da du hangest

Gedicht

von  Erebus

.

Dir hat kein Pferdekopf gehangen
und sprach dir gut. Dir schwieg der Schrein.
Der lud die andren ein, und dein -
war wer? Der Geist, den du empfangen?

Der hält dein Herz so taub umfangen,
es wurde grau, doch nicht zu Stein,
bei Tag und Nacht derselbe Schein:
Dir sind die Sterne ausgegangen.

Wann hat das alles angefangen,
wie lange bist du schon allein
bedürftig durchs Begonnensein,
und wohin wirst du noch gelangen?

Ist dieses Letzte auch verhangen,
muss es darum Verhängnis sein?
Und: Könntest du dich selbst befrein,
nach welchem würdest du verlangen?

Von welcher Mär bist du benommen?
Geht es nach dir, wie wird es sein:
Wird alles Gut? Du fürchtest: Nein,
du hast den Pferdefuß bekommen.

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Kommentare zu diesem Text


 Isaban (22.10.08)
Märchen: Die Gänsemagd, Zitat: Oh Fallada, da du hangest
Hach, es tat mir immer schon um dieses arme, kluge Pferd leid!

Du, schau hier noch mal nach dem Satz- und Sinnzusammenhang.

Ist dieses Letzte auch verhangen,
muss er darum Verhängnis sein?
Und: Könntest du dich selbst befrein,
nach welchem würdest du verlangen?


"Dieses Letzte" ... aber "muss er darum Verhängnis sein" und dann "nach welchem" - da blickt der Leser nicht durch, Uli.


Ansonsten finde ich es sehr gut, auch die Wortspielerei mit dem Pferdekopf und dem Pferdefuß.


Liebe Grüße,
Sabine

 Erebus meinte dazu am 22.10.08:
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Hallo Sabine ...

hach!
Muss ich sagen, ich blicke da auch nicht mehr durch.
Jetzt habe ich den Text durch alle möglichen Fälle, Zeiten und Möglichkeiten gejagt und dann solches!
Ich mach das!
Danke für's Lob und die Hilfe

Liebe Grüße,
Uli
(Antwort korrigiert am 22.10.2008)

 Isaban antwortete darauf am 22.10.08:
Du, "nach welchem" was? Wie passt das "welche" da rein?

 Erebus schrieb daraufhin am 22.10.08:
.
... dieses Letztes, welches
;-)

sag mir, wie ich es besser formulieren könnte !
...

eine Verbesserung ist mir schon eingefallen
(Antwort korrigiert am 22.10.2008)
janna (60)
(22.10.08)
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 Erebus äußerte darauf am 22.10.08:
Liebe Janna,

ja, dieses Märchen hat mich ebenfalls gefesselt. Zum einen wegen der Grausamkeit, zum anderen wegen des seltsamen Spruches mit "dem Kürdchen sein Hütchen", den ich nicht sinnvoll unterzubringen wusste, und wegen der Sprache. Ich bin heute noch versucht, aus Fallada eine Falla zu machen, damit es angenehmer klingt. "Da du hangest" hat es mir schon als Kind angetan.
Vielleicht hat es mich von allen Grimmschen Märchen am meisten beeindruckt. Halt, nein, da ist auch noch das Märchen "Vom Machandelbaum" - sinnlose Grausamkeit, illustriert von Otto Ubbelohde. Diese beiden haben sich mir wirklich eingebrannt.

Über die Rolle und den Sinn des aufgehängten Kopfes habe ich mir erst spät Gedanken gemacht.
Ich danke dir für dein Lob und die Empfehlung
Und Grüße lieb,

Uli

 Erebus ergänzte dazu am 22.10.08:
.
ups!
ich bin im Komm verkommen

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(Antwort korrigiert am 22.10.2008)

 Mondsichel (22.10.08)
Man fragt sich ob er überhaupt weiß das er da hängt... Das er ein Toter unter den Lebenden ist... Für mich ist dieses Märchenhafte Wortgeflecht realer als vermutlich erdacht...

Liebe Grüßle
Dat Arcy

 Erebus meinte dazu am 22.10.08:
.
Hallo Dat Arcy

... und: da war wohl das Gefühl, dass es ihn nicht weiter bekümmerte. Durch die tägliche Wiederholung hatte der Dialog ja auch etwas mechanisch-technisches.
Ich bedanke mich für dein Wohlwollen und die Empfehlung!. "Dat" ist der bestimmte Artikel? - ich hoffe, ich muss jetzt nicht über Zombies nachdenken ...

nachdenklich: Uli
;-)

.
(Antwort korrigiert am 22.10.2008)
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