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Erzählung zum Thema Alleinsein


von apocalyptica


Teil 1/3 - Stille über den Dächern


Sein Leben war still, sehr still...um nicht zu sagen, beängstigend still. Es gab für ihn keine Worte, keine Musik, keinen Verkehrslärm, nur manchmal hörte er durch seinen Bauch. Er hörte das Vibrieren der Metro, aber er hörte nicht ihre kreischenden Reifen. Dafür kannte er ihren Geruch, den Duft nach Gummi und Teer, der intensiver wurde, je mehr Stufen man in die Pariser Unterwelt hinabstieg.

Er liebte diesen Geruch und er liebte das Fahren mit den rasend schnellen Zügen, die meistens voll besetzt waren mit unbekannten Menschen aller Farben. All diese Menschen hatten zumeist nur eins gemeinsam: gehetzte, gelangweilte, gestresste Gesichter. Für ihn gab es keine Hetze und keinen Stress, nur Langeweile kannte er. Aber er wusste damit umzugehen, mit seiner Langeweile, und seine langweiligen Stunden sinnvoll zu füllen. Er beobachtete die Menschen und prägte sich ihre Gesichtszüge ein, so wie andere Menschen Gedichte auswendig lernen.

Jeden Morgen fuhr er diese Strecke und jeden Morgen war Anvers seine Endstation. Dort verließ er das dunkle Tunnelsystem und gelangte Schritt für Schritt wieder an das Tageslicht zu Füßen des Montmartre. In der kleinen Boulangerie an der Ecke, bei Madame Muette, kaufte er sich seit Jahren morgens sein Baguette und seine duftenden Croissants, das erste davon verspeiste er immer heißhungrig unterwegs zum Place du Tertre, während er den Hügel hinaufstieg und liebevoll auf seine Stadt herabsah, die langsam zu neuem Leben erwachte.

Madame Muette kannte ihn schon solange er lebte. Sie wusste, dass er taubstumm war, aber sie begrüßte ihn jeden Morgen mit einem Schwall freundlicher Worte und erzählte ihm etwas, was er sah, aber niemals hörte. Allein der Blick in ihr Gesicht verriet ihm, dass es nichts Böses sein konnte. Er lächelte stets zurück, auch wenn ihm nicht immer danach zumute war. Sie sollte sich keine Sorgen um ihn machen.

Hier, im Pariser Künstlerviertel, war er an der Seite seines Vaters aufgewachsen. Seine Mutter war bei seiner Geburt gestorben, er hatte nie in ihr gütiges Gesicht blicken können, nie ihre strahlend blauen Augen gesehen, nie ihre weiche Haut gespürt. Nur manchmal, wenn er nachts träumte, war sie bei ihm und dann glaubte er, ihre zärtliche Stimme zu hören. Zu hören…ja, in seinen Träumen konnte er hören, das musste es sein, dieses warme Gefühl in seinen Ohren. Dieses Gefühl von Leichtigkeit, wie ein Schweben fast. Er hätte ewig weiter träumen können, aber meistens holte ihn die Realität schneller wieder ein als ihm lieb war.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Nunny (73) (15.04.2008)
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apocalyptica meinte dazu am 17.04.2008:
Liebe Gisela,
ich danke dir von Herzen für dein Lesen und Kommentieren, natürlich auch für deine Empfehlung. Dieser Text in seiner Gesamtheit liegt mir sehr am Herzen und ich freue mich besonders über dein Einfühlungsvermögen.
Ja, ich will mal wieder zum Nachdenken anregen....
Ganz liebe Grüße dir von der -bea
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AZU20
Kommentar von AZU20 (16.04.2008)
Ein bewegender Text. Ich freue mich auf die Fortsetzungen. LG
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apocalyptica antwortete darauf am 17.04.2008:
Und ich freue mich über deinen Besuch und deine Anerkennung! Hab ganz lieben Dank dafür. Ich hoffe, dass die Fortsetzungen dich nicht enttäuschen werden, aber lies bitte einfach weiter und sage mir deine ehrliche Meinung, das ist mir wichtig!
Herzliche Grüße in deinen Tag von der -bea
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