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It's party-time [oder: das perfekte Viersternezehnpunktedinner]

Satire zum Thema Chaos


von apocalyptica

Geschafft! Was? Dieser Tag. Aber eigentlich sollte die Frage „Wer?“ lauten. Ich nämlich. Warum? War verdammt stressig heute. Einweihungsparty, ohne Einladungen diesmal. Werden wohl nicht viele Leute kommen, hab den Tag ja nicht publik gemacht, dachte ich… Denkste!

Okay, beim letzten Revierderby gab es noch ein paar Besucher mehr, aber in so einem Fußballstadion ist ja schließlich auch mehr Platz als in meinem Wohnzimmer. Das platzte schon um kurz vor drei aus den Nähten oder besser Wänden, sektkorkengeschädigt. War wohl irgendwie eine Schnapsidee mit diesem Strukturputz, aber ein bisschen mehr Widerstandskraft hatte ich dem Zeug schon zugetraut. Oder ich hätte eben doch die Verarbeitungshinweise besser lesen sollen, doch die Frage stellt sich nun ohnehin nicht mehr, denn die Struktur ist eh jetzt größtenteils hin und bröselt leise rieselnd teppichwärts.

So fand ich es auch nicht weiter schlimm, dass sich mehr und mehr Kuchenkrümel hinzu gesellten, der Tortenboden war eben wirklich etwas arg knusprig geraten und hüpfte bereits beim kleinsten Gabelpieks freudig vom Teller. Dass der Kuchen von einigen Freunden nun per Hand in den Mund balanciert wurde, war eine logische Folge, weniger logisch erschien mir allerdings, dass gleichzeitig mein schlichtweißes Damast-Tischtuch aus dem Nachlass meiner Großmutter zur überdimensionierten Serviette umfunktioniert wurde. Das kann man wohl nur damit verzeihen, dass aufgrund der auf dem Sofa herrschenden Enge die Sitzplätze auf dem Shaggy-Teppich immer begehrter wurden und keiner mehr so wirklich an den Tisch mit den Papiertüchern heranreichte.

Der Shaggy erwies sich übrigens als sehr bequem, zumindest bevor er in Erdbeerbowle gebadet wurde. Die roten Früchte drapierten sich auf dem schwarzen Wollflor zwar sehr dekorativ, aber die Mischung aus der fruchtig-süßen Pampe und dem Streichputzkuchenkrümelgebrösel klumpte zusehends zusammen und formierte sich zu einer gesäßunfreundlichen, völlig neuartigen Teppichstruktur. Mag sein, dass ich mir diese Erfahrung bei der Neugestaltung meiner Wände zu Nutze mache. Nein, Quatsch, ich hab jetzt nicht vor, Erdbeeren an die Wände zu pappen, aber vielleicht nehme ich zum Anrühren statt Wasser im zweiten Anlauf Sekt und ein paar Löffelchen Kristallzucker!

Mittlerweile hatten sich einzelne Besucher in die Küche zurückgezogen, um näher am Kühlschrank und damit an der Quelle zu sein. Allen voran Walter, der sich als Viersternekoch outete. Wie er das genau meinte, sollte ich beizeiten erfahren… Mein Vorschlag, zum Abend ein Pizzataxi oder besser ein Pizza-Großraumtaxi kommen zu lassen oder aber einen Volkslauf zu Mekkes zu starten, wurde kategorisch abgelehnt. Walter war ja da. Nur wenige Eingeweihte wussten schon vorher, dass seine vier Sterne sich weniger auf seine Kochkünste bezogen als vielmehr auf das, was vor seinem Brummschädel tanzte…den fünften Stern auf oder besser aus der Metaxa-Flasche konnte er getrost den anderen Gästen überlassen.

Zu meiner Ehrenrettung muss ich erwähnen, dass ich selbstverständlich ein Abendessen vorbereitet hatte, allerdings für einen erheblich kleineren Kreis. Fingerfood, Dips und Ähnliches. Walter fand dies perfekt, so konnte er sich das Schnippeln sparen, denn für ihn war klar, dass all das Zeugs in den Wok gehört. Dieser, der Wok, erschien ihm allerdings zu klein für die ganze Menge, und so wurde kurzerhand das komplette Ceranfeld zum Chinatischtopf umfunktioniert.

Die Putenschnitzel aus meinem Gefrierschrank wurden im Toaster gleichzeitig getaut und gegrillt, Wasserkocher und Kaffeemaschine erwiesen sich als wertvolle Haushaltsgeräte zum Kochen von Tütensuppe, während die Kaffeepadmaschine zur Zubereitung von Instantreis kläglich versagte, denn das Portionieren der Reiskörner gestaltete sich als äußerst schwierig, ebenso das Eierkochen in der Mikrowelle, obwohl Walter nicht die volle Leistung gewählt hatte. Aber immerhin schaffte er es, parallel dazu auch noch mehrere Obstkonserven zu öffnen und sie gemeinsam mit einer Packung Milch und einigen Eiswürfeln in den Mixer zu schütten, dessen Deckel allerdings aufgrund von Überfüllung nicht mehr passte. Das wiederum störte Walter nicht weiter, denn in Erwartung eines köstlich-cremig-fruchtigen Desserts hämmerte er dennoch auf die Starttaste…

Wenige Schlucke…ääääh….Minuten später war das perfekte Viersternezehnpunkte-Dinner fertig und der Rest der hungrigen Meute stürzte sich in die Küche. Diesen Moment nutzte ich, um schleunigst mein Schlafzimmer abzuschließen, nicht bevor ich einen liebevollen Blick auf mein nagelneues Wasserbett geworfen hatte, das ich diese Nacht einweihen wollte. Nicht dass irgendwer auf die Idee käme…

Am Abendessen habe ich selbst nicht mehr teilgenommen, ich hatte auch so die Schnauze voll. Aber ich meine, alle Gäste sind satt geworden, denn sie verabschiedeten sich auf einmal sehr plötzlich. Walter rief mir noch zu, dass er in meiner Küche jederzeit gerne wieder kochen würde, bevor er schleunigst verschwand. Und ich schaltete nur noch das Licht aus, ich wollte nichts mehr sehen und mit niemandem mehr reden.

Kurz darauf ließ ich mich in mein Bett fallen, ich hatte schon so lange von einem Wasserbett geträumt! Ich landete allerdings in einer Riesenpfütze, und ob nun das Bett undicht geworden war oder mein Hund, der sich unter der Decke verkrochen hatte, werde ich wohl lieber morgen ergründen. Ich habe auch im Schlafzimmer einen weichen Teppich….

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Ralf61 (48) (01.04.2008)
jepp... wieder mal ne klare 1 für diesen Text, liebe Bea... die 5 kriegste ja bald auf anderem Weg, die wirste nich mehr groß aufhalten können :p
mit lieben Grüßen vom kauzigen Seestern
Ralf ;-)
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apocalyptica meinte dazu am 12.04.2008:
Stimmt...sie ließ sich nicht aufhalten, selbst wenn ich vor ihr abgehaun bin...sie hat mich dennoch "ereilt". Aber du weißt ja...man ist immer so alt, wie man...ne?
Hab lieben Dank, kauziger étoile de la mèr und herzliche Grüße von der arg gealterten -bea! ;)
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