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Die vergessene Schere

Grotesk-Zeitkritisches Drama zum Thema Selbsthass/verletzung/mord


von managarm

Ob Teppichklinge, Schere oder Messer
Ich raspel an mir rum bis tief ins Blut.
Ein ausgefranster Wundrand? Um so besser!
Die Schmerzen tun so unbeschreiblich gut.

Ich sterbe nicht, wenn’s rote Tropfen regnet,
ich sau mir nur den Küchenboden ein.
Wenn mir mal einer meiner Art begegnet,
dann schlitzen wir zusammen, nicht allein.

Ich tat es letztens mit der stumpfen Klinge,
doch schaurig die Entzündung, die es gab.
Da war ich plötzlich nicht mehr guter Dinge:
Geschnetzelt seh’ ich aus nun bis ans Grab!

Wo bei den andern schöne Arme hängen,
da sieht es bei mir aus wie Wurst von Mett.
Muß mich nun immer in Pullover zwängen,
die rotgefleckt sind wie mein Kuschelbett.

Da ritze ich und schlitze ich und spritze
mein Blut nach da und dort und hin und fort.
Und immer wieder macht ihr eure Witze.
Ich bin hier sicher nicht am rechten Ort!

Warum nur kann ich nicht wie andre sprechen?
Warum schreib ich mit Tinte purpurrot?
Ich ritz und schlitze fast bis zum Erbrechen
und niemand will es wissen, sapperlot!

Am Ende könnt ich es auch einfach lassen.
Für Mettwurst ist der Metzger optimal.
Ich hör jetzt einfach auf, mich so zu hassen,
und häng mich auf an einem roten Schal!

Falls ihr mich sucht, dann sucht mich bei den Toten.
Ich wollte Hilfe und nun bin ich frei.
Ich starb in einem viel zu straffen Knoten
und hatte meine Schere nicht dabei!

Anmerkung von managarm:

© managarm, 14. August 2009

(gehörte zum Projekt: RRR - Ritze-Ratze-Romantik)


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Klopfstock (60) (15.09.2009)
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Misanthrop (31) meinte dazu am 15.09.2009:
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janna (60) antwortete darauf am 15.09.2009:
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Klopfstock (60) schrieb daraufhin am 17.09.2009:
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janna (60) äußerte darauf am 17.09.2009:
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Klopfstock (60) ergänzte dazu am 18.09.2009:
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managarm meinte dazu am 18.09.2009:
@ Klopfstock: Liebe Klopfstock, zuerst ein Dank für dein Lob der handwerklichen Seite. Danke!
Nun eine kurze Erklärung: Ich las in letzter Zeit ziemlich (meiner Ansicht nach) grauenvolle sogenannte Gedichte über dieses Thema, bei denen mich vor allem die allenthalben daraus hervorscheinende Inkonsequenz ziemlich nervte.
Dies erinnerte mich an den Tag, an dem mein ältester Sohn mit einem "halbversteckten" Schnitt am Arm so lange um mich herumlief, bis ich ihn selbst mit geschlossenen Augen sehen musste. Auf meine Frage, was das denn sei, sagte er, er hätte sich geritzt. Ich gab ihm ein Messer, nahm mir selber eins und setzte mir einen Schnitt in den Unterarm. Dann sagte ich zu ihm wortwörtlich:" Wenn schon geritzt wird, dann machen wir das richtig! Du gehst jetzt auf dein Zimmer und wenn du wieder herauskommst, ist dein Schnitt tiefer als meiner oder blutet zumindest heftiger. Sollte dies nicht der Fall sein, werde ich weitere Schnitte an dir ignorieren, denn dann kannst du mir nicht weismachen, dass du den Schmerz brauchst. Ich schlage dir in dem Falle vor, bei Problemen am besten mit mir zu reden."
Er verschwand, kratzte eine Stunde lang auf verschiedenen Körperteilen herum, ohne auf Blut zu stoßen, kam wieder und gab mir das Messer zurück. Ich bot ihm meine Hilfe an beim Schneiden eines schönen tiefen Schnittes, aber er flüchtete. Damit war das Thema ein für allemal erledigt.
Als mein zweiter Sohn mit seinen ersten Ritzen kam, reichte das Angebot eines "gemeinsamen Schlitzens" aus. Der dritte versuchte es erst gar nicht.

