AMOS das Piratenschaf (der Rasenmähermann)

Erzählung zum Thema Aktuelles

von  Reliwette

Und diese Geschichte ist die Fortsetzung - der letzte Stand - nun muss er Linda finden....

Aus nächster Nähe war zorniges Brummen eines Rasenmähers zu hören. Amos wunderte sich. Was war das wieder?
Er ging dem Geräusch nach und entdeckte auf einem benachbarten Grundstück in unmittelbarer Nähe des Deiches einen Mann, der ein Gerät mit vier Rädern vor sich her schob. Diese Ding fras Gras und verursachte einen schlimmen Lärm.
Neugierig geworden näherte sich das Piratenschaf einer Grundstückseinfriedung in Maschendrahtausführung.
Von dort aus beobachtete er, wie der Geräteführer Bahn um Bahn aus der saftigen Wiese herausfräste. Ab und zu hielt er an, um aus einem Sack am Ende des Grasfressers geschnippselte Wiese in eine Schubkarre zu entleeren.
"Hey, Grasfresser", rief Amos," scherst Du die Wiese?" Der Mann schaute hoch und blickte von links nach rechts, von vorne nach hinten, aber da er nur ein Schaf am Zaun wahrnahm, dachte er , dass er sich verhört hatte. Er blieb stehen und stellte den Motor auf Leerlauf.
Bei dem Maschinenlärm mag einer Vieles hören, was in der Realität nicht vorkam.
"Ich bin`s, Amos , das Piratenschaf", schrie Amos jetzt ganz laut, "Moin, Moin!"
Dann tat er so, als wenn er Gras essen würde, beobachtete jedoch den Mann in grüner Gartenkombi aus dem Augenwinkel.
Dieser stellte das komische Gerät nun ganz ab und sah sich nach allen Seiten um.
Amos holte tief Luft und gab ein langgezogenes "Böööh“ von sich!
Ihm begann dieses Spielchen Freude zu bereiten.
Nun entdeckte der Mann den Rucksack auf Amos` Rücken.
Er rieb sich die Augen, schüttelte den Kopf und sah angestrengt in die Richtung, in der das Piratenschaf friedlich graste. Jetzt fiel ihm auch die Augenklappe auf, die Amos als Wahrzeichen der Piratenmannschaft trug. Er trat an den Zaun heran und musterte das Schaf misstrauisch. Er sah sich noch einmal nach allen Seiten um, damit niemand merken könnte, dass er mit einem Schaf redete: "Hast du gerade etwas gesagt?"
"Weiß nicht! Hast Du etwas gehört?"
Dem Mann wurde es sichtlich unheimlich. Er trat einen Schritt vom Zaun zurück.
"Siehst du etwa einen Rucksack auf meinem Rücken und eine schwarze Augenklappe?"
"A-aber das gibt`s doch gar nicht!"
"Und wie fühlen wir uns?", fragte Amos sanft.

"J-ja", stammelte der Mann im Gärtner-Pöttschke-Look, “es geht so“.
Er hatte am Vorabend mit seinen Freunden „gerichtet“ und das Ereignis entsprechend begossen. Das „Richten“ geschah allwöchentlich in irgend einer Weise – und wenn es nur die Erweiterung eines Hühnerstalles war.
Irgend jemand hatte immer etwas zu „richten“. Man hätte sich auch ohne triftigen Grund zuprosten können, aber das war verpönt – zumindest in seiner Nachbarschaft.
Und wenn es nun absolut nichts zu „richten“ gab, dann musste ein Bogen oder ein Schild gebaut werden, denn einer hatte ja immer Geburtstag oder eine „Jubel-Hochzeit“ in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis.

Nachdem der Grüne sich von seinem ersten Zweifel erholt hatte, trat er wieder näher an den Zaun heran. Da gab es keinen Zweifel: er hatte ein sprechendes Schaf vor sich mit einer Augenklappe.
„Bist Du aus einem Zirkus?“, fragte der Rasenmäher-Mann.
„Ach wo“, ich bin doch der Amos, das berühmte Piratenschaf, alle Welt kennt mich“, prahlte er etwas überheblich. Übrigens, hast Du meine Piratenfreunde gesehen? Wir haben uns verpasst“.
Natürlich hatte niemand im Dorf die Piraten gesehen, denn das hätte sich herum gesprochen.
„Hier waren keine Piraten!“
Amos war enttäuscht.
Aber fasste sich schnell. „Na gut, aber was machst Du denn da gerade?“
„Ich mähe den Rasen“.
„Und weshalb?“
„Dat is dann hel moi schier! Das ist dann übersichtlich“.
„Und was machst Du mit dem Gras?“
„Das kommt alles auf einen Haufen!“
„Und dann?“
„Dann verrottet es“.
„Gib mir doch mal etwas über den Zaun,“ forderte Amos den Mann auf, “ich habe heute noch nichts gegessen!“
„Wenn weiter nichts ist!“ Der Mann schlufte zu seiner Schubkarre und entnahm ihr einen großen Haufen Gras.
Er warf das Gras über den Zaun: “Guten Appetit!“

