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Drei Gedanken zu Moral und Strafe

Erörterung zum Thema Moral


von Ephemere

Von den Moralpredigern
Es sind immer die Böcke, die sich partout selbst zum Gärtner machen wollen.

Die Doppelmoral bei Lüge und Verstellung
Eine sozial verträgliche Moralauffassung zeigt darin ihre Güte, dass sie bei ihren Handlungen und in ihrer Kommunikation -soweit vertretbar- Rücksicht auf die Verletzlichkeit anderer nimmt. Wer hier jedoch nachbohren und dem Anderen Lüge, Abweichung, Ausschweifung, verdeckte Motive und dergleichen nachweisen will, legt offen, dass es ihm nicht um rücksichtsvolle Koexistenz, sondern um die Knechtung des Anderen geht. Jener hat aus Respekt nicht seine wahre Meinung kundgetan und seinem Egoismus Zügel angelegt - und nun möchte man ihn vorwurfsvoll der Lüge oder der Verstellung bezichtigen?! Wo eine Moral der Aufrichtigkeit, Direktheit und Wahrheit - zu einem gewissen Grad notwendige Fiktionen des Lebens, aber in zu hoher Dosierung gleichsam Gift - zum Herrschaftsinstrument gereichen soll, ist sie unbedingt abzulehnen!

Strafe und Therapie aus dem falschen Verständnis heraus
Solange wir das “Gute” als das “Menschliche” an sich, das “Böse” hingegen als “unmenschlich”, “abartig” betrachten, werden wir weder in Strafe noch Therapie zu wirksamen Ansätzen gelangen. Wir begreifen Perversion, Grausamkeit, Machtversessenheit, Gewalt als Entartung des Menschen, als Krankheit. Dementsprechend strafen wir für diese Eigenschaften oder versuchen, sie wegzutherapieren, von ihnen zu “kurieren”.
Diese Züge sind jedoch eben nicht krank oder unmenschlich. Sie sind in jedem Leben vorhanden und per se unschuldig - der Blick auf spielende Kinder spricht hier Bände: mit der gleichen frohgemuten Leidenschaft wird hier geliebt, verehrt, wohlgetan wie geschlagen, erniedrigt, unterjocht. Jeder von uns trägt damit alle Perversion, Grausamkeit und Ruchlosigkeit in sich...als Mensch, als Lebewesen.
Im Laufe der Sozialisation lernen wir, was “gut”, was “böse” ist, was man als “Mensch” tut und lässt (nicht, ohne dass diese Regeln auch explizit wieder aufgehoben werden können, z.B. im Krieg). Was wir also als verbrecherisch, pervers, grausam wahrnehmen, sind (von den wenigen Fällen, in denen biologische Aberrationen der Grund sind, z.B. durch hormonelle Störungen bedingte Lieblosigkeit einer Mutter gegenüber ihrem Kind) Regelverstöße. “Böse” ist also nicht, grausam zu sein, sondern die sozialen Regeln, die der Grausamkeit akzeptierte Formen und Schranken geben, nicht zu beachten.
Was man also strafen und therapieren kann, ist die Unfähigkeit oder der Unwille, seine Handlungen in Bezug zu sozialen Regeln zu setzen.

Anmerkung von Ephemere:

Skizzen für ein nie vollendetes Buch


 
 

Kommentare zu diesem Text


Rudolf
Kommentar von Rudolf (02.03.2013)
Ein bemerkenswerter Text und gut geschrieben. Die Kinder würde ich rauslassen, sie spiegeln doch nur das Verhalten der Erwachsenen.
diesen Kommentar melden
Ephemere meinte dazu am 04.03.2013:
Vielen Dank! Was die Kinder betrifft, stimme ich allerdings nicht zu - im Gegenteil: ein Kerngedanke dieses Textes ist ja gerade, dass hier viel "nature" statt "nurture" am Werke ist. Natürlich gibt es auch bei Gewalt ein Modelllernen, keine Frage - und Vorurteile und Diskriminierung jedweder Art ist fast durchweg erlernt und nicht "natürlich". Aber ganz unabhängig davon sind Kinder zunächst grenzenlos egoistisch und in diesem Egoismus auch gänzlich ehrlich. Sie können damit taktlos, verletzend, unterdrückend, ausgrenzend, auch gewalttätig sein - freilich, ohne das bewusst zu wollen, denn sie kennen die Kategorien "Taktgefühl", "Rücksicht", "Gewalt", "Inklusion/Exklusion" etc. noch gar nicht. Deshalb straft man für solches Verhalten ja auch erst den Jugendlichen und Erwachsenen, der die sozialen Regeln hätte erlernen müssen und dem man deshalb vorwirft, sie bewusst missachtet zu haben - wo man dergleichen beim Kind als "natürlich" ansieht.
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Dies ist ein Beitrag des mehrteiligen Textes Steinbruch - Aphorismen und Mini-Essays für ein nie vollendetes Buch.
Veröffentlicht am 25.04.2008, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 04.03.2013). Textlänge: 361 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.545 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.10.2021.
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