Es gibt ein Krankheitsbild dieser Art, aber dabei geht es um regelrechte Selbstverstümmelung, weil der Betreffende das jeweilige Organ als Fremdkörper und nicht seinem Körper zugehörig empfindet.

Ich mache mich lustig, aber nicht über kranke Menschen, sondern eine Modewelle. Hinz und Kunz ritzt und es gibt auch schon die passenden Klamotten, die passende Musik und die passenden Messerchen dazu.
Meine Kinder klärten mich auf über die Welle namens "Emo", die hauptsächlich aus recht sorgenfreien Jugendlichen aus gutsituierten Häusern besteht, ihr Dasein beweint und dies mit kleinen mühselig hervorgekratzten Bluttröpfchen untermauert.
Möge jeder tun, was ihm beliebt, aber mir lasse man mein Schmunzeln.

"Auf Messers Schneide" ist übrigens gut!

@ janna & misanthrop: ))))
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Klopfstock (60) meinte dazu am 19.09.2009:
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managarm meinte dazu am 19.09.2009:
Liebe Irene, was heißt schon "besser auskennen"? Es gibt genau so viele Wahrheiten wie Leser und immer wird man jemanden vor den Kopf stoßen, wenn man ein an sich ernstes Thema persifliert.
Es ist wie mit allem anderen auch. Zieht man die Sensationshascherei ab und die Selbstdarstellung, bleiben Menschen übrig, die es schwer haben. Dies sind aber wohl nicht die Abertausende, die so tun als ob.
Täuschen kann man sich immer, aber ich glaube, man bekommt irgendwann ein Gefühl für Menschen, die mit Schmerz und Leid leben mussten oder leben. Sie sind (wie soll ich es sagen?) tiefer, umfassender in ihrer Persönlichkeit und dann und genau dann respektiere ich.
Wenn mir jemand ein Ritzlein zeigt, sein größtes Problem aber in einem verklemmten Püperchen besteht und er ansonsten auf mich wirkt wie ein weißes Blatt Papier an ein paar bunten Luftballons, passt etwas nicht zusammen (für mich) und dann, man sehe es mir nach, kann ich auch mal etwas sarkastisch werden.
Und falls ich mal irre? Dann bin ich eben ins Fettnäpfchen getreten! (soll gut für die Zehnägel sein
Dir vielen Dank und einen angenehmen Sonntag!
Herzlich
Frank


PS:
"weil ich mir das Gesicht des ersten Sohnes lebhaft vorstellen konnte und des zweiten."

Der erste guckte panisch wie eine zugekokste Biobäuerin, die zum ersten Mal die Stimmen ihrer Möhren hört... und wollte sich drücken. Durfte aber nicht!)
Der zweite zog ein säuerliches Gesicht und sagte: "Nöö, dann lass ich das lieber, ich bin ja nicht doof"
Vielleicht hätte ich mit ihnen länger darüber reden sollen, aber ich wollte einfach nicht eine Minute mehr als nötig mit diesem Unsinn vergeuden.
(Antwort korrigiert am 20.09.2009)
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Kommentar von träumerle (55) (15.09.2009)
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managarm meinte dazu am 18.09.2009:
Für manche, Karin.. aber auch nur für manche.
Vielleicht, Karin... aber auch nur vielleicht.
Herzlich
Frank
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loslosch
Kommentar von loslosch (15.09.2009)
Ich hab hier auch schon handwerklich Schlechtes und zugleich ernst Gemeintes zur Autoaggression gelesen. So verbreitet ist die Krankheit nun auch wieder nicht. Verdacht: Darüber schreiben manche - ernsthaft! - , ohne an dieser Krankheit selbst zu leiden oder je gelitten zu haben.

Dieselbe Erfahrung habe ich auch zu den Themen sexuelle Gewalt und Inzest gemacht. Die Autor(inn)en scheinen auf Einschaltquote zu setzen.

