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Pan und Panik

Short Story zum Thema Gott


von Dieter Wal

Gott bleibt im Geheimnis. Und wenn er einmal aus dem Geheimnis hervortritt, tritt er kurz darauf wieder hinein.




Er packte seinen Knotenstock fester und schritt aus. Die Sonne war sehr heiß. Jeder Schritt von ihm wirbelte eine Staubwolke auf, so dass man ihn schon von Weitem an der länglichen Wolke als Wanderer erkennen konnte.

In seinem Beutel war Ziegenkäse und er hatte sich einen Weinschlauch um den Rücken gebunden. Seit einer Stunde lag Daphne in den Wehen. Sie schrie, als ihre Fruchtwasserblase aufgeplatzt war und der Hirtengott konnte zeitweise alles sehen und hören, als ob er neben ihr stehen würde.

Mit jedem ihrer Schreie ebbte eine Serie von Bildern und Gefühlen in sein Bewußtsein. Sie wußte, dass er zu ihr kommen würde, um seinen Sohn in den Arm zu nehmen.

Daphne wollte Pans Sohn nicht gebären. Aber Zeus hatte ihr im Traum befohlen, dem Sohn Pans nichts anzutun, weil mit diesem Kind eine große Zeit für die Menschen beginnen sollte.
Als er zu ihr kam, war sie vor Angst gelähmt. Sie hatte sich noch immer nicht an seinen häßlichen Anblick gewöhnen können.

„Hab keine Angst“, sagte er freundlich, „Ich werde dir behilflich sein“, und er wusch sich seine behaarten Arme und Hände im Brunnen, dann deckte er Daphnes Unterleib auf.
Der Samen Pans hatte ihren Bauch kaum anschwellen lassen. Sie fürchtete, Pan würde sie noch einmal vergewaltigen. Er empfand Mitgefühl.

Als ihre Preßwehen begannen, strich er über ihre Wangen. Danach legte er ihren Umhang über ihr Gesicht und sagte: „Ich will ihn entbinden, dann erst sollst du ihn sehen.“

Er wußte, was nun geschehen würde. Aber weil Daphnes Schönheit ihn mit Liebe erfüllt hatte, wollte er ihr Entsetzen so gering wie möglich halten.

Sie preßte und Pan mußte seinen Sohn nur in seinen Händen bergen. Der Schlangenleib ringelte in seine geöffneten Hände.

Jetzt faltete die kleine Schlange ihre fledermausähnlichen Flügel aus. Sie trockneten sehr schnell in der Abendsonne. Schon knisterten die Membrane im Wind. Pan blies den schillernden Schlangenleib an und flüsterte leise seinen Namen.

Sein Sohn hatte regenbogenfarbene Reptilienaugen. Das Zünglein wischte schnell um seinen Mund. Leicht atmete er durch die Nasenlöcher ein und aus, bis Pan seine Hände in die Höhe hielt und sagte: „Flieg mein Sohn, flieg, du sollst der Welt ein Segen sein. Flieg!“

Das Schlänglein hatte sich schon erhoben und glitzerte prachtvoll wie eine Libelle. „Daphne sieh unsern Sohn. Er steigt zum Himmel!“

Er bedeckte ihren Leib und zeigte nach der geflügelten Schlange, die sich immer schneller entfernte.

„Ist er nicht schön, Daphne? Das ist unser Sohn!“ Doch Daphne war schon in Ohnmacht gesunken.

Pans Knotenstock hatte Weinlaub und Reben angesetzt. Eine Rebe riss er ab und legte sie auf Daphne.

Er deckte sie zu, trug sie in ihre Hütte, legte neben ihr Bett den Ziegenkäse und den Weinschlauch und küßte ihre Lippen.

Dann ging er zurück im Strahl der untergehenden Sonne zu seinen Bienenstöcken nach Arkadien.


Dieter Wallentin

 
 

Kommentare zu diesem Text


souldeep
Kommentar von souldeep (07.07.2009)
Ein packender Einstand ist das, finde ich! Herzlich willkommen
auf KV und eine fruchtbare Zeit im kreativen Sinne wünsche
ich.

Wie du diese Geschichte hier geflochten hast, das bestaune
ich - mit ein paar Sätzen eröffnest du dem Leser Einblicke
in einen Lebensabschnitt zweier mystischer Figuren...
Ein bisschen rätsle ich noch am Titel - obwohl ich natürlich
die Panik von Daphne erkennen kann...

Einzig am Ende...wo der Stock erst Weinlaub und dann Reben
angesetzt hat...da würde ich etwas ändern...

Gespannt auf mehr,
Kirsten
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Dieter Wal meinte dazu am 08.07.2009:
Hallo Kirsten,

das Detail mit den Weinreben wird bei Dyonysos ähnlich berichtet. Die anktiken Quellen erwecken den Eindruck, dass solche Dinge tatsächlich geschehen seien. Aber das weiß natürlich nur der Mensch, der sie möglicherweise erlebte. Danke für deinen netten Kommentar. Ich werde mir weiterhin Mühe geben, deine Erwartungen nicht zu enttäuschen.

Gruß
Dieter
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Kommentar von Tintenbub (69) (08.07.2009)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Dieter Wal antwortete darauf am 08.07.2009:
Danke, Kollege. Diese Daphne ist (nach meiner subjektiven Überzeugung) eine andere. Aber viele Leser oder Hörer dachten an die besagte.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (18.02.2013)
Du hast den antiken Mythos wunderbar neu erzählt und das bewahrt, was für viele dieser Mythen so typisch ist: das Nebeneinander von Grausamkeit (Vergewaltigung) und Liebe (Entbindung)
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Dieter Wal schrieb daraufhin am 18.02.2013:
Vielen Dank, lieber Ekkehart.

Diese Geschichte schrieb ich fast automatisch noch als Student, der in Teilzeit sein Studium selbst finanzierte. Am Kaufhof Infostand. Selbst Nachfragen von Kunden konnten mich nicht aus dem Konzept bringen. Ich beantwortete einfach deren Fragen. Grüßte höflich und schrieb genau da weiter, wo ich kurz unterbrochen wurde.

Die Idee entstand unbewusst und spontan. Ich hatte sie vorher komplett im Kopf, bevor ich sie niederschrieb. Allerdings hatte ich Ahnung von griech. Mythen und konnte mich mit Pan rel. gut identifizieren. Fand den Hirtengott Pan immer sympathsch. Die für heutige Menschen wohl absonderliche Vorstellung in Verbindung mit Pan, so viele wie mögliche Nymphen vergewaltigend zu schwängern, fand ich für einen Feld-, Wald- und Wiesenfruchtbarkeitsgott nicht allzu irritierend. Und dass ihn niemand beim Mittagsschlaf wecken durfte, pennte er irgendwo im Gras oder Wald, gefiel mir besonders gut, woher der Begriff der mit seiner Epiphanie verbundenen Panik herstammt. Denn dann konnte er absolut ungemütlich werden und erschreckte die Störenfriede fast buchstäblich zu Tode.

Herzlich
Dieter
(Antwort korrigiert am 18.02.2013)
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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Mythen, Märchen und Legenden..
Veröffentlicht am 05.07.2009, 18 mal überarbeitet (letzte Änderung am 14.06.2015). Textlänge: 484 Wörter; dieser Text wurde bereits 2.531 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 04.12.2019.
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