Amos stocherte mit seiner Schafsnase darin herum und kostete: “Hm, schmeckt gut!“ Aber dann entdeckte er einen zerstückelten Frosch im Grasschnitt und wich entsetzt einen Schritt zurück. “Du hast einen Frosch
abgemäht!“
„Died by friendly fire“, sagte der Mann gleichgültig, „Frösche gibt’s es genug hier.“
„Was ist „died by friendly fire?“, wollte Amos wissen, denn ihm tat der arme Frosch leid.
„Das ist zum Beispiel, wenn die Artillerie aus Versehen in die eigenen Stellungen schießt“.
„Wir schießen nur Salut und nicht auf Frösche“, das ist freundlich“.
„Nu mach mal nicht den Hermann!“ Dem Froschkiller erschien das Gespräch eine für ihn unangenehme Wendung zu nehmen. Als wenn er einem Schaf Rede und Antwort zu stehen hätte.
Am kommenden Wochenende war Schützenfest und da musste alles „pico bello“ sein ums Haus. Der Nachbar hatte schon gemäht und vorwurfsvoll über den Heckenzaun gegrinst. Aber das wollte er dem Vierbeiner nicht unbedingt auf die Schafsnase binden.
„Eines will ich dir sagen, ich habe zwar gestern Abend einen guten Schluck gehabt - der Mann drückte sein Kreuz durch - trotzdem sind wir Ostfriesen die Nummer 1 im Rasenmähen in Deutschland, “wat mutt dat mutt!“

Mit diesen Worten ging der Mann zu seinem Rasenmäher hinüber und zog an einem Seil. Das Motorengeräusch ertönte wieder. „Hol ji wat“, rief er noch zu Amos herüber, dann setzte er seine Arbeit fort.
Amos war der Appetit vergangen. Eine Zeit lang sah er dem grünbelatzten Menschen noch bei seiner Arbeit zu. “Komisch sind die Menschen“, dachte er , „sie schneiden Gras mit einer Maschine ab, sammeln es und tragen es auf einen Haufen, um es dann vergammeln zu lassen“. Für ihn ergab das keinen Sinn.
„Mähen kann ich auch“, rief er über den Zaun, “aber anders! Määäääh !“
Aber der Mann hörte ihn nicht mehr, das trotzige Aufbegehren ging im Lärm der Maschine unter.

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Kommentare zu diesem Text


 Isaban (10.01.08)
Auch ein total knuffiger Text, Hartmut. Ich scheine sie nur irgendwie in der falschen Reihenfolge zu lesen. Fass sie doch eventuell zu einem mehrteiligen Text zusammen und stell sie da in die richtige Reihenfolge.

Liebe Grüße,
Sabine

 Reliwette meinte dazu am 10.01.08:
Isaban - das war schrecklich: mein online-Buch ist futsch: www.piratenschaf-amos.de. Der Forenbetreiber hat das Forum verkauft an so eine Medienfirma. Monatelang ging nichts mehr: der Stoff ist futsch - siehe andere Geschichte- da steh`s drunter!
Alles Gute!
Hartmut

 m.o.bryé antwortete darauf am 20.05.08:
alles - weg?

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*schweigeminute*



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knuffig war auch meine erste assoziation. ein sehr menschliches schaf, ein bisschen mies und kindlich "naiv" kommt es rüber, auf diese art und weise den grünen unschuldig kritisierend.

das mit dem "richten" kommt bei mir sehr ausführlich an, führt etwas weg vom piraten-schaf, zu dem dann eine jähe rückkehr stattfindet.
hier schimmert auch scherzhafte kritik am verhalten/der denkweise der dorfbewohner durch, am "spießertum" ;)

lg,Lena

 Reliwette schrieb daraufhin am 21.05.08:
Ach, ja.... Spießertum? Das nennt man hier Tradition - das und noch einiges andere. Es floss alles ineinander: das doof-schlaue Piratenschaf, die dumme aber gewaltlose Piratenmannschaft. die sich alle für gefährlich hielten und nur mit den Bordkanonen Salut schießen und die Leute hier, die ( wie woanders auch) überall hinrennen, wo es was zu gucken gibt, obwohl es immer das gleiche ist: Baumärkte und Autoschau am Wochenende....was soll man dazu sagen?
Grüße vom alten Kunstmeister

 m.o.bryé äußerte darauf am 21.05.08:
tradition scheint mir hier verharmlost, spießertum zu krass. ich denke, (grob formuliert) sich selbst jeden tag besaufen und vorwände erfinden und sich über die empören, die keine ausreden suchen, ist mehr als tradition. spießertum ist aber auch iwie übertrieben, ich finde kein wort =)

 Reliwette ergänzte dazu am 22.05.08:
Doch! Es gibt ein Wort dafür - hu hu hu - es heißt: Ostfriese! Leider sterben sie aus oder wandern aus. Im Grunde handelt es sich um eine neue Form der Völkerwanderung: sie gehen dorthin (wegen Arbeit), wo die Nordrhein-Vandalen herkommen. Jene NRW-"Vandalen", welche die Arbeit aus Altergründen "nachgelassen" haben Jene bemächtigen sich der alten Fehnhäuser, von den sie glauben, dass sie preiswert sind.
Kaufen natürlich ewige Baustellen....
Nun hält hier die Bottropper Vorgartenzier Einzug: Tulpen mit der Richtschnur in Dreierreihe angepflanzt Sie geben hier Geld aus (die NRW-Vandalen- nicht die Tulpen ), dass sie aus Restbeständen der NRW- Wirtschaft (pension- und rentensmäßig ) beziehen.
So entsteht auch ein Austausch von Euro-Währung innerhalb von NRW nach Niedersachsen. Neues Hobby der "Kleinindustrie": Am Vortag montierte Kupferdachrinnen an Neubauten nachts demontieren und der Wiederverwertung zuführen (Schrott). Es traf auch einen Skulpturenpark einer Nachbargemeinde: nachts abgesägt , was aus Eisen und Stahl war - und ab in den Schrott.
Amos wundert sich natürlich, weil er den Sinn dahinter nicht versteht....

 m.o.bryé meinte dazu am 22.05.08:
hehehe ^^
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