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Briefe an das Unbekannte 1InhaltsverzeichnisGib mir mal das Wort für die passende Tonart im Brief.

Dieses Etwas aus den Briefen an das Unbekannte.

Brief zum Thema Allzu Menschliches


von DanceWith1Life

Hallo, ist da jemand,
also wie anfangen, es wird sich vielleicht ein bisschen seltsam anhören, ich hoffe Sie gehören zu den Menschen, die beim lesen nicht nur Buchstaben sehen.
Buchstaben machen eigentlich keinen Sinn, auch Wörter machen oft noch keinen.
Wörter zum Beispiel machen erst Sinn, wenn sie in einem Zusammenhang stehen, der Sinn macht.
Da wir uns nicht kennen, muss ich versuchen den Sinn, den diese Wörter für mich haben, ihnen irgendwie zu vermitteln, keine leichte Aufgabe, finden sie nicht.
Das muss nicht unbedingt etwas Großartiges sein, aber sie können ja auch gar nicht wissen, dass wenn ich ihnen erzähle, dass mich dieses Kleid an eine sehr spezielle Begegnung erinnert, ich damit so lustige Geschichten verbinde, wie etwa die Tatsache, dass genau dieses Kleid sich in den Speichen des Fahrrads verfing und wir beinahe erschrocken gegen etwas gedonnert wären, das sich im Nachhinein als Mülltonne entpuppte, aber in dieser Schrecksekunde, nur ein plötzlich auftauchender Gegenstand an einem wirklich ungünstigen Ort war, nämlich genau auf der gedachten Linie zwischen dem augenblicklich äußerst wackligem und sich rasch bewegenden Standort unseres Fahrrads und der Richtung in der es sich eben vorwärtsbewegte.
Ich riss den Lenker rum und trat gleichzeitig auf die Bremse.
Das war schon eher ein Reflex und während die gedachte Linie geradewegs in Mülltonne fuhr, stand ich bereits und hielt das Fahrrad in der notwendigen Balance.
Meine Tochter plapperte sofort los, von wegen, das war knapp und ähnlich erbauliche Bemerkungen, die sich allerdings allesamt auf der gedachten Linie bewegten und mit der Realität des instinktiven Bremsens und des Balancehaltens nur in Form eines flüchtigen Lobs kooperierten.
Da war er wieder der philosophische Unterschied zwischen Realität und Denken.
Philosophisch betrachtet, also wenn ich einfach geradewegs in die Mülltonne hineingefahren wäre, so wie es mein Kopf vorauszusehen sich erdreistet hatte, ohne die Fähigkeit entsprechende Handlungen zu gewährleisten, dazu ist er nämlich, wenn's drauf ankommt viel zu langsam, also die philosophische Kollision mit der Mülltonne, die sich bereits in meinen Gedanken abzeichnete,
entsprach überhaupt nicht meiner Realität, wenn ich das mal so sagen darf.
Und darüber bin ich mehr oder weniger ziemlich erschrocken, denn was sich da mein Kopf alles in so kurzer Zeit ausmalte, und das sozusagen mitten in einer Situation, in der er sich wirklich mit etwas anderen beschäftigen sollte, dem Bremsen und Lenken nämlich, also darüber bin ich so dermaßen erschrocken, und das Beste ist, ich wußte es gar nicht, ich spürte nur den Schreck und dachte ich erschrecke über die Tatsache der plötzlich im Weg stehenden Mülltonne.
Sie verstehen sicher, wenn ich ihnen erzähle, dass ich Stunden brauchte, um wieder etwas vernünftiges sagen zu können, denn meine Gedanken bewegten sich in Kreisen wie,
wieso passiert mir das, wieso jetzt, wieso das denn ..wieso x ...wieso y,  und rein geometrisch genommen, betrachtet und umgesetzt, sind diese seltsamen Gedanken ja nicht einmal vom Fahrrad abgestiegen sondern stundenlang um die Mülltonne herumgefahren, so ganz aufgelöst in dieser Empfindung des Schrecks und ich musste jemandem dafür die Schuld geben, und ich überlegte, ob mich vielleicht jemand abgelenkt hatte, und zwar so, dass ich erst gar nichts bemerkt hatte, bis ich eben in dieser gedachten Linie zur Mülltonne erschrocken den Lenker herumriss, und den Rest hab ich ihnen ja schon erzählt.
Und wenn ich Sie fragte, oder hoffte, dass sie beim Lesen nicht nur Buchstaben sehen, dann etwa nicht, weil ich sie fragen wollte, ob sie jetzt vielleicht auch diese Mülltonne sehen, nein es langt völlig, dass ich so irritiert war, sondern diese seltsamen gedachten Linien, ob sie.. wie sagt man das denn, sind die ihnen vielleicht auch schon, jetzt wird es kribbelig, denn von der Sprachmelodie schriebe ich jetzt: begegnet, aber Sinngemäß begegnet man diesen Linien nicht, man verheddert sich nur fürchterlich.
