Sehr geehrter Herr!

Prolog zum Thema Bewusstsein

von  Feuervogel

Ich sitze in einem Raum der aufgewühlten Träume. Mir ist die Ruhe  abhanden gekommen und ich steige hinab in die dunkelsten Gründe meiner Seele. Es flackert des Todes Leuchte hinein in meine Seelenpein. Ich wandere und schaue wie die Träume sich quälend beugen. Sie können den Tanz nicht vollenden, der einst mit Liebe begann. Die Furcht schnürt mir die Brust eng, das Atmen geht schwer in diesen Tagen. Das Herz pocht unaufhörlich in einer durchdringenden Lautstärke und mit rasender Geschwindigkeit. Ich renne mit dem Kopf in den Wolken ziellos durch die Zeit. Irgendwo habe ich mich selbst verloren. Wann nur bin ich mir denn selbst aus der Tasche geglitten? Wann nur habe ich mich selbst liegen gelassen auf irgendeinem Tisch, in irgendeinem Haus, an irgendeinem Ort? Ich erahne die Antwort und weiß doch nichts genaues. Wieder einmal sehe ich mich selbst schmerzvoll in die Sonnbe blicken. Doch sie erhellt mein Gesicht nicht mehr. Es ist dunkel geworden in diesen Tagen, die Welt grau und ohne Sinn. Wem kann ich trauen, wenn selbst die, die von Liebe sprechen unberechenbar auf meinen Gliedern mit Nagelschuhen tanzen? Achtsamkeit ist ein großes Wort geworden. Eines das nicht jeder zu verstehen scheint. Es ist größer noch als die Liebe selbst. Denn wo soll Liebe wachsen, wenn ihr Same nicht auf den Boden der Achtsamkeit gestreut? Ich traure um die achtlos fortgeworfenen Gefühle, die nun unter Schnee und Eis ihr Dasein fristen. Aufgewühlt und hineingeworfen in den eiskalten Teich der Erinnerungen wartet meine Seele auf Erlösung. Wie lange noch dieser Schmerz? Wie lange noch die Begegnung mit dem Falschen? Was aber ist falsch? Was aber ist richtig? Ist nicht alles irgendwie gut?  Geschieht nicht alles zum richtigen Zeitpunkt und ist nicht alles notwendig um zu werden, einfach zu sein? In meiner Brust tobt ein Teufel. Liebe bedeutet doch Leben. Ich aber ernte den Tod. Nun gut, was soll denn auch so wundersames geschehen, wenn zwei Welten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, aufeinander prallen? Zwei Geister, die mit ihren Seelen an unterschiedlichen Orten weilen. Der eine mehr im Himmel in luftigen Höhen, zugewandt den Göttern und all den Botschaften die Himmel und Erde wundersam bewegen, die Leben bereichern und zu neuen Ufern hinbewegen. Der andere eingebunden in die Erde, nicht rechts oder links blickend, den eigenen Horizont nicht verlassend, nur sich selbst und das ewig selbe betrachtend, sicher Zuhause, nicht bereit zur Wanderung hinein in andere Sphären. Der eine frei im Körper und im Geist, der andere erstarrt und fremd in der Welt. Doch kann dies wirklich die Liebe zum Ersterben bringen? Nein, das doch nicht. Lobt sie nicht den Unterschied, beweist sie sich nicht genau daran, erprobt sie nicht ihre Tiefe an solchen Gewalten? Nein, wie ich schon lange erkannte, es ist die Not der Achtsamkeit,sie ist es die uns führt zum Herzen des Anderen. Sie ist es die gebiert den langersehnten Kuss, wenn Herz an Herz sich erkennt, geborgen und sicher. Ich fliege durch die Himmel und erkenne die Achtsamkeit sitzt unerkannt und unverstanden in noch nicht umgebauten Häusern. Ja da steht ein Haus, alt und kalt, es wartet auf Leben. Leben das niemals einziehen wird, wenn die Achtsamkeit nicht mitwirken kann am Umbau und an der Umgestaltung des Hauses. Achtsamkeit ist der Beginn der wahren Liebe. In Achtsamkeit will ich mich nun selber halten. Gewahr sein der tobenden Schmerzen in mir und verstehend mich mir selber zuneigen mit meinem aufgewühlt, ruhelosem Herzen...

Michaela Möller


Anmerkung von Feuervogel:

Ich habe mir dies einfach von der Seele schreiben müssen, ohne den Anspruch das ein anderer das jetzt nachvollziehen kann....Es war notwendig und befreiend!

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Ginkgoblatt (10.01.09)
Das ist wundervoll gefühlvoll und ergreift mein Herz. Es ist überhaupt nicht durcheinander oder nicht nachvollziehbar. Es hat so eine Leichtigkeit trotz des Themas. Es liest sich schön. KG Coline
chichi† (80)
(10.01.09)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
stimulanzia (48)
(10.01.09)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 praith meinte dazu am 10.01.09:
Es ist, wenn Liebende sich sehr nahe sind,manchmal ein beangsigendes Gefuehl dass trotz des ausserlichen Verschmelzen, ein Anderer Mensch ein anderes Universum in sich traegt,und trotz aller Liebe ein Anderer seiner Selbst darstellt.Manchmal ist diese Verschiedenheit komplementaer,dann passt es trotzdem zusammen.Jedoch haeufig kommt es zu einer inneren Abgrenzung die die aussere Naehe unter einem Falschen Licht erscheinen laesst.Jeder Mensch hat aber das Recht und braucht auch diesen inneren verwilderten Garten fern von den Augen eines Aeusseren Beobachters.Liebe die dies zu be-achten weiss hat tatsaechlich nicht mehr zu leiden.
Schoener Text,Feuervogel...ich habe diese Gefuehl auch schon mal gehabt !
LG Praith
Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram