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von erdbeermund

[Ich verliere nun dieses.]

Du weißt nicht, wie weh du mir tust.
Halbgerauchte Zigaretten spitze ich am Aschenbecher an; kleine Ikeableistiftstummel, mit denen ich gerne deine Wände beschreiben würde. Gradlinig verwirrend.
Du weinst, sagst, du bräuchtest eine Auszeit. Deiner Gefühle wegen, die du wieder ausgraben müsstest unter dem Schutthaufen von Streit und Missverständnissen. Ich verstehe.
Du sagst, du willst nur das Beste für mich, willst, dass wir im Guten gehen – aber du willst mich nicht verlieren. Ich verstehe nicht.
Du küsst, umarmst, berührst mich, wälzt dich auf mich und fährst mir durchs Haar, wie du es früher immer getan hast. Das nun erst recht nicht, und du lachst, während wir uns Abendessen kochen, und ich breche in Tränen aus, als ich dein Bett betrachte, in und auf dem wir uns geliebt haben.
Kuschelst dich an mich, hältst mich ganz fest und riechst an meinem Haar. Sagst, du würdest mich immer lieben, sprichst mich mit meinem Kosenamen an und hältst mir den Aschenbecher hin, als ich schon aufstehen will, um meine zigtausendste Zigarette auszudrücken. Du küsst mir die Augen, wischst meine Tränen weg und ich will nichts mehr als dich anschreien.
Du weinst, als du das Geräusch von fallenden Tränen auf Jeansstoff hörst und du lächelst, als ich mich dafür entschuldige, dein T-Shirt mit meiner Rotze vollgeschmiert zu haben. Das macht jetzt ja auch nichts mehr.
Nein, deine Liebe ist nicht gegangen, erklärst du mir. Sie ist nur verdeckt, und überhaupt habe ich immer einen Platz in deinem Kopf und deinem Herz.

Verdammt. Ich hab meine Herzwände mit deinem Namen vollgekritzelt und der Leim, mit dem wir gemeinsam die kleinen Scherben, die drum herum lagen, wieder angeklebt haben, stammt aus deinen Hosentaschen, so wie dein Lachen. Ein Stück davon war immer für mich übrig, und als ich meine Hände in deine Taschen steckte, um mich daran zu wärmen, zogst du mich an dich und sagtest, ich sei schön.

Das sage ich dir auch, als ich vor dir knie und deine Augen auswische, dein Kinn hebe, damit du mich ansiehst. Ich sage, dass ich mir nichts mehr wünsche, als dass du glücklich bist.

[Nun hast du mich zum Warten verdonnert. Eine Woche, zwei. Mir bricht mein Innerstes und ich vergrabe meine Blicke am sonnenverbrannten Rheinufer.]

Anmerkung von erdbeermund:

Verarbeitungskunst. Mehr nicht.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Kitten (36) (20.04.2009)
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Kommentar von parkplatzbison (29) (20.04.2009)
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erdbeermund meinte dazu am 20.04.2009:
das war halt so ne fünf minuten leck-mich-doch-am-arsch-sache.
aber den letzten satz find ich gut, da gings mir besser.
danke!
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Kommentar von AugenBlick (32) (23.04.2009)
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erdbeermund antwortete darauf am 24.04.2009:
Vielen Dank, liebe Christiane.
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Kommentar von Martha.Himbeere (32) (23.04.2009)
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erdbeermund schrieb daraufhin am 24.04.2009:
merci, mme. martha!
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franky
Kommentar von franky (28.04.2009)
Hi liebe Lara
Was du da aus den Hosentaschen gräbst ist ein großer Haufen Gefühle die sich gegenseitig Vorwürfe um die Ohren schlagen. Doch die Verbannung an das Rheinufer ist schon ein starkes Stück! Das "Auszeitnehmen" ist eine verdammte Ausrede, um nicht offen ins Gesicht sagen zu müssen:
"Ich will dich verlassen."
Diese Feigheit darfst du nicht mit einfacher Verzeihung belohnen. Zu den verrotzten Deeshirt kippe noch den vollen Aschenbecher dazu.

Herrliche Verarbeitung...
Herzliche Nachtgrüsse
von Franky)
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erdbeermund äußerte darauf am 29.04.2009:
Jawoll, franky, so sieht es wohl aus.
Es ist eine feige Sache, die nicht einfach verziehen werden darf - und wird.
Solche Verhaltensweisen, die wirklich an Kinderkram grenzen und die Tatsache, dass der Sprecher "erwachsen" ist, entkräften,
dürfen nicht einfach überdeckt werden. Nur nicht lächeln und "ja" sagen. Vielen Dank für deinen Kommentar und die Klicks!

Fröhliche Grüße aus dem Büro

Lara
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Secretgardener
Kommentar von Secretgardener (04.05.2009)
Gefällt mir richtig gut, gerne gelesen (und das, obwohl´s eben nicht mein Thema ist).
Der Aschenbecher für die zigtausendste Zigarette, die Tränen auf der Jeans und das zweite Auftauchen von Bleistiften gefiel mir am besten; schöne, kreative Bilder.
Kopf hoch, Du!
=)
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Veröffentlicht am 20.04.2009. Textlänge: 374 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.684 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 14.07.2021.
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