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Adjektive

Text zum Thema Alltag


von wupperzeit


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Er stand nicht gerne im Weg: aber sie hatte alle positiven Adjektive mitgenommen, als sie ihn verließ. Alle Adjektive, die positiven, die positiven Adjektive. Er aber: Stand nicht gerne im Weg, stand ungern im Weg. Auch nicht sonntags, nicht an traurigen Sonntagen.

Und er war unterwegs, zur S-Bahn, kalter Regen fiel in sein zerstörtes Gesicht, - er sang heiser und schief vor sich hin: „Gloomy, gloomy sunday…“, das alte, alte Lied. Die Straßen waren leer, das harte Pflaster hallte traurig unter seinem schweren Schritt. Einmal im Weg stehen, und sei es auch nur einer S-Bahn, an einem traurigen Sonntag, im schwarzen Regen.

Oder: Ob sie doch tauschen würde, die dunklen Stiegen zu seiner kalten Wohnung, den leeren Kühlschrank und das harte Brot, oder die tote Katze, vielleicht, gegen die Adjektive, die positiven, - möglichst. Er schlug den Kragen des schwarzen Mantels hoch, zerstörte Regentropfen rannen in sein kaltes Gesicht. Die alte Straße, das schiefe Pflaster hallte heiser unter seinem traurigen Schritt. Kein: Oder. Sie würde ja überhaupt niemals und nie tauschen.

Er musste auf die schwere S-Bahn warten, und als er auf den toten Gleisen stand, dachte er, und zwar: schon wieder daran, wie ungern er doch jemandem im Weg stand. Gestanden hatte, würde es gleich bitter heißen. Aber: Immer ungern, ob einem Menschen, einem Tier, einer Pflanze, oder jetzt: Einer kalten S-Bahn. Einer leeren S-Bahn. Einer kalt-leeren S-Bahn. Auch nicht an einem traurigen Sonntag. Im dunklen Regen.

Nur, merkwürdig: Die Lichter der schwarzen Bahn sahen, sie sahen, sie sahen…: wie geil aus, oder so, als sie näher kamen, oder so ähnlich wie, so geil wie Goethe oder Gott. Oder so. Oder so ähnlich. Wie. Oder anders. Ganz. Er trat zur Seite…Geil, oder so und anders, dachte er, ein Adjektiv, sie scheint das vergessen zu haben. Besser als nichts und gar nichts. Und er sah den geilen Lichtern der oder so S-Bahn einen Moment lang hinterher, und dann ging er zurück, durch die oder anderen Straßen, und das oder so ähnliche Pflaster hallte unter seinem ganzen Schritt. So Regen fiel in sein ähnliches Gesicht. Auf den geilen Mantel. Kragen. Zurück über die oder Stiegen in seine andere Wohnung, geiler Kühlschrank und ähnliches Brot, zu der ganzen Katze. Und er sang mit, oder so Stimme: „Gloomy, groovy sunday“, - und er dachte, dachte noch: „ Morgen versuche ich es einmal mit cremig, oder mit so etwas, so etwas ähnlichem, vielleicht ist ja alles so cremig, oder ganz anders, das Leben, zum Beispiel, oder nur Goethe, oder nur Gott…“, aber noch besser wäre es wohl, sich einige Adjektive, positive Adjektive, aufzusparen für Zeiten, schlechte, - wie die Gedanken, die Grundsätze, die Moral eben:

Dass man niemals gerne im Weg steht. Auch nicht und ohne Adjektive, positive, auch nicht ohne Leben, zum Beispiel, nicht ohne Goethe, zum Beispiel, oder ohne Gott: Man steht ja ungern im Weg.

Anmerkung von wupperzeit:

Wieder: Für K.

 Video: Lena Knaudt.

Danke.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Lena
Kommentar von Lena (02.03.2008)
Geiler Text, ich dachte erst er springt vor die grellen Lichter der kalten Straßenbahn, gut, dass ihm die Lichter so geil erschienen.... so hat das Wort, von dem ich eigentlich nicht so gern möchte, dass es von Kindern immer wieder in den Mund genommen wird, doch einen eigenen Sinn bekommen... gern gelesen, Andreas, liebe Grüße in den Abend hinein, Arja
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wupperzeit meinte dazu am 02.03.2008:
Vielen Dank, für den Kommentar, das Favorisieren, das Empfehlen; - ich habe mich sehr darüber gefreut.

Nein, Kinder sollten solche so genannten Adjektive nicht benutzen, aber Erwachsene schon überhaupt nicht,

noch einmal: ganz herzlichen Dank,

Andreas
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Isaban
Kommentar von Isaban (02.03.2008)
Ok, man kann sich nicht wehren. Auch wenn man anfangs noch mies drauf war, bei der toten Katze erschrak und bei der Stimmung, die so gänzlich und ganz, ganz traurig ist und macht, man wird mit den U-Bahnlichtern wieder aus dem Sonntagsblues gerissen und mit jedem "geil" mehr, das cremig schmilzt schon schokoladig auf der Zunge und am Ende überlegt man, ob die Katz wirklich ganz tot - oder ob sie nicht doch wieder ganz war. Klar, ich hab deine Stimme im Ohr, wenn ich deine Prosa lese, was das Ganze noch stimmungsvoller macht. Und ich mag den Text. Grade sonntags. Cremig,Goethe und Gott in einem Satz, das ist schon was. Cremig. Ja.

