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Gastmahl

Lied zum Thema Tod


von Dieter Wal


Dieser Text gehört zu folgenden Projekten: Texte vom Tod., Liebe in Lyrik und Prosa.
Heute war der Tod bei mir,
klopfte sacht an meine Tür,
sah etwas betreten aus.
„Tritt herein in dieses Haus!

Lass die Sense draußen stehn,
niemand sonst kann sie ja sehn.
Häng die Robe in den Flur,
mag dich, Knochenmann, nur pur.

Kompliment, dein Schädelbau
ist perfekt, ich seh's genau.
Und nach solchen Röhrenknochen
suchen wahre Fans oft Wochen."

Nettigkeiten nicht gewohnt,
blickte Hein zum vollen Mond,
räusperte im Stillen sich,
dass es seltsam mich beschlich.

„Aber sag, was suchst du hier,
willst mein Leben nehmen mir?
Zwar hatt ich noch ein'ges vor,
bitte sprich, ich bin ganz Ohr.“

„Hab für Künstler Sympathie,
dass ich oft besuche sie.
Wer den Artifex bedroht,
der fühlt mich, ich bin der Tod.

Da die Kunst das Leben wendet,
wird der Mensch in ihr vollendet.
Die Rose brennt auf dem Altar,
in Schönheit bleibt die Weisheit wahr.

Die Liebe ist so stark wie ich,
die reine Flamme läutert dich,
verbrenne du im Rosenmeer,
Hingabe ohne Wiederkehr.“

Ich öffnete den besten Wein
und schenkte bis zum Rand voll ein,
ich brach das weiße Brot für ihn,
und er war fort, wie es mir schien.

Anmerkung von Dieter Wal:

S. 8, V. 1:

Hoheslied 8,6-7.

SEtze mich wie ein Siegel auff dein Hertz /
vnd wie ein siegel an deinen Arm /
Denn Liebe ist starck wie der Tod /
vnd Eiuer ist fest wie die Helle /
Jr glut ist fewrig / und ein Flamme des HERRN /
Das auch viel Wasser nicht mügen die Liebe auslesschen /
noch die ströme sie erseuffen /
Wenn einer alles Gut in seinem Hause vmb die Liebe geben wolt /
so gülte es alles nichts. (Luther 1545)


 
 

Kommentare zu diesem Text


princess
Kommentar von princess (17.04.2010)
Ihn begrüßen wie einen Freund.
Ihn bewirten. Ihm zuhören.
Das verwirrt ihn. Den Tod.

Manchmal macht er sich dann vom Acker.

Das funktioniert nur aus einem ehrlichen Herzen heraus.
Und niemals als Sterbeverhinderungstrick.

Schönes Lied!
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Dieter Wal meinte dazu am 18.03.2011:
Liebe princess,

saß im Sommer 2009 auf einer Veranda und hatte mir die miese Gitarre gekrallt, die mir ein Dozent einer Elite-Uni für Amerikaner in Berlin geschenkt hatte, weil sie einer seiner Studenten vor seiner Rückkehr in die USA wie Sperrmüll zurückgelassen hatte und improvisierte Flamenco. Möglichst morbid, die Bässe dröhnten mindestens drei Häuser weiter. Da stellte sich in meinem Kopf der Vers ein: "Heute war der Tod bei mir". Es war wie eine Aufgabe. Ich konnte auf keinen Fall weiterklimpern und ging an meinen Laptop und begann, erste Entwürfe über dieses Motiv meiner Lyrikdatei einzugeben. Ich schrieb wie ein Besessener drei Tage. Ich saß in der steinernen Gartenlaube vor Süd-Berlin eines befreundeten Theologie-Profs, der dieses Haus für seinen Maler-Vater in Stand hielt und gelegentlich dort Freunde wohnen ließ und war gerade von meiner großen Liebe ein Jahr nach der Geburt unserer Tochter vor die Tür gesetzt worden. Wie schön wäre mir damals mein Tod vorgekommen. Nur hatte ich mir Suizid längst abgeschminkt. Unter gar keinen Umständen. In der Dämmerung besuchten mich manchmal Rehe im Garten. Ich hatte mir ein paar Bücher über mir unbekannte Blumen mitgebracht, denn der Garten war voll von ihnen. Das steinerne Garten-Haus hat einen Brunnen, aus dem eigenes Wasser in die Dusche und Toilette geleitet wird mit Abwassergrube, und sogar Strom. Es ist hundert Jahre alt. Die Luft dort besser als in jedem Sanatorium. Endlose Weizenfelder. Am Arsch der Welt. Ein Paradies.

