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Hanni und NanniInhaltsverzeichnisButterring

Corben Dallas

Erzählung zum Thema Unsicherheit


von Mutter

Obwohl Gabi inzwischen noch mehr ‚fall guys’ angeheuert hatte, um sich von unseren Klienten vermöbeln zu lassen, fehlt uns Eric. Er hatte schon nach wenigen Wochen so etwas wie das Alpha-Tier der ‚Gefallenen’, wie Gabi sie gerne nannte, dargestellt. Wenn Männer, die sich für Geld auf der Straße die Fresse polieren ließen, einen Betriebsrat gehabt hätten, wäre Eric Betriebsratsvorsitzender gewesen. Er hatte ihnen eine Stimme und eine Seele gegeben.
Ich sehe Eric noch ab und zu, manchmal abends auf ein Bier im Hannibal oder in der Advena-Bar. Als ich erwähnte, was für eine Lücke sein Gehen gerissen hatte, wiegelte er ab. Erst dachte ich, er wolle seine Rolle herunterspielen. Aber er weiß, was er für uns getan hatte. Nein, er wollte uns seinen Nachfolger vorstellen.
Ein paar Tage später hat er einen Termin vereinbart, und sitzen wir da, das Empfangskommitee. Neben Gabi sitzen Diego und Hernan, zwei argentinische Brüder, auf Klappstühlen aus Plastik. Ich und Robert sitzen, oder besser liegen auf dem unförmigen Sofa, und am Fenster lehnt Juri. Und auf dem einzigen echten Stuhl, außer dem von Gabi, direkt vor dem Schreibtisch, so dass er uns im Rücken hat, sitzt Corben.
Corben, so wie Corben Dallas aus dem Fünften Element. Sieht aber kein Stück aus wie Bruce Willis, dieser Waliser.
Er ist viel kantiger, massiver und deutlich jünger. Untersetzt, mit grob-knochigem Körperbau, der ihn vermutlich stärker aussehen lässt als er es tatsächlich ist. Vielleicht auch nicht – vielleicht ist wirklich er so kräftig wie er scheint.
Ich bin gegen ihn. Will nicht, dass er für uns arbeitet. Mit uns arbeitet.