Ich weiß noch, wie ich mich immer über diesen Spruch geärgert habe, the spider is caught in its own web, und ich hab' mich geärgert, weil ich diesen blöden Spruch nicht verstanden habe, ich spürte immer nur eine verdammte Wahrheit, die ich auch kenne, das war's auch schon, keinen blassen Dunst, was das heißen, soll, im eigenen Netz gefangen, ach, wie aussagekräftig, wie dramaturgisch wirkungsvoll, wie bildgewaltig, Klugscheißer, was es heißt, versteh ich nicht, und erklären konnte es mir auch keiner, was für eine hirnlose Metaphernmalerei, warum nicht gleich einfach Farbe an die Wand schmeißen, wie diese so-genannten Künstler, und die Bilder mit temperierter Genauigkeit an einen Sprachcomputer koppeln.
Klebriges Netz der Illusion, ich kann nicht mal fliegen, geschweige denn spinnen, oder eben diese unglaublichen Netze fertigen, und selbst beim Fahrradfahren kann es mir passieren, dass eine Verkettung von Umständen, eine kurze Unaufmerksamkeit, also das ist keine philosophische Gefahr mehr, das wird mitunter echt lebensgefährlich, und dann sagt so ein, ich weiß nicht mal wer diesen Spruch erfunden hat, im eigenen Netz gefangen, also das ist doch... 
Hallo, ist da jemand, was wollte ich ihnen erzählen, ach ja, sie verstehen oder kennen es vielleicht sogar, es ist einfach, die Fehler zu beschreiben, sogar die des eigenen Verstandes, oder Verstehens, aber es wird ganz schön eigenwillig, dieses Etwas zu beschreiben, das da an dieser Stelle sein könnte, also wenn dort kein Fehler ist, in derselben Situation, also die Makellosigkeit also real, kein Hirngespinst, nein, ein Erlebnis, etwas das funktioniert, also die Natur von etwas, das wir den Lauf der Dinge nennen, und keiner käme jemals auf den Gedanken, diesen so-genannten Lauf der Dinge, dort wo es so aussieht, als würden sie im nächsten Augenblick mit etwas kollidieren, das am ehesten mit einer Mülltonne vergleichbar wäre, und dieses Etwas, das viel wirkungsvoller handelt als mein Verstand, dann plötzlich aufwacht und eingreift, kurz, präzise und unglaublich bescheiden, unglaublich anspruchsvoll, und sie denken das passt nicht zusammen, bescheiden und anspruchsvoll, machen sie mal die Augen auf, dieses Tier des Lebens, diese Natur, dieses Etwas in das wir eingebunden wurden, das uns all diese seltsamen Turnübungen ermöglicht, die wir technische Entwicklung nennen und immer wenn unsere technische Entwicklung irgendeiner simplen Idee einen Standard erreicht, den man akzeptabel nennen könnte, stellt man überrascht fest, das hat diese Natur bereits vor langer Zeit genau so entwickelt.
Und dieses Etwas, das sich so entwickelt, eigentlich ständig, global und in jeder lebendigen Form, die aus ihm entsprungen ist, dieses Etwas soll jetzt wohl eingreifen, weil die Entwicklung von einer Spezies so seltsame, also das ist schon fast keine Kollision mit der Mülltonne mehr, das ist eine Art Abhängigkeit zur Mülltonne. Diese Spezies kommt da gar nicht mehr weg.
Und dieses Kleid, dieses nicht unbedingt notwendige Etwas, das eigentlich nicht wirklich wichtig ist, sondern nur eine Mischung aus Zierde und Schutz vor der Sonne, das sich da in den Speichen verheddert und fast zu einer Kollision führt, also das ist schon ein sehr merkwürdiges menschliches Rätsel, aber eben nur für das erschrockene weitertreten dieser Fahrradfahrenden Gedanken, der andere Teil in dieser Spezies Mensch, hat längst verstanden, was los ist.

Briefe an das Unbekannte 1InhaltsverzeichnisGib mir mal das Wort für die passende Tonart im Brief.
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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Was vom Nichts noch übrig blieb..
Veröffentlicht am 25.12.2007, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 26.12.2007). Textlänge: 1.140 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.502 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 15.09.2019.
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