Wer selbst darüber persiflierend schreibt, setzt nicht auf Quote, denn er will das Thema tiefer gehängt sehen. Vollzack in Ordnung.
Lothar
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janna (60) meinte dazu am 15.09.2009:
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KeinB (29) meinte dazu am 15.09.2009:
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loslosch meinte dazu am 15.09.2009:
Ich kann gar nicht die "vergessen", die an sich rumschnibbeln, weil ich keine(n) einzige(n) kenne - dagegen "kenne" ich etliche, die an einer Suchtkrankheit oder schweren Persönlichkeitsstörungen (Zwangsneurosen, Histrionik, Verfolgungswahn, Borderline, Helfersyndrom) leiden. Die Aufzählung (in Klammern) lasse ich bewusst unvollständig. Nach meinen Beobachtungen ist Autoaggression ein Randphänomen. Und sooo viele sollen aus eigenem Leidensdruck heraus hier schreiben? In weitaus den meisten Fällen dürfte es sich auf Erfahrungen vom Hörensagen beziehen und auf das Schielen auf "Quote".

Man kriegt auch ein Gespür dafür, ob einer im Text etwas verarbeitet oder sich nur interessant machen will. Ein Blick auf die Autorenseite und das Veröffentlichte ist allemal sehr hilfreich ... (-_-) Traurig guck. Lo

Nachtrag: Du hast den Text gepostet (Lieblings...). Vllt meintest Du mit rumschnibbeln die "Schönheitskosmetik" und das "Ent-falten". Ja, dann Zustimmung.
(Antwort korrigiert am 15.09.2009)
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KeinB (29) meinte dazu am 15.09.2009:
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loslosch meinte dazu am 15.09.2009:
"etliche", die sind alle jenseits der 30 Jahre. Bei den Zwangs- und Suchtkrankheiten ist nichts mehr auszuprobieren. Routiniers eben ... Naja.
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managarm meinte dazu am 19.09.2009:
Hallo Tina und Lothar, danke euch beiden sehr!
Ich schrieb es gerade weiter oben in einem Recomm:
Es sind nicht nur einige der genannten Altersgruppe, sondern eine ganze Menge und schon deshalb tippe ich bei 90 % auf "Wichtigmache", "Modeerscheinung" und eine "Initiationshandlung" zum Beweis der Zugehörigkeit... oder: Ich kenne einen, der hat sich schon mal...

Ich stelle die These in den Raum, dass die wenigsten, die sehr leiden, damit hausieren gehen, sondern das mit sich selber ausmachen... auf welche Weise auch immer. Deshalb bleibt ja manches Leid so lange verborgen.

@ Lothar: "Tiefergehängt" ist genau der richtige Ausdruck. Danke!

@ Tina: Im Gegensatz zu dir kann ich solche Zeichen in meinem Bekanntenkreis nicht finden. Es kaut sich schon mal jemand auf den Fingernägeln rum oder zupft sich in der Aufregung Haut von der Lippe, aber das war es dann auch. OK, der Großteil meiner Bekannten ist 30 bis 50 Jahre alt, vielleicht liegt es daran. Aber auch die jüngeren Leute, die ich kenne, tragen keine Spuren.

Leid und Schmerz spielen eine Rolle, da muss man sich nichts vormachen.
Sie sind wichtig für eine Gefühlswelt, die dem Leben gewachsen ist.
Auch ich habe in mir einen "dunklen Bruder", der ab und an die Herrschaft übernimmt. Ohne ihn wäre ich nicht komplett. Allerdings hänge ich ihn mir auch nicht ständig um den Hals und wenn schon, dann mit einem zumindest winzigem Mäntelchen aus Selbstironie.

herzlich
Frank
(Antwort korrigiert am 19.09.2009)
(Antwort korrigiert am 19.09.2009)
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janna (60) meinte dazu am 19.09.2009:
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managarm meinte dazu am 19.09.2009:
@ janna: Da gebe ich dir allerdings recht... das netz verdirbt die guten sitten! ))
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janna (60) meinte dazu am 19.09.2009:
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managarm meinte dazu am 19.09.2009:
..ist das nun gut oder eher nicht, janna? ...*lacht*
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Kommentar von BBA (43) (16.09.2009)
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managarm meinte dazu am 19.09.2009:
Dieses Statement kann man nur als "eindeutig" bezeichnen.
Lachen ist die beste Medizin... da vernarbt auch der tiefste Schnitt in Sekunden: )
Herzlichen Dank und ein schönes Wochenende!
Frank
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Veröffentlicht am 15.09.2009, 11 mal überarbeitet (letzte Änderung am 12.12.2011). Textlänge: 239 Wörter; dieser Text wurde bereits 2.703 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 02.07.2020.
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