. denn nur, weil ich das so empfinde, heisst es noch
lange nicht, dass andere das auch so fühlen. oder denken. oder
befürworten...dafür also ein spezielles dankeschön an dich.

ja, du kennst diese allerwinzigsten bruchteile der ewigkeit, hm?!
hab einfach dank für dein begleiten - ich fühle mich bestärkt und
grüsse dich herznah
kirsten
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souldeep
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Veröffentlicht am 14.11.2007, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 17.11.2007). Textlänge: 894 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.932 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 09.07.2020.
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