atlantische Fernzeitliebe in 5prachlosigkeits5equenzen

Tagebuch zum Thema Liebe und Leid

von  Iv0ry

Sie hatte keine Stimme mehr. Gebunkert in einer Kaffeetasse hinten im Schrank damit die Frau an seiner Seite sie nicht finden konnte. Direkt neben dem Schraubglas mit ihrem Herzen.
Sie hatte es vorsorglich in Himbeeressig und Whiskeybalsam eingelegt und ein Lächeln aufgesetzt.

Es hielt bis zu der Haustür seiner Umarmung. Zögerliches Vergessen in vertrauten Armen.
Bahnhöfe fühlen sich nach Zuhause an wenn zwischen Boden und Wand nur eine Matraze und zwischen Nudeln und Soße nur eine Packung Kokosmilch passt.

Zwischen sie und ihn passte nichtmal der Atem, die Blicke nicht, und stundenlang auch keine Erinnerung an jene, die sie einst getrennt hatten.

Sie hatten es nicht gewußt, genausowenig wie das Rezept für Rumkugeln oder warum seine Briefe nicht unter ihr Kopfkissen passten.
Sie hatten es nicht gewußt.
Nicht während der zärtlichen Küsse, nicht während der verzweifelten Tränen, nicht während der glücklichen Tage in den Armen der anderen.
Manchmal kam die Ahnung durch den Spamfilter.
Sie nähte sich ein Ersatzherz ohne Augen und er küsste orangene Tulpen, die in sein Leben passten.
Sie hatte es nie getan.

Ein Schmetterling mit Pech auf den Flügeln, der in seinem Herzen zwischenlanden musste.
Eine Möwe, die fernab des Meeres Salz aus seinen Tränen trinken muss.

Niemand hatte gewußt dass der Tod eines Eisbären innig sein kann. Niemand hatte geahnt, dass Beerenwein zum Weinen bringt.

Die Ernüchterung will nicht folgen. Sie verweigert sich noch. Sie weiß die andere in seinen Armen.
Sie zieht Streichhölzer, ein Messer und ihr Ego an seinen Strippen wieder auf Halbmast.
Sie hätte nicht besser sein können. Sie war nur anders.

Sie hoffte auch er würde es irgendwann sehen. Sie sand dem Rockmantiker eine Eilkrähe und hoffte auf eine Einladung. Der Ball der Schreibsüchtigen stand an.
Sie wagte nicht zu hoffen. Sie wußte es würde keinen Sinn machen, es gab keine Hoffnung und doch warf sie den Kiesel immer wieder ins Meer zurück.

Die Liebe war licht, wie jeden Morgen. Die Frage war nur durch welche Glasscheibe sie sie betrachten werden.

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Kommentare zu diesem Text


 Dieter_Rotmund (03.06.19)
Wirrer Metaphernsalat, im Grunde ungenießbar. Zuweilen kitischig ("Eine Möwe, die fernab des Meeres Salz aus seinen Tränen trinken muss"), dann wieder sehr bemüht lustig (Rockmantiker").

Nichts für ungut, aber der Text ist Mist, wenn ich das mal so deutlich sagen darf!
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