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Bastelanleitung für einen KV-Märtyrer

Beschreibung zum Thema KeinVerlag


von Malik

Als Ausgangsmaterial sollte man hier die  Liste der inaktiven User verwenden.
Zuerst breite man diese sorgfältig vor sich aus und streiche sie nach allen Seiten hin glatt. Anschließend schneide man diejenigen Einträge weg, deren Inaktivität in zu langer Abwesenheit begründet ist; hier besteht die Gefahr, dass die betreffenden Namen einfach keine Reaktion mehr erzeugen. Gleiches gilt für "ungültige e-Mail", "Doppelanmeldung" und ähnliches.
Interessanter sind die Sperrungen mit den Begründungen "Wegen Verstoßes gegen unsere Nutzungsbedingungen","Wegen Plagiatsvorwürfen bis zur Klärung des Sachverhalts" oder gar "Wegen ungebührlichen Betragens".

Anschließend nehme man ein passendes Schlagwort als Überschrift für den anklagenden Text; sehr gute Wirkung erzielen Reizworte wie "Zensur", "Willkür", "Majestätsbeleidigung" oder ähnliche. Diese können freistehend verwendet werden oder mit geschickt platzierten Satzzeichen ("Zensur?", "Plagiat !?", "In memoriam..."); wenn hingegen nur ein Ausrufezeichen verwendet wird ("Willkür!"), wirkt das ganze eher billig.
Der Inhalt des eigentlichen Textes ist nicht so wichtig; obwohl sich Aphorismen bzw. Zwei- oder Dreizeiler sehr gut machen (eine Orientierung für Anfänger bietet die maximale Satzlänge der BILD-Zeitung, deren Redakteure sehr gut darin sind, die maximale Aufmerksamkeitsspanne des Lesers nicht zu überschreiten). Diese sollten einen leicht klagenden Unterton haben, der für diejenigen, die zwischen den Zeilen zu lesen können glauben, die Gewissheit hervorruft, dass da noch viel mehr, viel Ungesagtes im Raum steht. Die Angst vor Bestrafung durch die Obrigkeit kann dann gerne in Kommentarantworten zum Ausdruck gebracht werden ("Auch wenn ich nun sicher bald gesperrt/gelöscht/verbannt/... werde, so muss ich doch..."), sollte aber den Text nicht überfrachten.

Viel wichtiger ist eine passende Widmung; wer mangels literarischer Fähigkeiten eine Verbindung zu kürzlich gesperrten Usern diese nicht im Text selbst (vorzugsweise, wie gesagt, indirekt - durch Andeutungen, Sprachspielereien, usw.) unterbringen kann, sollte das unbedingt in der Anmerkung tun, damit auch die letzten begreifen, dass sich hier ein mutiger Verteidiger des freien Wortes äußert. Aber nicht zu sehr aufdrehen! Lieber in Text und Widmung zurückhaltend, aber pointiert und geschliffen schreiben; zu viel Gedöns könnte einen falschen Eindruck erwecken.

Nach der Veröffentlichung des Textes (vorzugsweise kurz nach Mitternacht, damit er lange in der Liste der neuen Texte bleibt) warte man auf erste Kommentare; kommt hier nichts, was zur Legendenbildung beitragen könnte, rege man einen Freund per PN an, den ersten Kommentar zu schreiben; auch dieser sollte eher nebulös daherkommen, wie etwas "Ja, ich weiß genau, was Du meinst! knuddel dich, XY" oder "Ein mutiger Text! glg XY", so dass diejenigen angelockt werden, die sich gerne in Verschwörungstheorien ergehen. Beim Kommentieren ist drauf zu achten, dass immer ein neuer Kommentar angefangen wird; Antworten auf Kommentare erscheinen nämlich nicht auf der Startseite und sollten sich daher auf kurze Bestätigungen beschränken, wie "Danke für Deine Unterstützung!" oder "Zusammen werden wir es schon durchstehen".