Das Ganze erinnert mich an meine Kindheit. Du spielst als Vier-, Fünfjähriger mit anderen Vier-, Fünfjährigen irgendwo im Hof, und dann kommt da ein Zehn-, Elfjähriger und fragt, ob er mitspielen kann.
Da klingeln die Alarmglocken. Sofort leuchtet die rote Lampe auf.
Nichts als Ärger – wüsstest du als Vier-, Fünfjähriger sofort. Völlig egal, was für einen Ärger – ob kaputtes Spielzeug, kaputte Knie oder einfach sonst wie kaputt. Aber du weißt – das kann gar nicht gut gehen. Der würde nicht mitspielen wollen, wenn irgendwas gut gehen könnte. Deswegen machst du es nicht. Deswegen läufst du weg.
Und ich würde jetzt auch gerne weglaufen. Ich weiß einfach, spür es in den Lenden, wie Stecher sagen würde, dass der Kerl Ärger bedeutet. Der ist zu selbstsicher, zu schweigsam, zu zielgerichtet und wahrscheinlich zu clever. Und er ist viel älter als wir. Mindestens sechs, sieben Jahre.
Aber ich weiß, dass ich es vermutlich nicht verhindern kann. Gabi mag den Waliser. Mag seine pragmatische, Scheiß-arrogante Art, und wie er sich da völlig selbstverständlich mitten unter uns setzt, als können wir ihm gar nichts. Können wir ja auch nicht.
Ich stehe auf, und gehe um ihn rum. Zu den anderen dreien, hinterm Schreibtisch. Ich setze mich auf die Kante, habe die Kladde vor mir, auf der sein Lebenslauf, sein CV, wie er es nennt, klemmt. Komme mir vor wie so ein Werksprüfer, der eine neue Maschine prüfen soll. Von der er weiß, dass er sie nicht in der Fabrik haben will, aber von der er auch weiß, dass sie die Firma revolutionieren wird. Er lächelt mich an. Mit seinem harten Gesicht.
In Büchern ist immer von ‚harten Augen’ und einem ‚Lächeln, das die Augen nicht erreicht’ die Rede. Daran muss ich jetzt denken, als ich den Waliser betrachte. Und Angst habe.
‚Du hast mal Football gespielt, hast du geschrieben.’
Er nickt nur. Was soll er auch sonst tun, war eine blöde Feststellung von mir. Ich nicke auch, als würde mich der Fortgang des Gesprächs in irgendeiner Weise befriedigen. Als ginge es so voran, wie ich mir das vorgestellt habe.
‚Und in der Gewerkschaft bist du gewesen. Was hast du da gemacht?’
‚Offiziell?’ kommt es zurück. ‚Oder inoffiziell?’
Ich zucke die Schultern, schaue kurz rüber zu Gabi. Aber der lässt mich machen. Jetzt habe ich das Ganze angefangen, jetzt kann ich es auch beenden, scheint er zu denken.
‚Inoffiziell’, entscheide ich.
Er lächelt wieder, breitet die Arme aus. Scheint seinen Körper zu präsentieren. ‚Wenn man so aussieht wie ich – was soll man da schon gemacht haben? Ich habe Leute „überredet“’, sagt er entwaffnend. Die anderen lachen leise.
‚Aber dir ist klar, dass wir niemanden brauchen, um Leuten die Knochen zu brechen, oder?’ frage ich, bereits leicht verzweifelt.  ‚Uns geht es darum, dass unsere Leute gefährlich aussehen - nicht, dass sie wirklich gut sind im Vermöbeln.’
‚Keine Sorge.’ Er bewegt sich ein wenig auf dem zu kleinen Stuhl, setzt sich bequemer hin. ‚Ich bin Kelte. Wir sind Weltmeister im Einstecken. Wehren uns meist nur mit dem Mund. Habt ihr Eric nicht kennen gelernt?’
Klar haben wir – aber Corben kommt mir so un-Eric-mäßig vor wie sonst jemand. Den anderen scheint seine Bemerkung einzuleuchten, deswegen halte ich das Maul.
‚Hey, du bist Waliser, sagst du? Sind das die mit Braveheart? William Wallace?’ witzelt Robert von hinten.
Der Waliser dreht sich nicht mal um. ‚Arschloch’, sagt er, mit einem freudlosen Lächeln. Ich kann sehen, wie sich Robert verspannt.
Ganz ehrlich? Ich würde Geld dafür bezahlen, wenn die beiden sich hier jetzt an die Gurgel gehen. Obwohl ich Robert und seinen Stiernacken, seine engstirnige, singuläre Art nicht abkann – in diesem Fight würde ich ihm die Daumen drücken. Soll er doch den Waliser fertig machen, mit seinen riesigen Schweißer-Händen.
Aber ich bin nicht der Einzige, der Angst vor dem Waliser hat. Robert kuscht. Sinkt wieder in das Sofa zurück. Hat nicht den Mumm, sich hier im Büro die Klamotten vom bulligen Leib zu reißen und zu versuchen, dem Waliser die Eingeweide rauszuprügeln.
Ich habe also keinen weiteren Verbündeten auf meinem Kreuzzug gegen Wales.
‚Sonst noch jemand Fragen?’ will Gabi wissen. Seine Geduld ist offenbar am Ende. Er schickt sich, den Zwergenaufstand zu beenden. All Letztes sieht er mich, aber ich hab nichts. Pulver verschossen. Schüttele den Kopf, Gabi nickt.
Der Waliser lächelt.
‚Also gut, Corben. Sieht so aus als wärst du drin. Willkommen an Bord.’
Die beiden erheben sich und schütteln die Hände. Das Vorstellungsgespräch ist durch.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Elvarryn (36) (05.03.2009)
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Mutter meinte dazu am 05.03.2009:
Ja, das mit der Reihenfolge kann ich mir gut vorstellen, dass diss etwas verwirrt/anstrengend iss ...

Und zum Stuhl: Ja, Du hast Recht, der iss unkommodig, den nehme ich noch mal auseinader ...

Danke.
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Kommentar von Steinwolke (65) (05.03.2009)
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Mutter antwortete darauf am 06.03.2009:
Zum Geschmack: Geht mir nicht anders ... ;)
Und letztendlich isses alles eine Frage der Prioritäten. Wenn's grad nicht dringendes Neues gibt, bekommt der Waliser sicher auch noch mal etwas Liebe. Könnte er bestimmt gut brauchen ...

Spätestens, wenn er anfängt, riichtig Stunk zu machen.
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Dies ist ein Abschnitt des mehrteiligen Textes Das Fight-Club-Theorem.
Veröffentlicht am 05.03.2009, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 28.01.2010). Textlänge: 1.000 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.803 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 16.08.2019.
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