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Kurzgeschichte zum Thema Oberflächlichkeit


von NormanM.

„Hier sind wieder einige Bewerbungen eingetroffen“, sagte Peterssen.
„Und was Gescheites dabei?“, fragte Geizinger.
„Nun ja, hier ist einer, der hat in Bonn studiert, Abschluss „sehr gut“, zuvor Ausbildung zum Fremdsprachenkorrespondent für die Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch, ebenfalls mit „sehr gut“ abgeschlossen, zahlreiche Praktiker, zwei Auslandsemester in Spanien verbracht und ein halbjähriges Praktikum in England absolviert. 28 Jahre alt.“
„Ja, das hört sich wirklich gut an, aber sollen wir nicht doch lieber eine Frau einstellen?“, fragte Geizinger. „Es reicht ja, wenn sie halb so qualifiziert ist, sie muss ja nur gut aussehen, ist einfach besser für die Kundschaft.“
„Ja, aber da ist nichts dabei“, sagte Peterssen.
„So ein Mist, dass wir die Schwarz nicht mehr haben. Die konnte zwar nichts, aber die hat die Kunden förmlich angezogen“, fand Geizinger.
„Ja, aber dann dachte deine Frau, du hättest ein Verhältnis mit ihr und du musstest sie rausschmeißen“, wies Peterssen ihn darauf hin.
„Ja, so ´n Mist auch. Vielleicht wäre es besser, wenn wir doch keine Frau mehr einstellen, zumindest keine, die so gut aussieht, will ja meine Ehe nicht ruinieren.“
„Hier ist eine, die hat fast genauso gute Qualifikationen wie dieser Typ, bei der würd deine Frau auch nicht misstrauisch werden“, erwähnte Peterssen.
„Ja? Zeig mal her!“
“Eh, nee, besser nicht!“ Peterssen versteckte die Bewerbung hinter seinem Rücken.
„So schlimm?“, fragte Geizinger. Peterssen nickte grinsend.
„Na los, nun zeig schon her.“
Peterssen gab ihm die Bewerbung. Geizinger zog eine Miene.
„Oh oh oh, nee, die können wir nicht einstellen, unmöglich, die verscheucht uns ja alle.“
„Eben“, meinte Peterssen. 
„Nun gut, aber lasst uns den Typ erst mal fragen, was er für Gehaltsvorstellungen hat. Wenn die in Ordnung sind, können wir ihn ja  einstellen“, entschied Geizinger. Peterssen nickte.

So nahm Geizinger das Telefon und wählte die Nummer des Bewerbers.
„Ja, Geizinger mein Name, von Peterssen und Geizinger GmbH & Co KG, spreche ich dort mit Herrn Winners? ... Sehr gut, wir haben Ihre Bewerbungsunterlagen durchgesehen, das sieht wirklich viel versprechend aus, aber eine Frage hätten wir vorab zu Ihrer Gehaltsvorstellung… Nun ja, da müssen wir noch mal drüber nachdenken und wir melden uns dann bei Ihnen…Ja, Wiederhören.“ Er legte auf.
„Und was sagt er?“, fragte Peterssen.
„1500“
„Vergiss es!“
„Ja, der Meinung bin ich auch, ich würde sagen, wenn wir nichts Passendes finden sollten, können wir ja noch mal mit ihm reden und ihm unsere Gehaltsvorstellungen vorschlagen.“
Peterssen war einverstanden.

Das Telefon klingelte. Geizinger ging dran. „Peterssen und Geizinger GmbH & Co KG, hier Geizinger.“
Er hörte einen Moment zu. Petersson sah interessiert herüber.
„Ja, das klingt ja schon mal ganz gut, was wären denn so Ihre Gehaltsvorstellungen? … Nun hätten Sie vielleicht die Möglichkeit uns Ihre Bewerbung noch heute per E-mail zu schicken? Mit  Lichtbild? … Ja, wunderbar … Wir melden uns dann.“
„Eine Frau also, wenn du schon nach dem Lichtbild fragst?“, stellte Peterssen fest.
„Natürlich.“
„Und ihre Gehaltsvorstellungen?“
„Genauso wie bei dem Typ. Aber erstmal ihre Bewerbung ansehen.“

„Ihre Bewerbung ist angekommen“, rief Peterssen nach einer Weile. Geizinger eilte zu ihm an den PC, während Peterssen die Mail öffnete.
„Sie sieht ja noch besser aus als die Schwarz“, stellte er fest.
„Ja, da hast du recht“, bestätigte Peterssen. Das Bewerbungsschreiben sowie den Lebenslauf und die Zeugnisse sahen sie sich erst gar nicht an.
„Da würden uns wieder die Kunden ins Haus laufen. Aber dann würd meine Frau mir nachher wieder ein Verhältnis unterstellen.“
„Und meine mir nachher auch noch.“
„Ich hab eine Idee“, sprach Geizinger. „Wir stellen beide ein, aber sie nur halbtags, es reicht ja, wenn sie vormittags hier ist, nachmittags kommt ja sowieso kaum ein Kunde vorbei und unsere Frauen kriegen nichts von ihr mit.“
„Ja, die Idee ist gut, aber dann müssten wir noch mal dringend mit dem Typ über seine Gehaltsvorstellungen sprechen.“
„Ich ruf ihn sofort an“, meinte Geizinger und ging ans Telefon.
„Herr Winners? Hier noch einmal Geizinger, wir müssten noch mal über Ihre Gehaltsvorstellungen reden. Sie dachten ja an 1500? … Nun, würden Sie uns auch 2500 im Monat zahlen, wenn wir Sie einstellen? … Ja? Sehr gut, dann freuen wir uns, Sie in unserer Firma begrüßen zu dürfen.“

Anmerkung von NormanM.:

Wahrscheinlich kommt es bald noch dazu, dass wir den Arbeitgebern Geld zahlen müssen, um einen Job zu bekommen.
Schade auch, dass die Guten weniger Chancen bekommen, weil andere Bewerber, nur weil sie besser aussehen bevorzugt werden.



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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Omnahmashivaya (25.11.2007)
Interessante Kurzgeschichte. Hat was, auch wenn es ein wenig unreal ist. Aber das hast du ja in der Anmerkung begründet. Lg Sabine
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