Nicht vergessen werden sollte, dass man solche Texte am besten genau einen Tag nach der Deaktivierung der betreffenden User veröffentlichen sollte (was nicht heißt, dass man sich nicht schon ein paar geeignete Texte auf Halde legen kann); dann hat man gut 6 Tage Zeit zur Märtyrerbildung, und der angedachte Märtyrer kann sich öffentlich nicht äußern. Dies wäre nämlich oft kontraproduktiv; außerdem spielt die Meinung der märtyrisierten Users eigentlich gar keine Rolle. Schließlich besteht das Ziel in der Profilierung der eigenen fiktiven Persönlichkeit.

Der Vorteil an der Märtyrisierungsmasche ist, dass jede Gegendarstellung natürlich gleich als Beweis für die Richtigkeit der Behauptung genutzt werden kann; schließlich wird kein Webmaster oder Admin je zugeben, willkürlich zu handeln oder Leute auszusperren, die man einfach nicht leiden kann usw.; er muss ja in der Öffentlichkeit den Anschein der gütigen und strengen Neutralität bewahren. Mit ein bisschen Geschick lässt sich also auch einer der beiden zum Kommentieren reizen, und schnapp - hat man ihn wieder mal erwischt. Konkret wird sich nämlich keiner von beiden äußern - es besteht also nicht die Gefahr, dass man sich bei der Märtyrisierung blamiert; hier sind die Chefs nämlich ein bisschen datenschutzbehindert (den Datenschutz könnte man ihnen nämlich dann als Gegenschlag vor den Latz knallen, falls sie doch was konkretes bringen; das lenkt die Diskussion dann im Notfall von der eigenen Blamage schnell weg), was sich für den Zweck der Märtyrerbildung gut macht.

Sehr günstig machen sich übrigens User ausländischer Herkunft als Martyrer; hier kann man unterschwellig noch das Stichwort "Ausländerfeindlichkeit" ins Spiel bringen; ein wahres Totschlagargument, gegen das sich keiner richtig wehren kann. Frauenfeindlichkeit zieht nicht mehr so richtig; hier ist also eher abzuraten.

Im Allgemeinen ist zu empfehlen, nicht mehr als einmal im Monat Märtyrer zu machen; es könnte sonst ein gewisser Ermüdungseffekt eintreten. Zur Not - bei mehreren Möglichkeiten - kann man ja auch Märtyrerpärchen basteln; dazu sind dann auch Vergleiche etwa mit den Geschwistern Scholl zulässig, auch wenn man sich ansonsten von Nazi- und Antifavergleichen fernhalten sollte.

Zum Schluß noch der Hinweis, immer vage zu bleiben; zu konkrete Anwürfe ("Du Nazi!" o.ä.) könnten nämlich zur eigenen Sperrung führen, was man nur riskieren sollte, wenn man vorher jemanden organisiert hat, der einen selbst dann schön märtyrisiert; ansonsten wär's ja für die Katz, und man sitzt wieder eine Woche rum und langweilt sich.

Anmerkung von Malik:

Bin mal gespannt, wer sich als erster beschwert...



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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Anima D. (39) (31.03.2008)
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Kommentar von Angelika Dirksen (62) (08.04.2008)
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kaltric
Kommentar von kaltric (27.07.2008)
Ja, dem Unterhaltungsfaktor stimme ich zu. Ich frage mich nur, ob das eine Reaktion auf eine reale Gegebenheit war?
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managarm
Kommentar von managarm (01.12.2008)
Zur Sachlage kann ich nichts sagen - diese ist nicht meine Baustelle - , aber der Text ist einfach nur gelungen! Glückwunsch!
Gruß Frank
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Judas
Kommentar von Judas (19.10.2015)
Immer noch aktuell.
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Dieter Wal meinte dazu am 19.10.2015:
Ganz erstaunlich!
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Kommentar von Teichhüpfer (56) (19.11.2017)
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Dies ist ein Beitrag des mehrteiligen Textes Seltsame und ergötzliche Geschichten von einem kleinen Portälchen.
Veröffentlicht am 01.03.2008, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 16.04.2008). Textlänge: 826 Wörter; dieser Text wurde bereits 3.917 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 08.11.2019.
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