Herzlich
Dieter
(Antwort korrigiert am 18.03.2011)
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (22.07.2011)
Die Alten stellten den Tod als Jüngling dar. In deinem schönen Text wirkt er zwar fordernd, aber fast liebenswürdig.
Erfrischend, mal eine abweichende Scihtweise zu lesen.
Liebe Grüße
Ekki
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loslosch antwortete darauf am 30.08.2011:
ich darf euch nicht verraten, wie ich hierhin gelenkt wurde. holzköpfchen war widerwillig mit im spiel. die römer deuteten den schlaf als eine todesähnliche phase. lothar
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Dieter Wal schrieb daraufhin am 30.08.2011:
Wie kamst du von holzköpfchen hierher?? Dich als Lateiner müsste das Wort Artifex ja geradezu in Entzückung versetzen! ;)
(Antwort korrigiert am 30.08.2011)
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loslosch äußerte darauf am 30.08.2011:
via pantun. ;-)
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Kommentar von Anne (56) (23.12.2012)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Dieter Wal ergänzte dazu am 12.11.2013:
Liebe Anne, vielen Dank für die Blumen. "Er erinnert mich an einen ähnlichen "Dialog" mit dem "schwarzen bruder". Bitte poste ihn mir privat oder für alle öffentlich. Karl Bröger schrieb ein mich sehr berührendes Gedicht unter dem Titel "Dunkler Bruder", das sich aber nicht nur auf den Tod, sondern auch das Böse um uns und das Dunkle in uns bezieht, jedoch integrativ-freundschaftlich betrachtet. Gedes Gedicht Brögers ist wundervoll!!!

Man kann sich mit dem Tod vertraut machen, ihn als Schutzherr und Patron empfinden (z. B. auch in Bechsteins Märchen 'Gevatter Tod'). Dass der Tod speziell Künstler schützt, wird erst mit diesem Gedicht ausgesprochen. Aber es liegt nahe, denn künstlerische Arbeit ist immer dem Tod nahe. Motiv von Eros und Eros-Thanatos. Ähnlich bei Rilke:

"Dass jedes Liebe wieder von dir abfiel,
dass du im Sehendwerden den Verzicht
erkannt hast und im Tode deinen Fortschritt.
Dieses war dein, du, Künstler; diese drei
offenen Formen. Sieh, hier ist der Ausguss
der ersten: Raum um dein Gefühl; und da
aus jener zweiten schlag ich dir das Anschaun
das nichts begehrt, des großen Künstlers Anschaun;
und in der dritten, die du selbst zu früh
zerbrochen hast, da kaum der erste Schuss
bebender Speise aus des Herzens Weißglut
hineinfuhr -, war ein Tod von guter Arbeit
vertieft gebildet, jener eigne Tod,
der uns so nötig hat, weil wir ihn leben.
und dem wir nirgends naher sind als hier."

http://rainer-maria-rilke.de/070080requiem.html

Herzliche Grüße
Dieter
(Antwort korrigiert am 12.11.2013)
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Anne (56) meinte dazu am 12.11.2013:
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Anne (56) meinte dazu am 12.11.2013:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Dieter Wal meinte dazu am 12.11.2013:
"Geleitest uns
nur sanft hinüber
in eine neue Welt.
erlöst unsere Körper
von der Last der Erde."

Stell dir vor, das liest jemand, der einen engen Angehörigen gerade durch einen tragischen Unfall verloren hat. Davon abgesehen find ich dein Gedicht sehr schön. Danke fürs Mitteilen.
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Kommentar von janna (66) (23.09.2015)
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Dieter Wal meinte dazu am 23.09.2015:
Danke. Es ist immer wieder schön, wenn er ohne einen geht. So weise und mitfühlend manchmal seine Eingebungen sein mögen.
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Epitaph (Für Dieter Wal).InhaltsverzeichnisGreisin
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes «Hin und weg!» Texte vom Tod..
Veröffentlicht am 24.07.2009, 12 mal überarbeitet (letzte Änderung am 08.06.2014). Dieser Text wurde bereits 2.399 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 16.11.2018.
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