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Wo bis’n Du g’rade? Zur Phänomenologie des Mobiltelefons – Teil sieben: Erreichbarkeit

Erörterung zum Thema Kommunikation/ Dialog


von JoBo72

So, da bin ich wieder. Ich komme zu den Problemen des Mobiltelefons. Neben ganz praktischen Problemen (Elektrosmog, wachsende Verschuldung von Kindern und Jugendlichen[1]), möchte ich fünf weitere Probleme nennen, die m. A. n. vordergründig sind.

Aus dem Allgegenwärtigen des Handys erwächst die Möglichkeit ständiger Erreichbarkeit – soweit waren wir schon. Was – etwa im Zusammenhang mit Gott – zunächst großartig erscheint (Gott ist immer BEI MIR.), kann lästig werden (Gott ist IMMER bei mir.). Böse Zungen erklären mit der Eigenschaft Gottes, immer und überall präsent zu sein, sogar den Beginn der Religion als anthropogenen Akt.[2] Gott ist immer da. Gott sieht alles. Das ist in einem Volk von Gläubigen praktisch, des nachts, wenn die Polizei Pause macht. Das kann aber in der Tat lästig werden für den, der mal nicht beobachtet werden möchte. Es muss dabei nicht immer um etwas Böses gehen.[3]

Die ständige Erreichbarkeit macht den anderen verfügbar. Er ist nicht nur erreichbar, er muss erreichbar sein. Ist er es nicht, trägt er die Konsequenzen. Er verliert in seiner Schuldigkeit (denn er bleibt die Erreichbarkeit schuldig) das Anrecht, anständig behandelt zu werden. Selbst Schuld! Eine kuriose Folge dieses psychischen Drucks wird in einem neuen Krankheitsbild beschrieben: Ringxiety, die Angst, einen Mobilanruf zu verpassen.[4]

Durch die Selbstverständlichkeit des Handys ist es auch möglich, immer und jederzeit Pläne zu ändern, so als sei die betreffende Person stets körperlich anwesend und als könne man darauf vertrauen, dass sie zustimmt. Das hat zweierlei zur Folge: 1. Stress („Ist mein Handy eingeschaltet?“), 2. Unverbindlichkeit. Denn wenn es so ist, dass jederzeit doch noch alles geändert werden kann (teilweise ist es schon im Vorhinein so angelegt – „Wir telefonieren vorher noch mal.“), welche Motive hat man dann noch für Verbindlichkeit und Verlässlichkeit? Ein Versprechen muss man halten. Soweit ein Grundsatz abendländischer Ethik, eine Kardinaltugend. Heute muss man nur dafür sorgen, dass das Handy betriebsbereit ist.

*klingel*
Entschuldigung!


Anmerkungen:

[1] „Eine weitere Ursache unserer Armut sind unsere neuen Bedürfnisse.“ (Voltaire - Der Mann mit den vierzig Talern.)

[2] Kritias behauptet in seinem Drama Sisyphos (Fragment 25), die Götter, die das Verborgene schauen könnten, seien nur Erfindungen, welche die Menschen einschüchtern sollten, damit sie auch dann die Vorschriften halten, wenn sie sich unbeobachtet fühlen und keine irdische Sanktion zu befürchten brauchen („Als so die Gesetze hinderten, daß man offen Gewalttat verübte, und daher nur insgeheim gefrevelt wurde, da scheint mir zuerst ein schlauer und kluger Kopf die Furcht vor den Göttern für die Menschen erfunden zu haben, damit die Übeltäter sich fürchteten, auch wenn sie insgeheim Böses täten oder sagten oder [auch nur] dächten.“).

[3] Was ich damit meine: „Lieber erträgt der Mensch eine Schar von Augenzeugen, wann er auf ungerechte Weise zürnt, als den Blick nur eines einzigen, wenn er seinem Weibe auf rechtmäßige Weise beiwohnt.“ (Augustinus: De Civitate Dei, XIV, 20).

[4] Diesen Begriff prägte der Doktorand David Laramie aus Los Angeles, der das Phänomen in seiner Dissertation untersucht.

JoBo72
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Veröffentlicht am 09.01.2008. Textlänge: 475 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.493 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 15.07.2020.
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