Liebe Grüße,
Sabine
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wupperzeit antwortete darauf am 03.03.2008:
Ganz herzlichen Dank für den Kommentar, die Empfehlung, - keine geringe Ehre für mich. Vielen Dank.

Eigentlich ist dieser Text eine Bearbeitung eines vier Jahre alten Textes, den ich aber, da sehr schöne Erinnerungen damit verbunden sind, gleichnamig online lassen werde. War eine schöne Zeit...

Meine Stimme im Ohr, mein Beileid, das stelle ich mir ja furchtbar vor...Aber falls Du einmal Lust auf eine aktuelle Leseprobe haben solltest: Bitte den Projektbeitrag von

Frau  Cat

lesen, hören, was auch immer, ich empfehle diesen Text hier einmal ausdrücklich, außerdem natürlich alle noch folgenden Projektbeiträge.

Bis bald, hoffentlich,

und auch liebe Grüße,

Andreas
(Antwort korrigiert am 03.03.2008)
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ungesagt
Kommentar von ungesagt (09.03.2008)
unverkennbar:du.und ich würde ja allealle deine texte in meine liste packen.ihrer schweren leichtigkeit wegen.
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wupperzeit schrieb daraufhin am 09.03.2008:
Unter uns: Einer der schönsten Kommentare, die ich je erhalten habe, und über den ich mich sehr, sehr gefreut habe, - vielen Dank. Ich fühle mich geehrt, geschmeichelt, - ach, was weiß ich: Ich freue mich sehr, noch einmal: Vielen Dank, Andreas
diese Antwort melden
Kommentar von Kindermund (26) (13.03.2008)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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wupperzeit äußerte darauf am 13.03.2008:
Du schreibst es freundlich: Gewöhnungsbedürftig ist dieser Text, und unter uns: Das gilt für alle.

Vielen Dank für Deinen Kommentar,

und auch liebe Grüße,

Andreas
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Kommentar von The_black_Death (31) (26.06.2008)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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wupperzeit ergänzte dazu am 29.06.2008:
Hallo, BD,

ja, Du hast recht, der übertriebene Gebrauch von Adjektiven ist ein Zeichen von darstellerischer Schwäche bei einem Autoren, und ich erzähle gerne die Anekdote von Georges Sand, die dem damals unbekannten Hemingway geraten hat: "Streichen Sie alle Adjektive...", und so Weltliteratur geschaffen hat, und auch gerne die Anmerkung von Cora_Sonn (Du wirst Dich an sie erinnern) dazu:" Ja, aber ein wenig hat Hemingway auch noch selbst geleistet...",

vielen Dank für Deinen Kommentar,

und auch einen schönen Gruß,

Andreas
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Bergmann
Kommentar von Bergmann (30.07.2008)
Diese (Sprach-)Betrachtung gefällt mir gut. Punktum. Schön in Worte gesetzte Gerdanken. Herzlichst: Uli
diesen Kommentar melden
wupperzeit meinte dazu am 30.07.2008:
Danke sehr. Und sehr gut vorgetragen, nicht wahr, der Text gewinnt dadurch,

auch herzlichst,

Andreas
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Kommentar von parkplatzbison (29) (18.04.2009)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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wupperzeit meinte dazu am 19.04.2009:
Ganz herzlichen Dank für das Kommentieren, Empfehlen und sogar Favorisieren meines kleinen Textes, ich fühle mich geehrt. Danke schön.

Keine Schaufel und kein Staubsauger, und vor allem: Kein Platz dafür,

noch einmal ganz herzlichen Dank,

Andreas
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RomanTikker
Kommentar von RomanTikker (06.04.2015)
Schau dir bei Gelegenheit mal die Moerser Altstadt an. Ich musste wirklich lange überlegen, wie das Gefühl heißt, das sie in mir hinterlassen hat und hinterlässt, und es ist, so geil das nun klingt, tatsächlich: cremig. Habe sogar einen Text darüber geschrieben, "Cremige Stadt", aber der ist nicht im Ansatz so g...alant wie dieser hier. Und darum unveröffentlicht. Für immer. Oder so.
Substantive Grüße
R
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wupperzeit meinte dazu am 19.04.2015:
In Moers war ich noch nicht, jedenfalls nicht nüchtern, so dass ich mich erinnern könnte an einen derartigen Besuch.

Es geht um den damals jungen Hemingway, dem Georges Sand nach der Lektüre eines Manuskriptes geraten hat: Streichen Sie alle Adjektive. So entstand Weltliteratur.

Und es geht darum, etwas zu beschreiben, ohne es zu benennen, das können nur sehr wenige, die meisten benennen nur und wissen: Nichts.

So gesehen geht es in mancher Hinsicht um Liebeskummer…

Grüße zurück.
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wupperzeit
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Veröffentlicht am 02.03.2008, 13 mal überarbeitet (letzte Änderung am 05.07.2013). Dieser Text wurde bereits 6.276 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 13.12.2018.
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